Fragen? +41 44 716 48 48

Geschlechtshormone

Obwohl die unbestrittene Sieger in der Antiagingmedizin nicht die Hormone sind sondern ausreichend Schlaf, Bewegung und gesunde Nahrung werden weiterhin die Hormone stets als Schlüssel zum Jungbrunnen dargestellt.

In der Tat hat die ganze AntiAging Medizin mit den Hormonen begonnen, dann als die Frauenärzte die Hormonersatztherapie in der Postmenopause eingeführt haben. Hormonspiegel wie die Jungen. Das war und ist heute noch weitverbreitet das Credo.

In der Tat haben die Hormone weitreichende Wirkung auf unserem Körper. Sie sind auch wichtige Verbindungsglieder unserer Organfunktionen mit unserem Gehirn!

Betrachten wir die wichtigsten Geschlechtshormone im einzeln.

Östrogen

Der potenzielle Einfluss von Östrogen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des weiblichen Organismus ist enorm. Durch seine vielfältige und scheinbar paradoxe Wirkungsweise kann dieses so wichtige Hormon unterschiedlichste Auswirkungen auf viele Leiden habe wie beispielsweise Brustkrebs, Osteoporose, Herzerkrankung und Autoimmunkrankheiten. Neuere wissenschaftliche Forschungsarbeiten geben Aufschluss darüber, wie dieses Hormon im Körper metabolisiert wird. Diese Erkenntnisse erleichtern den Medizinern das Verständnis für die Doppelnatur des Östrogens und führen dazu, dass effektivere therapeutische Maßnahmen ergriffen werden können.

Östrogen wird auf zwei Wegen metabolisiert. Über einen Stoffwechselweg wird Östrogen in einen hochaktiven Metaboliten, das sogenannte 16-alpha-Hydroxyöstron (16alpha-OHE1), umgewandelt, der stimulierend auf Zielgewebe wirkt. Die Konzentrationen von 16-alpha-Hydroxyöstron können als Folge von Fettleibigkeit, Alkoholkonsum und toxischer Exposition ansteigen. Hohe Konzentrationen dieses aktiven Metaboliten werden mit einem erhöhten Risiko und einer schlechteren Prognose bei Leiden wie Brustkrebs und Lupus, d.h. Erkrankungen, die mit einem Übermaß an Östrogen assoziiert werden, in Verbindung gebracht.

Wechselweise kann der Körper Östrogen in einen sehr viel weniger aktiven Metaboliten, das sogenannte 2-Hydroxyöstron (2-OHE1), abbauen. Dieses Stoffwechselprodukt bindet nur schwach an Zellrezeptoren und kann die Zellproliferation hemmen. Stark erhöhte Konzentrationen können jedoch das Risiko für Leiden wie Herzerkrankung, Depression und Osteoporose, d.h. Krankheiten, die mit Östrogenmangel in Zusammenhang gebracht werden, vergrößern.

Leinsamen (Lignane), Sojaprodukte (Flavonoide), Gemüsesorten aus der Familie der Kreuzblütler (Indol-3-Carbinol), körperliche Bewegung und Omega-3-Fettsäuren können das Risiko für östrogenabhängige Erkrankungen reduzieren, da sie das 2-/16-alpha-Hydroxyöstron-Verhältnis positiv beeinflussen. Die Analyse zur Beurteilung des Östrogenmetabolismus kann zur Überwachung verschiedener therapeutischer Maßnahmen (darunter auch Hormonersatztherapie) eingesetzt werden und ermöglicht einen Einblick in deren klinische Sicherheit und Wirksamkeit.

Wirkungen von Östrogen

  • Fördert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut
  • Stimuliert die Brust
  • Erhöht den Fettgehalt des Körpers
  • Schränkt die Funktion der knochenabbauenden Zellen leicht ein

Nebenwirkungen von Östrogen

  • Erhöht die Blutgerinnung
  • Risiko von Infarkt und Embolie
  • Verringert die sexuellen Lustgefühle
  • Verschlechtern die Blutzuckerwerte
  • Verlust von Zink und Speichern von Kupfer
  • Reduziert den Sauerstoffspiegel in den Zellen
  • Erhöhtes Risiko von Brustkrebs
  • Erhöhtes Risiko von Gebärmutterkrebs
  • Hemmt Ausscheidung von Kochsalz und Wasser
  • Stauung
  • fördert Depression und Kopfschmerzen
  • Verringert die Wirkung der Schilddrüsenhormone
  • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Stoffwechselträgheit
  • reduziert die Spannkraft der Blutgefässe
  • Venen-Gefässprobleme

E2 / E16 Quotient

Östrogene werden im Körper über verschiedene Metabolisierungswege abgebaut. Hierbei gilt der Abbau zu 2-OH-Estrogen als sicherer Weg, während das 16-OH-Estrogen krebserregende Eigenschaften besitzt. Das Verhältnis von 2-OH-E zu 16-OH-E sollte also möglichst hoch sein. Niedrige Quotienten erhöhen die Gefahr für Brust- und Gebärmutterhalskrebs sowie Prostatacarcinome beim Mann. Ein adäquates Gleichgewicht zwischen 2-Hydroxyöstron und 16-alpha-Hydroxyöstron ist somit entscheidend für einen gesundheitsfördernden Östrogenmetabolismus im weiblichen Organismus. Die Messung dieser zwei Metaboliten erlaubt es dem Mediziner eine individuell ausgerichtete Therapie, die die besonderen Gesundheitsrisiken einer Patientin miteinbezieht, zu entwickeln.

Günstige Beeinflussung des Quotienten durch:

  • Antioxidantien
  • Glutathion
  • Grapefruitsaft
  • Hanf-Isoflavone
  • Indol-3-Carbinol
    • Broccoli
    • Kohl
    • Weißkohl
  • Leinsamen
  • S-Adenosylmethionin
  • Soja

Progesteron

Progesteron schützt gegen die unerwünschten Östrogen-Nebenwirkungen, egal ob diese körpereigen vor der Menopause oder als Folge von Östrogenersatz auftreten.

Unter der Herstellung eines hormonellen Gleichgewichts versteht man die Wiederherstellung eines gesunden Progesteronspiegels.

Wirkungen von Progesteron

  • Erhält in der Schwangerschaft die Gebärmutterschleimhaut und den Embryo
  • Schützt vor Zysten in der Brust
  • Hilft Fett in Energie umzuwandeln
  • Natürliche Förderung der Wasserausscheidung
  • Natürliches Mittel gegen Depression
  • Fördert die Verwertung von Schilddrüsenhormonen
  • Schilddrüsenunterfunktion bessert
  • Stoffwechselträgheit bessert
  • Normalisiert die Blutgerinnung
  • Normalisiert Zink- und Kupferhaushalt
  • Stellt einen normalen Sauerstoffspiegel her
  • Schützt vor Gebärmutterkrebs
  • Schützt vor Brustkrebs
  • Stimuliert die Tätigkeit der knochenaufbauenden Zellen
  • Wirkungsvoller Schutz vor Osteoporose
  • Produziert körpereigenes Kortison
  • Lindert Rheumaschmerzen
  • Lindert Allergien

Nebenwirkungen von Progesteron

  • Müdigkeit
  • sonst keine

Testosteron

Mit zunehmendem Alter sinkt die Aktivität der Hoden und die Konzentration des freien, bioverfügbaren Testosterons fällt stark ab. Mit dem 50. Lebensjahr ist die Sekretion von Testosteron auf die Hälfte gesunken. Der Hauptgrund dafür ist der chronische Abbau der Leydig-Zellen in den Hoden, aber auch die veränderte Aktivität des hypothalamischen-hypophysären-gonadalen Systems und die Zunahme von Sexualhormon-bindenden Globulinen (SHBG) tragen zu dem Absinken der Testosteronkonzentration bei.

Testosteron übt einen starken Einfluss auf Emotionen, Kognition, Sexualfunktion, Muskelmasse und Kraft, Energiehaushalt, kardiovaskuläre Gesundheit und Knochenintegrität aus. Aus diesem Grund kann ein Testosteronmangel sehr unterschiedliche Folgen für die Gesundheit haben. Wegen der synergistischen Auswirkungen auf das Immunsystem, den Stoffwechsel und auf Entzündungsvorgänge können Störungen im Testosteronhaushalt bei einer Vielzahl von Erkrankungen, die von rheumatischer Arthritis, Herzleiden, Insulinresistenz und AIDS bis zu Adipositas, Osteoporose und Prostatakarzinom reichen, festgestellt werden.

Da Störungen des Testosteronhaushalts bei einigen dieser Erkrankungen selten berücksichtigt werden und die Andropause in der Regel symptomarm abläuft, wird ein chronischer Androgenmangel meist übersehen. Eine präzise Evaluation des Testosteronspiegels ist jedoch wichtig für die Beurteilung, inwiefern dieses Hormon an chronischen Krankheiten und degenerativen Alterungsprozessen beteiligt sein kann.

Oestrogen - Progesteron Profil

Normale Laboranalysen erfassen lediglich eine einzige Blutprobe. Diese Untersuchung deckt im besten Falle einen ausgeprägten Mangel oder einen Überschuss auf (Momentanaufnahme). Im Gegensatz dazu untersucht dieses Hormonprofil Speichelproben auf Östradiol und Progesteron über eine Zeitspanne von 28 Tagen. Zudem wird auch das Testosteron bestimmt. Die Konzentrationen von Östradiol und Progesteron und deren Verhältnisse werden graphisch aufgezeichnet, was eine Blickevaluation über den gesamten Monat ermöglicht. Abweichungen geben somit Hinweise auf Zyklusunregelmässigkeiten, Sterilität, PMS und andere chronische gynäkologische Störungen.

Speichel-Hormonevaluationen bieten auch andere eindeutige Vorteile. Gegenüber Serumbestimmungen, welche sowohl das gebundene als auch das ungebundene Hormon erfassen, spiegeln die Speichelkonzentrationen nur den freien, bioverfügbaren Anteil der Hormone wider. Diverse Faktoren wie Adipositas und Schilddrüsenfunktion beeinflussen die Sexualhormon-bindenden Globuline. Aus diesem Grunde können mit Hilfe von Speichelanalysen funktionelle Störungen besser erkannt werden.

Menopause

Die Postmenopause ist durch einen markanten Abfall der Östrogenproduktion und ausgeprägte physiologische und anatomische Veränderungen charakterisiert. Während viele Frauen den Übergang in diesen Lebensabschnitt kaum bemerken, kann die Reduktion der Hormonspiegel bei anderen Symptome wie Hitzewallungen, Vaginitis, Dyspareunie, Gedächtnisstörungen, Änderungen im Fettstoffwechsel und vorzeitige Alterung der Haut verursachen.

Wenn die Menopause erreicht wird, ist die Östrogenproduktion um 70-80% und die Androgenproduktion um 50% gesunken. Diese hormonellen Veränderungen können das Risiko, an Osteoporose oder kardiovaskulären Beschwerden zu erkranken, erhöhen. Zudem werden die Immunregulation, Stimmung, Zuckerregulation, Libido und Kognition beeinträchtigt. Wegen der bedeutungsvollen Präkursorrolle der Nebennieren in der Menopause kann sich eine Nebennierenstörung auf die menopausalen Sexualhormonmängel markant auswirken.

Die Bestimmung der Basalwerte von Östradiol, Progesteron und Testosteron ist ausschlaggebend für die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Hormonsubstitutionstherapie. Normale Hormonwerte bedürfen keiner Behandlung. Wenn die Analyse jedoch Abweichungen bei einzelnen Hormonen aufzeigt, kann der Arzt die Art und Dosierung einer Hormonbehandlung genau und individuell festlegen. Hohe Konzentrationen von Östrogen und Testosteron stellen ein erhöhtes Risiko für Brust- und Gebärmutterkrebs dar. Die Bestimmung der Sexualhormone spielt daher eine wichtige Rolle bei der Identifizierung der Kausalfaktoren von verschiedenartigen Symptomen, bei der Erkennung von Risiken für ernsthaftere Erkrankungen und bei der Feststellung der potentiellen Vorteile einer hormonellen Substitutionstherapie.

Hormonmangel-Symptome

Oestrogene
  • Hängende Brüste
  • Trockene Schleimhäute (bes. vaginal, Augen, Mund)
  • Kleine Fältchen
  • Hitzewallungen
  • Geringe oder keine Menstruation
  • Frühzeitige Menstruation
  • Schmerzhafte Bauch Krämpfe bei der Menstruation
  • Kopfschmerzen während der Menstruation
  • Gelenkschmerzen
  • Ständige Müdigkeit
  • Depression
  • Libidoverlust
  • Vorzeitiges Altern
  • Osteoporose
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen

Progesteron

  • Schmerzhaft geschwollene Brüste
  • Geschwollener Bauch, Beine, Arme, Finger
  • Übermäßig starke Menstruation
  • Ständige Bauchschmerzen bei der Menstruation
  • Kopfschmerzen vor der Menstruation
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Übermäßige Nervosität
  • Ängstlichkeit, Reizbarkeit
  • Leichter Schlaf
  • Zysten in Brust, Ovarien und Uterusfibrome
  • Brust- und Gebärmutterkrebs

Testosteron

  • Muskelrückgang
  • Muskelschwäche
  • Falten
  • Verlust emotionaler Stärke
  • Neigung zu Überdramatisierung
  • Verlust von Initiative und Selbstvertrauen, Zögerlich
  • Libidoverlust
  • Vorzeitiges Altern
  • Osteoporose

Hormonbehandlung bei der Frau

BEHANDLUNG PERIMENOPAUSE POSTMENOPAUSE

Estradiol (E2)

  • verleiht Energie
  • führt zu Wasseransammlungen
5.- 25. Zyklustag Anwendung vom 1.- 25. Tag des Monats

Progesteron

  • beruhigt und beseitigt Wasseransammlung
  • Vor dem Schlafen einnehmen
18.- 26. Zyklustag Anwendung vom 13.- 25. Zyklustag

Androgene / Testosteron

  • stärkt Geist und Muskeln
Durchgehend Durchgehend

 

Seegarten Klinik AG - Copyright 2024. All Rights Reserved.