Angebote

Stammzellen

Körpereigene Stammzellen aus Fettgewebe: einmal entnehmen, in pharmazeutischer Qualität aufbereiten und für später einlagern.

Die Spitze der Pyramide

Stammzellen gelten als eines der grossen Versprechen der regenerativen Medizin. In unserer Longevity-Pyramide stehen sie ganz oben – und dort gehören sie hin: Zuerst kommen die Sanierung der Ursachen und die Grundlagen wie Schlaf, Ernährung und Bewegung. Erst auf diesem Fundament ergeben Stammzellen Sinn.

Die Seegarten Klinik befasst sich seit 25 Jahren mit Stammzellen – als eine der ersten Kliniken der Schweiz.

2010 erhielt die Klinik, damals unter dem Namen Medizinisches Zentrum Seegarten, von Swissmedic die Bewilligung zum Grosshandel mit Transplantatprodukten. Wir waren die Ersten mit einer solchen Bewilligung. Sie galt bis Ende 2015 und wurde nicht erneuert, weil sich unsere Tätigkeit geändert hat.

Bewilligung von Swissmedic aus dem Jahr 2010, gültig bis 2015 (erste Seite)
Bewilligung von Swissmedic aus dem Jahr 2010, gültig bis 2015 (erste Seite)

Wer diesen Weg gegangen ist, kann bei uns die eigenen Stammzellen entnehmen, aufbereiten und einlagern lassen – und sie in dem Rahmen anwenden, den Swissmedic zulässt.

Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind die Reservezellen des Körpers. Drei Eigenschaften unterscheiden sie von anderen Zellen:

  • Sie erneuern sich selbst.
  • Sie können sich zu unterschiedlichen Zelltypen entwickeln.
  • Sie liegen in jedem Gewebe als Reserve bereit.

Bei Verletzung oder Krankheit wird diese Reserve aktiviert. Oft reicht sie aber nicht aus, oder sie kommt zu spät – dann heilt das Gewebe nicht mehr von selbst. Mit dem Alter nehmen zudem Zahl und Vitalität der Stammzellen ab.

Embryonale und adulte Stammzellen

Embryonale Stammzellen sind pluripotent: Sie können zu allen Zellen des Körpers werden, sind aber ethisch umstritten. Adulte Stammzellen kommen im erwachsenen Körper vor. Sie sind multipotent, entwickeln sich also zu einer begrenzten Zahl von Zelltypen, und sie altern mit uns.

Pluripotente StammzelleLymphatischeVorläuferzelleMyeloischeVorläuferzelleT-Zell-VorläuferB-Zell-VorläuferNK-ZelleT-ZelleB-ZellePlasmazelleGedächtniszelleNeutrophilerBasophilerEosinophilerMonozytErythroblastErythrozytMegakaryozytThrombozyten(Blutplättchen)MuskelzellenNervenzellenHerzmuskelzellenLeberzellenDarmzellenFettzellenKnochenzellenKnorpelzellenMuskelzellenSehnenzellenAdulte BlutstammzellenAndereStammzellenMesenchymaleStammzellenZellen des Immunsystems
Aus pluripotenten Stammzellen gehen die Blutstammzellen mit den Zellen des Immunsystems und weitere adulte Stammzellen hervor – darunter die mesenchymalen, mit denen wir arbeiten.

Wir arbeiten mit mesenchymalen Stammzellen, einer Form adulter Stammzellen. Sie können sich zu Fett-, Knochen-, Knorpel-, Muskel- und Sehnenzellen entwickeln, unter Laborbedingungen auch zu Nerven- und Leberzellen. Anders als pluripotente Stammzellen gelten sie als nicht tumorbildend.

Dazu kommen zwei weitere Fähigkeiten: Sie wirken immunmodulierend und entzündungshemmend, und sie finden geschädigte Stellen im Körper von selbst, angelockt durch chemische Botenstoffe («Homing»).

Stammzellen wirken nicht nur, indem sie sich umwandeln. Sie geben auch Botenstoffe ab – Wachstumsfaktoren und andere Signalstoffe –, die geschädigtes Gewebe schützen und seine Regeneration anregen (parakrine Wirkung).

Was keine Stammzellen sind

Nicht alles, was unter diesem Namen angeboten wird, sind Stammzellen. Plättchenreiches Plasma (PRP) und mononukleäre Zellfraktionen sind keine. Die stromale vaskuläre Fraktion (SVF) ist ein Zellgemisch, das mesenchymale Stammzellen enthält; in reiner Form liefert sie erst die Aufbereitung im Labor.

Warum aus Fettgewebe?

Mesenchymale Stammzellen lassen sich aus mehreren Geweben gewinnen:

  • Plazenta und Nabelschnur: nur bei der Geburt verfügbar und mit wenigen Stammzellen.
  • Knochenmark: ein schmerzhafter Eingriff mit grösserem Risiko, der neben wenigen Stammzellen viele unerwünschte Zellen liefert.
  • Fettgewebe: einfach zu gewinnen, mit vielen Stammzellen und wenig unerwünschten Zellen – mindestens hundertmal mehr als im Knochenmark.

Für Erwachsene, bei deren Geburt keine Nabelschnur-Stammzellen eingelagert wurden, ist das Fettgewebe damit die naheliegende Quelle. Die Zellen lassen sich im Labor gut vermehren, einfrieren und nach dem Auftauen erneut vermehren. Und es sind Ihre eigenen Zellen: Eine Abstossung ist nicht zu befürchten.

Was wir anbieten

Entnahme

Das Fett wird in unserer Partnerklinik, der Swiss Central Clinic in Zürich, mit einer kleinen Fettabsaugung entnommen. Es braucht rund 250 ml, meist vom Bauch. Der Eingriff ist einmalig.

Die Entnahmestelle wird örtlich betäubt, dann wird das Fett mit einer feinen Kanüle abgesaugt. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde.

  • In den ersten zwei bis drei Tagen sind örtliche Schwellungen und austretende Flüssigkeit möglich.
  • Meist entsteht ein ausgedehntes Hämatom (Bluterguss), das sich innerhalb einer Woche weitgehend zurückbildet.
  • Ein Kompressionsgürtel wird mindestens 24 Stunden getragen.
  • Duschen ist ab dem nächsten Tag erlaubt, alltägliche Tätigkeiten ebenfalls.
  • Rechnen Sie mit etwa einem Tag Auszeit.

Auf Wunsch lässt sich der Eingriff mit einer Fettabsaugung verbinden, um zugleich unerwünschte Fettpolster zu entfernen. Er dauert dann zwei bis vier Stunden. Der Kompressionsgürtel wird drei Tage durchgehend und danach zehn Tage tagsüber getragen; die Auszeit beträgt je nach Umfang ein bis zwei Tage.

Einlagerung

Unser Partnerlabor Swiss Bioscience in Zürich gewinnt aus dem Fett die stromale vaskuläre Fraktion (SVF), ein Gemisch regenerativer Zellen, und reinigt und vermehrt daraus die Stammzellen. Beides wird tiefgekühlt eingelagert, wahlweise für 5 bis 25 Jahre.

Stammzellen verlieren mit dem Alter an Kraft; eingelagert bleiben sie so jung wie am Tag der Entnahme. Werden später Zellen gebraucht, lassen sie sich ohne neue Entnahme weiter vermehren.

Ideal ist die Entnahme aus einem gesunden Körper. Möglich ist sie aber auch im hohen Alter oder bei bestehenden Krankheiten.

Anwendung

Stammzellen und SVF dürfen in der Schweiz nur nach den Vorgaben von Swissmedic angewendet werden. Zurzeit sind das:

  • die subkutane Anwendung (unter die Haut)
  • die Brustvergrösserung
  • die Wundheilung

Weltweit werden Stammzellen in klinischen Studien eingesetzt, unter anderem bei Arthrose, Gefässleiden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Multipler Sklerose, ALS und Augenleiden. Was sich dort bewährt und zugelassen wird, steht Ihnen mit eingelagerten Zellen später offen. Versprechen können wir es nicht.

Der Boden entscheidet

Stammzellen sind die genialen, mikroskopisch kleinen Arbeiter der Natur: Sie reparieren und regenerieren Gewebe, wo und wann immer es nötig ist. Für ihre volle Leistung sind diese Zellen und ihre Wachstumsfaktoren aber auf ein möglichst gutes Umfeld angewiesen. Es ist wie beim Säen: Nicht der Same entscheidet, ob er wächst und gedeiht, sondern der Boden, in den er fällt.

Unser Anspruch ist deshalb nicht nur eine optimale Entnahme der Stammzellen, sondern auch die bestmögliche Anwendung und Nachbetreuung – damit Sie das bestmögliche medizinische Ergebnis erreichen.

In der Beratung, die in der Regel 30 bis 60 Minuten dauert, interessiert uns Ihre Krankengeschichte ebenso wie Ihre Gewohnheiten: Rauchen, Ernährung, Sport. Auch die Zähne können den Erfolg einer Behandlung beeinflussen, vor allem Schwermetalle aus Amalgamfüllungen oder entzündete wurzelbehandelte Zähne, die ihre Toxine und Entzündungseiweisse im ganzen Körper verbreiten.

Am besten regeneriert der Körper in einem basischen Milieu (das Ungeborene wächst und gedeiht im sehr basischen Fruchtwasser). Deshalb prüfen wir auch den Säure-Basen-Haushalt und zeigen Ihnen, wie sich ein Ungleichgewicht ausgleichen lässt: mit Nahrungsergänzung, Ernährung und speziellen Infusionen.

Der Ablauf

  • Beratung in der Seegarten Klinik: Wir klären, ob Entnahme und Einlagerung für Sie sinnvoll sind.
  • Voruntersuchung in der Swiss Central Clinic und Blutentnahme für die Serologie.
  • Kleine Fettabsaugung in der Swiss Central Clinic.
  • Transport ins Labor unter kontrollierten Bedingungen; Ihr Material erhält einen eindeutigen Code.
  • Aufbereitung im Reinraum: zuerst die SVF, daraus die Stammzellen. Beide werden auf Qualität und Sterilität geprüft.
  • Einlagerung in Portionen zu je 5 Millionen Zellen.
  • Sie erhalten ein Zertifikat über die Einlagerung. Werden die Zellen abgerufen, begleitet sie ein Analysezertifikat.

Qualität und Sicherheit

Die Swiss Bioscience GmbH wurde 2014 in Zürich gegründet. Sie ist nach eigenen Angaben das erste und einzige von Swissmedic bewilligte Unternehmen, das Stammzellen in pharmazeutischer Qualität unter cGMP-Bedingungen (Good Manufacturing Practice) isoliert, vermehrt und einlagert.

Gelagert wird in der Gasphase über flüssigem Stickstoff, in Tanks mit Temperaturfühlern und Alarm; für den Störfall stehen Reservetanks bereit. Die Zellen gehören Ihnen: Auf Wunsch werden sie in geschlossener Kühlkette an den Ort der Behandlung geliefert.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit muss ich einplanen?

Ein Beratungsgespräch von 30 bis 60 Minuten, danach an getrennten Tagen die Blutentnahme und die Entnahme des Fetts, die etwa eine Stunde dauert. Bei der Aufbereitung im Labor müssen Sie nicht dabei sein.

Ist der Eingriff schmerzhaft?

Die Entnahmestelle wird so betäubt, dass das Absaugen selbst schmerzfrei ist. Ein gewisses Unbehagen und Nachwirkungen der Betäubung am Tag des Eingriffs sind möglich; darüber werden Sie im Vorgespräch genau aufgeklärt.

Sieht man danach etwas?

Es entsteht meist ein ausgedehntes Hämatom, das sich innerhalb einer Woche weitgehend zurückbildet. Das Fett wird symmetrisch entnommen, die Körperform ändert sich nicht. Zurück bleibt auf beiden Seiten des Bauchs ein kleiner Einstich, der in ein bis zwei Wochen verheilt und kaum sichtbar ist.

Wer kann seine Zellen einlagern?

Erwachsene ab 18 Jahren. Bei Hepatitis oder einer anderen Infektionskrankheit ist die Einlagerung nicht möglich. Wer Medikamente nimmt, kann in der Regel trotzdem einlagern; bringen Sie Ihre Medikamentenliste zur Beratung mit.

Ihre Ansprechpartner

In der Seegarten Klinik betreuen Sie Dr. med. John van Limburg Stirum und Dipl. med. Simon Reichel.

Beratung vereinbaren

Angebote