Osteoporose-Beratung in der Seegarten Klinik
Osteoporose ist mehr als ein Kalziummangel: Der Knochen verliert Masse und Elastizität. In der Osteoporose-Beratung schätzen wir Ihr persönliches Risiko ab und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Knochen stärken können – mit Bewegung, Nährstoffen und, wo nötig, weiteren Therapien.
Osteoporose ist selten eine Knochenkrankheit, sondern meist ein Spiegel systemischer Störungen.
Die Beratung richtet sich an Frauen und Männer mit der Diagnose Osteoporose, mit Risikofaktoren oder mit Fragen zu einer laufenden Behandlung.
Was die Knochendichtemessung sagt – und was nicht
Die Diagnose Osteoporose stützt sich heute meist auf die Knochendichtemessung (DEXA) und den daraus errechneten T-Score: Liegt er unter −2,5, gilt der Knochen als osteoporotisch.
Die Messung hat Grenzen. Dichte ist Masse pro Volumen; die DEXA durchleuchtet den Knochen aber nur in zwei Dimensionen und misst eine Flächendichte in Gramm pro Quadratzentimeter. Geräte, Referenzdatenbanken und Korrekturfaktoren unterscheiden sich, und die Messung selbst schwankt um bis zu 3 % an der Lendenwirbelsäule und bis zu 5 % an der Hüfte.
Was die DEXA nicht zeigt
- die Stärke des Knochens
- seine Struktur und Qualität
- seine Fähigkeit, sich zu reparieren
- seinen Stoffwechsel
Die Knochendichte sagt auch wenig über das Bruchrisiko: Die Zunahme der Knochendichte erklärt nur 4 bis 28 % des Rückgangs an Frakturen (Li 2001, Cummings 2001, Sarkar 2001).
Der T-Score kennt Ihr Gewicht nicht
Der T-Score vergleicht Ihre Knochendichte mit der von gesunden Erwachsenen im Alter von etwa 25 bis 30 Jahren. Krankheit wird so als Abstand zur Jugend definiert. In die Auswertung gehen Alter, Geschlecht und Grösse ein – das Körpergewicht nicht.
Knochen tragen aber Gewicht: Je schwerer ein Mensch, desto dichter seine Knochen. Viele schlanke Frauen erhalten deshalb die Diagnose Osteoporose, obwohl sie lediglich leichte Knochen für wenig Gewicht haben. Mit der Muskulatur verhält es sich ähnlich.
Wer im gelben oder roten Feld, aber über, auf oder knapp unter der Geraden liegt, braucht keine Behandlung. In der üblichen Auswertung gelten diese Menschen alle als osteopenisch oder osteoporotisch – und erhalten eine Osteoporose-Therapie, die sie gar nicht benötigen.
Umgekehrt kann ein übergewichtiger Mensch trotz normaler Knochendichte eine osteoporotische Konstellation haben – dann nämlich, wenn sein B-Score tief ist. Das kommt aber selten vor.
Der B-Score: Knochendichte im Verhältnis zum Gewicht
Der B-Score («Bone Score») setzt Ihre gemessene Knochendichte ins Verhältnis zu Ihrem Körpergewicht. Der Normalbereich liegt zwischen 0,87 und 1,13; darunter ist die Knochendichte für Ihr Gewicht gering. Tragen Sie die Knochendichte der Lendenwirbelsäule (L1–L4) aus Ihrem DEXA-Bericht und Ihr Gewicht ein.
Nur zu Forschungszwecken: Der B-Score ist kein anerkanntes Diagnosekriterium und ersetzt keine ärztliche Beurteilung. Ihre Angaben und das Ergebnis werden ohne Namen auf unserem Server gespeichert und statistisch ausgewertet. © 2024 John van Limburg Stirum
Bitte tragen Sie für den Ausdruck das Jahr der DEXA-Messung ein.
Bitte bringen Sie den Ausdruck zu einem Termin in der SGK mit.
Wie wir abklären
Wir suchen nach den Ursachen. Osteoporose kann die Folge anderer Störungen sein:
- Hormonell: Überfunktion der Nebenschilddrüse, Überfunktion der Schilddrüse, Cushing-Syndrom, Mangel an Geschlechtshormonen
- Entzündlich: rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, chronische Niereninsuffizienz
- Blut und Tumoren: Multiples Myelom
- Neurologisch: Immobilität, Parkinson, Zustand nach Schlaganfall
- Funktionell: Muskelschwund (Sarkopenie)
Auch Medikamente können den Knochen schwächen:
- Cortison
- Antidepressiva
- Magenschoner (Protonenpumpenhemmer)
- GnRH-Analoga
- Aromatasehemmer
- Antidiabetika (Glitazone)
- Antiepileptika
- Hoch dosierte Schilddrüsenhormone
Labor bei Osteoporose
Im Labor lässt sich verfolgen, was die Dichtemessung nicht zeigt – der Stoffwechsel des Knochens:
- Knochenabbau: CrossLaps im Blut, Desoxypyridinolin im Urin
- Knochenaufbau: Prokollagen Typ 1 (P1NP) im Blut
- Neu: Kalzium-Isotope im Blut – das Verhältnis von Aufbau und Abbau
Mehr dazu: Bluttuning, Vorbereitung auf das Labor.
Wie wir behandeln
Das Problem der Osteoporose besteht in einem Schwund der Knochenelastizität (durch das Überwiegen der Kalziumsalze) und der Knochenmasse (durch den verstärkten Abbau der organischen Knochensubstanz, der Eiweisse). Unter diesen Voraussetzungen können Unfälle mit ungeschickten Stürzen im Alter eher einen Knochenbruch zur Folge haben. Bei einer fortgeschrittenen Osteoporose können aber bereits kleine „Traumen“ wie Einkaufstasche aufheben, Bücken oder gar nur das Niesen eine Fraktur auslösen.
Frakturen verhindern
Ein Knochenbruch hat selten nur eine Ursache. Neben der Osteoporose zählen der Verlust an Beweglichkeit und Gleichgewicht, nachlassende Sehkraft und Reaktion, Muskelschwund – und die Risiken, die jemand eingeht. Daran setzen wir an:
- Beweglichkeit verbessern: Bewegung, Hüpfen
- Krafttraining
- Ausreichend Eiweiss – dazu gehören gute Zähne und kräftiges Kauen
- Gleichgewicht verbessern
- Sehkraft optimieren
- Reaktionsfähigkeit trainieren
- Nahrungsergänzung – aber kein Kalzium
Tatsache ist, dass altersbedingter Bewegungsmangel mit Muskelschwäche und Gangunsicherheit die häufigsten Fraktur-Ursachen darstellen, weshalb gerade hier die therapeutischen Massnahmen beginnen sollten. Nicht nur wird durch eine regelmässige sportliche Aktivität mit leichtem Bodybuilding die Muskulatur gefördert, sondern auch die Beweglichkeit, die Agilität und die Fähigkeit Gefahrensituationen besser auszuweichen.
Aus medizinischer Sicht sind es gerade die Senioren, die mit Aktivität Lebensqualität, -gefühl und -erwartung signifikant steigern können und sollen. Studien aus den USA konnten bei über 80-Jährigen eine Kraftzunahme von mehr als 50% (!) verzeichnen.
Sport: Der Knochen braucht Belastung
Mechanische Belastung ist der entscheidende Reiz für den Knochenaufbau; ohne Belastung baut der Knochen rasch ab. Entscheidend ist die Kraft, die auf den Knochen wirkt:
Säure-Basen-Haushalt
Ein basisches Milieu aktiviert die knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) und fördert die Mineralisierung. Säure hemmt den Aufbau und fördert den Abbau. Zur Behandlung gehört deshalb der Basenausgleich.
Unterstützung der Knochenneubildung mit Nährstoffen
- Vitamin K (Knochenneubildung)
- Vitamin D (Kalzium-Einbau)
- Magnesium (Vit. D Aktivierung)
- Mangan (Notwendig für Knochenbindegewebe und Mineralisierung)
- Folsäure (Verhindert Homozysteinbildung, welche den Knochen schadet)
- Vitamin B6 (Reduziert Homozystein, Quervernetzung kollagener Fasern)
- Vitamin B12
- Vitamin C (Osteoporose bei Vitamin C Mangel (Skorbut))
- Bor (Vitamin D Stoffwechsel)
- Silizium (Stabilisierung des Kollagens durch Querverbindungen)
- Zink (Erhöht die Aktivität von Vit. D)
- Kupfer (Quervernetzung kollagener Fasern)
- Molybdän
- Kaliumcitrat (Basenausgleich)
- Isoflavon (Pflanzenstoff, der an die Östrogenrezeptoren der Knochenzellen bindet)
Dazu gehört ausreichend Eiweiss und Kollagen. Ab etwa 55 Jahren oder unter Magenschonern fehlt oft Magensäure; Eiweiss und Kalzium werden dann schlechter aufgenommen.
Kalzium: nicht als Tablette
Mehr Kalk bedeutet nicht mehr Knochen. Kalziumtabletten haben aber Risiken: In einer Metaanalyse erhöhten reine Kalziumpräparate das Risiko für Herzinfarkt um bis zu 30 Prozent, vor allem bei mehr als 800 Milligramm pro Tag (Bolland et al., British Medical Journal 2010). Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie hält fest: «Eine Calciumzufuhr mittels Tabletten kann, wenn sie über 500 mg/Tag dosiert ist, Nierensteine und Gefässverkalkungen nach sich ziehen» (2022).
Medikamente
Osteoporose-Medikamente wirken auf zwei Wegen: Sie hemmen den Knochenabbau (Bisphosphonate, Denosumab, Raloxifen) oder regen den Aufbau an (Teriparatid, Romosozumab). Ob ein Medikament für Sie sinnvoll ist, besprechen wir in der Beratung – zusammen mit dem, was Sie selbst tun können.
Mehr dazu: Sportmedizin für das Krafttraining, Endokrinologie & Diabetologie für die Hormone. Im MediWiki: Vitamin D, Säure-Basen-Haushalt.
Patientenbeispiel
Diese Patientin war 61-jährig, als sie mit der Diagnose einer Osteoporose konfrontiert wurde. In der Folge erhielt sie Bisphosphonate, Medikamente, welche den Knochenabbau hemmen. 2009 konnte schon ein erster Erfolg an Hand der Knochendichtemessung verzeichnet werden. Auf Grund von Nebenwirkungen wurde auf ein Präparat mit Kalzium und Vitamin D gewechselt. Zwei Jahre später musste man wieder einen Knochenrückgang verzeichnen. Aus diesem Grunde haben wir die Behandlung auf unsere spezielle (nebenwirkungsfreie) Mikronährstofftherapie umgestellt. Ganz deutlich ist zu erkennen, wie die Knochendichte seither konstant zugenommen hat. Kürzlich wurde wieder die Knochendichte gemessen. Inzwischen ist die Patientin 73-jährig (!) und wies innerhalb der letzten 3 Jahren eine weitere Knochendichtezunahme von 15% auf! Kommentar des Röntgenarztes: „Das kann ich mir nicht erklären.“
Wir schon.
Hintergrund: Die Osteoporose-Story
Was Osteoporose ist – und was nicht
Die Osteoporose ist eine bestimmte Krankheit, die klar von der normalen Abnahme der Knochendichte im Alter (sog. Osteopenie) zu unterscheiden ist. Die Knochen wurden früher erst dann als osteoporotisch bezeichnet, wenn Frakturen, üblicherweise der Wirbelsäule oder der Hüft- und Handgelenke durch inadäquate leichte Traumen entstanden sind. Nach neuer Begriffsbildung ist heute jegliche Abnahme der Knochenmasse eine Osteoporose, auch wenn Frakturen ausbleiben. Durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung und dem zivilisationsbedingten Bewegungsmangel und Fehlernährung tritt aber die Osteoporose zunehmend in Erscheinung. Selbstverständlich existierte bereits zu den alten Zeiten dieses Leiden.
Die in der Geschichte auftauchenden „Hexen“ als alte gebeugte Frauen bestätigen diese Beobachtung. Es sei dahingestellt, wie viele Frauen als Hexen verbrannt wurden, nur weil sie an Osteoporose litten.
So verbreitet und gut erforscht diese Knochenveränderung auch sein mag, bestehen in der Definition der Krankheit und damit auch in den empfohlenen therapeutischen Massnahmen grosse Widersprüche. Im Folgenden wird eine Auswahl aufgeführt:
Im Medizinstudium musste jeder Student genauestens die Unterscheidung zwischen der Osteoporose und der sog. Osteomalazie kennen. Erstere bestand in einem Knochen„schwund“ und letztere in einer Knochenerweichung. Die falsche Antwort an der Prüfung wäre mit einem deutlichen Notenabzug quittiert worden. Trotzdem wird in der klinischen, pharmakologischen Medizin die Osteoporose praktisch der Osteomalazie gleichgestellt. Überall, wo von der Ursache und der Behandlung der Osteoporose die Rede ist, wird Kalziummangel zitiert, und genau dieser bedingt die Osteomalazie! Im Studenten-Lehrbuch der Orthopädie von Dr. Alfred M. Debrunner wird die Knochenentwicklung im Alter folgendermassen (korrekt) erläutert: „Während im Knochen des Kindes der Anteil der organischen Substanzen (Kollagen) noch verhältnismässig gross, der Knochen noch biegsam ist, nimmt im Alter der anorganische Anteil (Kalziumsalze) ständig zu, die Knochen werden starrer und brüchiger“. Nach der WHO ist „die Osteoporose eine Krankheit, die charakterisiert ist durch geringe Knochenmasse und Verschlechterung der Feinstruktur des Knochengewebes, welches zu erhöhter Knochenbrüchigkeit und letztlich zu einem höheren Frakturrisiko führt“. Von Kalzium ist auch in den WHO Schriften nicht die Rede. Damit können wir sofort erkennen, dass die Osteoporose nicht ein Kalziumproblem darstellt und nicht durch Kalziumgaben gelöst wird.
Warum Kalzium allein nicht hilft
Dass die Knochenbildung keinesfalls von der „Auffüllung“ mit Kalzium abhängt, zeigt folgendes Phänomen: Eine Kuh gibt täglich zweimal 20-25 Liter Milch. Diese enthält durchschnittlich 1% Kalk; dem entspricht eine tägliche Kalziumausscheidung von 400g. Die Kuh nimmt aber von den für Menschen empfohlenen „offiziellen“ Kalziumquellen als reine Vegetarierin nichts zu sich. Damit entsteht die peinliche Frage: Woher nimmt sie den Kalk? Die Kuh leidet nicht an Kalziummangel oder gar an Osteoporose obwohl sie die Milch hergibt und nicht trinkt!
Was geschieht nun, wenn man dem Organismus in „ausreichender Menge“ Kalzium anbietet, wie üblich mit Vitamin D? Dann zwingt man den Organismus, das Kalzium einzubauen. Da dieses aber nur in eine bereits vorhandene organische Substanz eingebaut werden kann, diese aber im Knochen nicht genügend vorhanden ist, muss die Einlagerung an einem anderen Ort geschehen, z. B. in arteriosklerotischen Plaques der Aorta. Tatsächlich kann man auf Röntgenbilder stossen, bei denen sich die kalziumhaltige Aorta dichter darstellt als die Wirbelsäule.
Ein mangelnder Kalkgehalt im Kindesalter ist die Rachitis. Dennoch ist die Kalkzufuhr wirkungslos.
Was die Knochendichtemessung misst
Eine weitere Diskrepanz entstand mit der Einführung der Knochendichte-Messung (sog. Densitometrie). Mit diesem Verfahren soll die Osteoporose erkannt und der Erfolg einer Therapie beurteilt werden. Die Methode geht aber wiederum am Problem vorbei. Uns interessiert das Risiko eines pathologischen Knochenbruches. Die Bruchresistenz ist aber nicht vom Kalziumgehalt abhängig (und das ist das einzige, was in der Densitometrie gemessen wird), sondern von der Elastizität. Wir wünschen uns doch im Alter jugendliche Knochen, „Kinderknochen“. Die kann man kaum brechen.
Weshalb? Weil sie biegsam sind und noch nicht verkalkt! Steckten Sie einen kindlichen Knochen in die Densitometrie, müsste aber zwangsläufig das Resultat einer hochgradigen Osteoporose herauskommen! Die Knochen sind kaum zu erkennen. Und natürlich kann man mit dieser Methode „beweisen“ dass eine Kalziumtherapie die Osteoporose bekämpft. Durch die Einlagerung von Kalk wird Knochenneubildung lediglich vorgetäuscht, durch die Verkalkung vorher röntgenologisch unsichtbarer (da noch knorpelig und unverkalkt) Knochenbälkchen. Legen sie zum Spass eine Kalksäule wie Kreide in den Röntgenstrahlengang, wird eine phantastische Knochendichte herauskommen. Aber.… es gibt kaum etwas Brüchigeres!
Zusammenfassender Bericht des Arbeitsausschusses „Ärztliche Behandlung“ des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Beratungen des Jahres 1999 zur Bewertung der Osteodensitometrie gemäss §135 Abs.1 SGB V 22.03.2000
Die Osteodensitometrie ist zwar national und international zur Diagnostik der Osteoporose weit verbreitet, aber medizinisch-fachlich seit Jahren umstritten. Seit der Entwicklung und Verbreitung der Osteodensitometrie wurden im In- und Ausland immer wieder Gutachten oder Stellungnahmen in der wissenschaftlichen Fachliteratur veröffentlicht, die die Aussagefähigkeit und den Nutzen dieser Diagnostik in Teilen oder sogar insgesamt in Frage stellen. So ist bekannt, dass nur ein Teil der Patienten mit erhöhter Knochenbrüchigkeit erniedrigte Messwerte in der Osteodensitometrie aufweisen und umgekehrt erleiden viele Patienten mit erniedrigten Messwerten der Osteodensitometrie keine Frakturen. Das heisst, der Zusammenhang zwischen dem Messwert der Osteodensitometrie und tatsächlich eintretenden osteoporose-bedingten Frakturen ist nicht zuverlässig. In Zweifel gezogen wird vor allem die Anwendung der Methode zur Entscheidung über die Anwendung präventiver Massnahmen, die über viele Jahre bis zu mehreren Jahrzehnten fortgesetzt werden müssen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Hormonsubstitutionen bei Frauen nach der Menopause oder um die jahrelange Gabe von anderen hochwirksamen Medikamenten, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen.
Östrogene
Es ist ja bekannt, dass sie häufiger an Osteoporose leiden als Männer. Und wo liegt der kleine Unterschied? Richtig! Die Frauen produzieren Östrogene und die Männer nicht. So lange Frauen Östrogene aufweisen, seien sie vor Osteoporose geschützt. Nach der Menopause geht es bergab. Die absolut natürliche weibliche Postmenopause (in Japan gibt es nicht einmal ein Wort für die Menopause) wurde von der westlichen Medizin und der Presse in eine Östrogenmangelkrankheit verwandelt und ist ein weiterer Ausdruck des heutigen Reduktionismus in der Medizin. Östrogene müssen her. Aber hier treffen wir auf weitere Widersprüche. Es wurde Knochenschwund erkannt bei Frauen mit sog. anovulatorischen Zyklen, was soviel heisst, wie fehlender Eisprung. Bei diesen Frauen fehlt aber nicht das Östrogen, sondern das Progesteron. Tatsächlich wurde aus USA bereits berichtet, dass die alleinige Verabreichung von Progesteron die Knochenmasse vergrössert. Östrogene hätten höchstens eine revitalisierende Wirkung.
Östrogene müssten etwa 20 Jahre lang eingenommen werden, um eine hohe Knochendichte bis ins Alter aufrechtzuerhalten. Diese Medikation ist aber nicht nebenwirkungsfrei, da das Risiko an Gebärmutterkrebs oder Brustkrebs steigen kann. Niemand weiss heute, ob der Nutzen den Schaden tatsächlich überwiegt.
Übergewichtige Frauen haben es gut. Sie produzieren in ihrem Fettgewebe Östrogene und sind deshalb vor der Osteoporose gefeit (so die gängige schulmedizinische Meinung). Hier wird wieder ein Erklärungsversuch auf der tiefsten Ebene des medizinischen Wissens erbracht. Tatsache ist, dass die Osteoporose ein sehr komplexes Geschehen darstellt mit einer noch unüberschaubaren Anzahl unbekannter Faktoren. Aber die einfache Beobachtung und das Vertrauen in die Natur kann uns da vielleicht weiterhelfen. Spätestens seit der Raumfahrt ist bekannt geworden, dass die Schwerelosigkeit sehr rasch eine Osteoporose auslösen kann. Da sagt sich die Mutter der Schöpfung: wozu kräftige Knochen, wenn ich nichts zu tragen habe? Deshalb weisen auch viele schlanke Patienten eine „Osteoporose“ auf in der Knochendichtemessung. Hier werden sie zu einem Opfer der Statistik (Der Normalgewichtige ist schwerer). Übergewichtige sind auf schwere dichtere kräftigere Knochen angewiesen und weisen aus diesem Grunde ein „geringeres“ Osteoporose-Risiko auf. Dafür müssen ihre Knochen auch mehr Gewicht bei einem Sturz auffangen können.
Osteoporose-Kampagnen
Immer wieder werden wir mit solchen Kampagnen konfrontiert. Es sind unverwechselbare Verkaufsinstrumente für Medikamente aus der Pharmabranche. Zwar werden auch Ansätze wie Sport und Ernährung angesprochen, aber vordergründig bleibt stets die medikamentöse Behandlung, in der Regel mit den sog. Bisphosphonaten (Milliardengeschäft, sog. „Blockbusters“). Diese verhindern den Knochenabbau aber erzeugen damit auch eine Überalterung der Knochensubstanz. Zudem darf man sich nicht durch die Einnahme solcher Arzneimittel in einer falschen Sicherheit bewegen: „Mir kann jetzt nichts mehr passieren...“. Ernährung und Sport, insbesondere Antigravitationstraining wie in einem Fitnessclub, sind nach wie vor die BESTEN Voraussetzungen für eine langjährige Knochengesundheit.
Also... bei der nächsten Kampagne lassen Sie sich nicht zu schnell zu einer medikamentösen Therapie überreden. Besprechen Sie immer die Vor- und Nachteile, insbesondere die Alternativen, mit Ihrem Hausarzt.
Trotz den vielen offenen Fragen und Widersprüchen ist es für jeden einzelnen möglich, das persönliche Risiko an Osteoporose abzuschätzen und mit etwas Motivation, bei frühestmöglichem Beginn und jahrelangem Durchhaltevermögen sich vor der Osteoporose zu schützen.
«Puls» vom 26.2.2018: Probleme mit Prolia
Kommentar von Dr. med. John van Limburg Stirum
In der Sendung ist von einem „Rebound Effect“ die Rede. Dass die Wissenschaftler erstaunt sind über dieses Phänomen überrascht. Es ist bekannt bei allen biologischen Systemen, dass jede Unterdrückung einer natürlichen Funktion danach mit einer Gegenreaktion geantwortet wird. Als Beispiel sei das Barfusslaufen im Schnee erwähnt. Nachher sind die Füsse heiss! Dieses Phänomen tritt jedoch nicht auf, wenn Vergiftungen im Spiel sind, wie bei den knochenabbauhemmenden Bisphosphonaten. Bemerkenswert ist somit die Empfehlung der Schulmedizin, nach der Anwendung dieser monoklonalen Antikörper die Therapie mittels Bisphosphonaten auszuschleichen. Also zuerst Unterdrückung und anschliessend Vergiftung.
Zum Glück gibt es natürliche Mittel und Verfahren, welche im Gegensatz dazu den Knochenaufbau fördern und damit möglicherweise eine Alternative zu der Standardtherapie darstellen.
