Medizinische Verfahren

Der Tod im Mund - Wurzeltote Zähne

Dieser Eintrag erklärt, warum wurzelbehandelte, tote Zähne den Organismus belasten können, wie sich ein solcher Herd über Jahre entwickelt, wie wir ihn abklären und worauf es bei der Entfernung ankommt.

Warum tote Zähne belasten

Nicht nur das Amalgam kann uns schaden. Substanzen von Bakterien aus Zahnfleischerkrankungen und aus infizierten, toten, wurzelbehandelten Zähnen sind häufig eine noch grössere Belastung für unseren Organismus. Das Bild oben zeigt einen solchen Zahn, der sich mit den Jahren schwarz verfärbt hat. Schwarz ist schliesslich die Farbe des Todes, und im schlimmsten Fall kann dieser «Tod» um sich greifen, durch die Bakterien wie auch durch deren Gifte. Mit der Krone wird der tote Zahn gewissermassen versteckt. Durch den Rückgang des Zahnfleisches ist die schwarze Wurzel wieder zum Vorschein gekommen.

Dr. William Hunter, ein bedeutender Zahnforscher zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hätte es in Anlehnung an seine Worte so formuliert: «Ein Mausoleum von Gold über einer Masse von Sepsis».

Die am besten erforschten toxischen Substanzen sind reaktive Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff (H2S) und Methylmercaptan (CH3SH), die von den Bakterien in wurzeltoten Zähnen erzeugt werden. Prof. Boyd Haley von der Universität von Kentucky (USA) hat zudem herausgefunden, dass sich die Gesamttoxizität vervielfacht, wenn Quecksilber und wurzeltote Zähne gleichzeitig im Mund vorkommen: Die Einzelstoffe reagieren miteinander zu «Supergiften».

Zahnsubstanz unter dem Elektronenmikroskop

In diesen Kanälen von wurzeltoten Zähnen leben unzählige Bakterien. Die Bakterien in den Dentinkanälen der toten Zähne sind mit Antibiotika und lokalen Desinfektionsmitteln kaum zu erreichen und deshalb praktisch nicht abzutöten. Sie bilden ein ständiges Reservoir für bakterielle Infekte, Reinfekte und bakterielle Toxine.

Wenn der Zahnarzt den Zahn «retten» will

Seien Sie auf der Hut, wenn Ihnen Ihr Zahnarzt Folgendes vorschlägt:

  • «Wir machen eine Wurzelbehandlung, damit Ihr Zahn länger lebt.»
  • «Ich werde versuchen, den Zahn zu retten.»

Diese Aussagen bedeuten, dass der Zahn eigentlich getötet wird und als leblose Gestalt auf unbestimmte Zeit im Mund verweilen und verwesen wird. Es gibt keine andere medizinische Fachrichtung, die etwas Abgestorbenes im Körper zurücklassen würde!

Wie sich ein Zahnherd entwickelt

Die Entwicklung erstreckt sich meist über viele Jahre.

  • Der Zahn ist tot. Keine Beschwerden.
  • Bakterienherde bilden sich und werden vom Körper eingekapselt. Keine Beschwerden.
  • Stoffwechselgifte breiten sich aus und dringen in den Körper ein. Keine wesentlichen Beschwerden, weil die Abwehrmechanismen des Körpers ausreichen, um die Belastung zu neutralisieren.
  • Die Giftanflutung steigt, der Körper wird allmählich überfordert. Zunehmende Beschwerden, Antriebslosigkeit, Schlafbedürfnis.
  • Der Patient wird chronisch krank.

Die möglichen, wissenschaftlich nachgewiesenen Folgen sind:

  • Herzinfekte und Herzinfarkte
  • Schlaganfälle
  • erhöhter Blutdruck
  • Arteriosklerose
  • Augenleiden
  • Pneumonien
  • Bluterkrankungen
  • Gelenksentzündungen
  • Infektionen von Gelenksimplantaten
  • Hirnabszesse
  • niedriges Geburtsgewicht und Frühgeburten
  • Alzheimer

Abklärung

Panorama-Röntgenaufnahme (OPT)

Ein wichtiges Hilfsmittel für die rasche Orientierung im Kiefer- und Zahnbereich ist die Panorama-Röntgenaufnahme (Orthopantomographie, OPT), auf der alle Zähne übersichtlich dargestellt sind. Die Zähne mit einem dünnen Stift sind wurzelbehandelt und tot. Die breiten Stifte sind Implantate und biologisch meist neutral.

OroTox-Test

Die Schwefelverbindungen aus toten Zähnen lassen sich mit dem OroTox-Test nachweisen. Der Test prüft Zähne auf ihre Toxizität und ist ein Ergebnis der 35-jährigen Forschungsarbeit von Prof. Boyd Haley.

Der OroTox-Test

  • erkennt Problemstellen im Mund frühzeitig, noch Jahre bevor Veränderungen im Röntgenbild sichtbar werden und irreversible Schäden an Zähnen und Gesundheit entstanden sind,
  • hilft bei der Entscheidung, ob ein wurzelbehandelter Zahn gezogen werden muss oder saniert und überkront werden darf, vor allem wenn im Röntgenbild keine Veränderungen zu sehen sind,
  • kontrolliert den Verlauf und den Erfolg therapeutischer Massnahmen,
  • ermöglicht es den Patienten, ihre Zähne zu erhalten, ohne dass Bakterien und deren Toxine in den Organismus streuen.

Durchführung: Eine feine Papierspitze wird schmerzlos in die Zahntasche eingeführt und dort eine Minute belassen. Sie saugt Zahntaschenflüssigkeit auf und wird danach in spezielle Reagenzien gegeben. An einer Farbänderung lassen sich die Zahngifte und Entzündungseiweisse nachweisen.

Vorbereitung: Bitte erscheinen Sie mit geputzten Zähnen. Reinigen Sie sie nur mit Wasser, ohne Zahnpasta, und mindestens eine Stunde vor dem Untersuchungstermin. Nach einem Besuch bei der Dentalhygiene muss mindestens 2 Wochen zugewartet werden. Eine wichtige Voraussetzung für die Analyse ist eine Röntgenaufnahme der Zähne, am besten ein OPT.

Was bei einer Belastung zu tun ist

Wird eine solche Belastung festgestellt, muss an die Entfernung des Zahnes oder der Zähne gedacht werden, vor allem wenn entsprechende klinische Symptome vorliegen. Bei Zahnfleischerkrankungen muss jedoch zuerst eine gründliche Zahnreinigung erfolgen; nach etwa 2 Wochen wird der OroTox-Test wiederholt. Bei einem schlechten Ergebnis ist die einzige längerfristige Lösung, den Zahn ziehen zu lassen.

Die biologische Extraktion eines devitalen Zahns

  • Den Zahn nicht auf Anhieb ziehen, sondern lediglich lockern und in die Alveole hineinbluten lassen. Durch das Einbluten lockert sich der Zahn weiter, und das Blut dient gleichzeitig als «Schmiere». Nach einigen Minuten lässt sich der Zahn ohne weiteren Kraftaufwand entfernen.
  • Damit sinkt auch das Risiko, dass ein poröser devitaler Zahn bei der Extraktion abbricht.
  • Für eine wirksame Alveolenblutung sollte wenn möglich auf Vasokonstriktoren verzichtet werden.
  • Nach der Extraktion weiter bluten lassen, damit die Toxine aus dem umliegenden Knochen herausgespült werden.
  • Die Alveole zudem gründlich auskürettieren, damit auch der mit Toxinen getränkte Knochen entfernt wird und den Organismus nicht weiter belastet.

Mit diesen Massnahmen sinkt auch die Gefahr, dass der Eingriff Bakterien streut.

Erfahrungen von Patienten mit Zahnherden

  • Frau, 68 Jahre. Zuckerkrankheit, rheumatische Beschwerden. Therapie: Entfernung der wurzelbehandelten Zähne, die im OroTox-Test reagiert haben. Ergebnis: Der Blutzucker sank so weit, dass eine Insulintherapie überflüssig wurde; die rheumatischen Beschwerden sind praktisch verschwunden.
  • Mann, 53 Jahre. Angina viermal pro Jahr, störendes Gefühl im linken Oberkiefer. Therapie: Entfernung eines wurzelbehandelten Zahns. Ergebnis: Anginen deutlich seltener, nur noch einmal pro Jahr; das störende Gefühl im Oberkiefer ist verschwunden.
  • Frau, 55 Jahre. Schweres Gesichtsekzem, schulmedizinisch mit unbefriedigendem Resultat behandelt, und wiederkehrende Kieferhöhlenentzündungen. Therapie: Zahnsanierung (wurzelbehandelte Zähne und Amalgam entfernt). Ergebnis: Gesichtsekzem verschwunden, keine Medikamente mehr, keine weiteren Kieferhöhlenentzündungen.
  • Frau, 60 Jahre. Chronische Bindehautentzündung am linken Auge, jahrelang Augentropfen. Therapie: Der darunterliegende, im OroTox-Test stark reagierende wurzelbehandelte Zahn wurde entfernt. Ergebnis: Bereits auf dem Zahnarztstuhl ist das Auge wieder weiss geworden. Beschwerdefrei.
  • Frau, 35 Jahre. Wiederkehrende Lungenentzündungen, Gelenkschmerzen, Erschöpfungszustände, Fieber und Eitergeschmack im Mund. Therapie: Entfernung von drei wurzeltoten Zähnen, die im OroTox-Test stark reagierten. Ergebnis: keine Lungenentzündungen und Gelenkschmerzen mehr, mehr Energie, Eitergeschmack verschwunden.
  • Mann, 64 Jahre. Wiederkehrende Prostatitis. Therapie: Entfernung eines wurzeltoten Zahnes. Ergebnis: PSA-Marker normalisiert, keine Prostatitis mehr.
  • Mann, 43 Jahre. Herzrhythmusstörungen, Weichteilrheuma, totale Erschöpfung; bisher Betablocker, Rheumamittel und Kuraufenthalte. Therapie: Entfernung aller wurzeltoten Zähne. Ergebnis: beschwerdefrei.
  • Frau, 60 Jahre. Seit 10 Jahren wiederkehrende Schwellungen am Körper und im Gesicht; bisher Antihistaminika und Cortison. Therapie: Entfernung eines im OroTox-Test verdächtigen Zahnes. Ergebnis: beschwerdefrei.
  • Frau, 75 Jahre. Chronische Erschöpfung, Rheuma. Therapie: Entfernung der im OroTox-Test verdächtigen Zähne am Oberkiefer. Ergebnis: Rheuma deutlich besser, mehr Energie.
  • Frau, 37 Jahre. Seit 6 Jahren kinderlose Ehe, Schweissgeruch. Zwei von drei wurzeltoten Zähnen wiesen im OroTox-Test erhöhte Werte auf. Ergebnis: Nach der Entfernung dieser zwei Zähne wurde die Patientin im gleichen Monat schwanger, und der Schweissgeruch verschwand.
  • Mann, 54 Jahre. Polyarthritis. Aussage der Rheumatologie eines Universitätsspitals im Jahr 1987: «Sie werden bald im Rollstuhl enden.» Kurz darauf Behandlung bei uns mit Zahnsanierung und Entgiftungsinfusionen. Ergebnis: Mit 76 Jahren arbeitet der Patient noch ganztags in seiner Werkstatt an Präzisionsmaschinen, absolut schmerzfrei. Gehstrecke 5 Kilometer, er kann hüpfen und tanzen. Damals im Spital betrug die Gehstrecke unter Schmerzen etwa 20 Meter.

Weiterführend

Zahn und Medizin auf health.sgk.swiss

Gefahr aus wurzeltoten Zähnen (Englisch)

Weitere Indikationen und Verfahren