Was wir essen und welche Mikronährstoffe unserem Körper zur Verfügung stehen, bestimmt unsere Gesundheit mit. Die orthomolekulare Medizin misst Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren im Blut und ergänzt gezielt, was fehlt. Sie sucht nicht nach Arzneimitteln, welche die Symptome beseitigen, sondern nach Mitteln, welche an der Ursache einer Erkrankung angreifen.
Die folgenden Abschnitte vertiefen die einzelnen Themen.
Orthomolekulare Medizin
1. Buch Moses 1.12.
Dieses Zitat kann heute aus der Evolution exemplarisch bestätigt werden. Es sind nur die Pflanzen, die in der Lage sind, alle organischen Substanzen herzustellen. Dazu benötigen sie lediglich Wasser, Kohlendioxid, Mineralstoffe (für sich „leblose" Gesteinsmaterie!) und Licht. Ohne die Erzeugnisse der Pflanzen wären die Tiere und wir Menschen nicht existenzfähig. Andrerseits besitzen wir einen grossen Vorteil: Wir brauchen nicht alle notwendigen Substanzen selbst zu bilden und sparen daher wesentliche Mengen an Energie ein. Somit ist der Mensch biochemisch gesehen bei weitem nicht das am höchsten entwickelte Lebewesen. Hier sind wir den Pflanzen und vielen Tieren unterlegen. Der Mensch, als integrativer Bestandteil der Natur, musste sich aus den Substanzen, die die Natur ihm geboten hat, aufbauen und hat sich von einer ganzen Reihe von „essentiellen Nährstoffen" abhängig gemacht.
Es sind deren ca. 45 „Orthomoleküle" aus den Gruppen der Mineralien, Spurenelementen, Fettsäuren, Aminosäuren und Vitamine. Gesunde, reine und lebendige Ernährung, eine ausreichende orthomolekulare Versorgung ist die Grundlage für das menschliche Wohlbefinden. Die orthomolekulare Medizin (OM) befasst sich somit mit der Verwendung der richtigen Substanzen und Molekülen in den richtigen Mengen. Die exakte Definition nach Linus Pauling lautet (Zweifacher Nobelpreisträger und Vater der Orthomolekularen Medizin, Bild rechts): „OM ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderungen der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden sind und für die Gesundheit erforderlich sind."
Die OM sucht nicht nach Arzneimitteln, welche die Symptome beseitigen sondern nach Mitteln, welche an der Ursache einer Erkrankung angreifen.
Was ist der Mensch?
Auf diese Frage suchen die Philosophen seit Jahrtausenden eine Antwort. Leichter zu beantworten ist dagegen, woraus der Mensch besteht: Hauptsächlich aus Wasser. Den Rest könnte man in verschiedenfarbigen Häufchen aufzählen: Das grösste würde aus fahlgelbem Eiweisspulver bestehen. Dann kommen schon die Mineralien: Zwei Kilo weisses Calcium, ein Kilo rotbrauner Phosphor, 90 Gramm gelber Schwefel, 120 Gramm silberweisses Magnesium, dazu eine Prise schwarzgraues Eisen, rötliches Kupfer, silbriges Chrom, braunes Selen, graues Zink, Mangan und Jod, metallisch glänzendes Molybdän und gelbgrünes Fluor. Mineralien sind wichtige Bausteine des Organismus. Einerseits verleihen sie verschiedenen Körperteilen, insbesondere den Knochen (Kalzium) und Zähnen (Fluor) die notwendige Härte, andererseits sind sie unentbehrlich als Co-Faktoren in unzähligen enzymatisch gesteuerten biochemischen Reaktionen. Sie sind beteiligt an der Nervenleitung, Zellwanddurchlässigkeit und -integrität, regulieren den Säure-Basen-Haushalt und den osmotischen Druck und damit den Wasserhaushalt der Zelle und des Bindegewebes. Verschiedene Umstände können zu einem inadäquaten Status von Mineralien führen: ungenügende Aufnahme, schlechte Verdauung und Resorption und Hemmung durch toxische Schwermetalle.
Affinität der Organe zu Mineralien
Gehirn
- Blei
- Quecksilber
- Mangan
- Aluminium
Schilddrüse
- Kobalt
- Jod
- Selen
Herz
- Calcium
- Magnesium
- Nickel
- Quecksilber
Lungen
- Arsen
- Cadmium
- Nickel
- Chrom
Leber
- Selen
- Beryllium
- Nickel
- Chrom
- Arsen
Nieren
- Quecksilber
- Cadmium
- Arsen
Fett
Cadmium
Knochen
- Cadmium
- Blei
- Strontium
Nerven
- Cadmium
- Blei
- Quecksilber
Haut
- Arsen
- Beryllium
Mineralien und Spurenelemente stellen einen grossen Teil der eigentlich nichtorganischen Bestandteile im Lebewesen dar und können nicht vom Organismus hergestellt, sondern müssen ausnahmslos zugeführt werden. Nach dem Tode und der Verwesung im Rahmen der Transformation „Staub zu Staub" sind es vor allem die Mineralien, die zurückbleiben und sich mit der Erde wiedervereinigen. In unserer modernen Zivilisation und mit unserer Umweltverschmutzung ist bedauerlicherweise das Verhältnis der gesunden Mineralien zu den schädlichen auf die Seite der letzteren verschoben. Es herrscht vielfach toxische Belastung von Schwermetallen und dazu im Verhältnis ein relativer oder auch absoluter Mangel an erwünschten Spurenelementen. Die Auswirkungen sind vielfältiger Natur. Eine Aufzählung erübrigt sich insofern, als dass praktisch jedes Symptom und Beschwerdebild zwar nicht ausschliesslich, aber häufig mit Disbalancen der Spurenelemente einhergehen kann.
Aminosäuren
werden durch Eiweisskonsum geliefert, um im menschlichen Organismus zu körpereigenem Eiweiss umgebaut zu werden. Es ist gleichgültig, ob Eiweiss als „natürliches" Nahrungsmittel oder als Gemisch von Aminosäuren aufgenommen wird. Der Organismus braucht eigentlich nicht „Eiweiss", sondern nur die darin enthaltenen Aminosäuren. Die vom Organismus selbst nicht herstellbaren Aminosäuren sind: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin. Die AS dienen der Produktion von Bausubstanzen, Hormonen und Enzymen. Letztere werden benötigt, um chemischen Reaktionen bei den im Körper vorherrschenden (relativ) niedrigen Temperaturen zu ermöglichen und zu steuern.
Fette & Fettsäuren
(FS) kommen in verschiedenen Arten in der Nahrung vor: gesättigte FS, einfach/mehrfach ungesättigte FS, Omega-3-FS und Omega-6-FS und bezeichnen damit die chemische Struktur mit der Anzahl sog. Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen. Die von Menschen benötigten sind die Omega 3 und 6 FS. Sie sind die Ausgangssubstanzen für die Herstellung der „Eicosanoide", die als „Gewebshormone" an zahlreichen wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt sind: Funktion der Bluttplättchen (Blutgerinnung, Herzkrankheiten), entzündliche Prozesse (Rheuma, Psoriasis, Ekzeme), Zellteilung (Krebs) wobei die Omega-3-FS auf die Funktionen einen hemmenden und die Omega-6-FS einen aktivierenden Effekt ausüben, weshalb in der OM nur die Omega 3 FS eine therapeutische Rolle spielen. Während früher das Verhältnis O-6-FS:O-3-FS in der Nahrung 3-4:1 betrug, liegt es heute bei 20:1! Die wichtigste Quelle von O-3-FS sind Fische und Fischöle.
Mineralstoffe und Spurenelemente
(= in Spuren vorkommende Mineralstoffe) werden auch als Elektrolyte bezeichnet, müssen ausnahmslos von aussen zugeführt werden. Sie dienen der Regulierung des Wasserhaushaltes, der Nierenfunktion, der Aufrechterhaltung der Funktion der Nerven, des Herzens und der Muskeln. Sie sorgen für ein ausgeglichenes Säurebasen Gleichgewicht, einen funktionstüchtigen Stoffwechsel durch Enzymaktivierung und Mineralisierung von Knochen und Zähnen.
Vitamine
sind im Gegensatz zu den anderen essentiellen Nährstoffen lebensnotwendige komplexe organische Moleküle, die der Organismus in dieser Form nicht selber herstellen kann. Vermutlich standen sie während der evolutionären Entwicklung des Menschen in so reichem Masse zur Verfügung, dass die Eigenproduktion nur eine Energieverschwendung bedeutet hätte. Fast alle vom Menschen benötigten Vitamine fehlen auch den meisten anderen Säugern: z.B. Vit A, B1, B2, B3, B6, B12, Pantothensäure, Vitamin E. Vitamin C ist eine Ausnahme. Alle Säuger sowie die meisten Vögel und Fische können Vit C aus Zucker (Glucose) selber herstellen. Entdeckt wurden sie praktisch immer anhand von schweren Erkrankungen bei deren Fehlen: Vit C: Skorbut, Vit D: Rachitis, Vit B1: Beriberi, Vit B3: Pellagra, Vit B12: Perniziöse Anämie. Durch die Versorgung der Bevölkerung mit diesen Nährstoffen sind diese Krankheiten kaum noch anzutreffen. Chemisch sind die Vitamine völlig unterschiedliche Substanzen, die im Körper die Funktion von Enzymen und Co-enzymen erfüllen. Sie ermöglichen somit lebensnotwendige biochemische Reaktionen. Im Falle eines Vitaminmangels erkranken wir, ein völliges Fehlen führt zum Tode. Vitaminmangelerscheinungen treten erst bei sehr fortgeschrittenen Mängeln auf. Bis dahin verläuft die Symptomatik ohne bewusst wahrgenommen zu werden, wie bspw. die Entwicklung von Arteriosklerose, Krebs oder vorzeitiges Altern. Zwar sind Krebs und Arteriosklerose keine Vitaminmangelkrankheiten, doch ist wissenschaftlich belegt, dass diese Krankheiten bei ausreichender Vitaminversorgung deutlich seltener sind.
Ernährungsempfehlungen
beziehen sich ausschliesslich auf die Bedarfslage des gesunden Menschen und auch hier nur auf Mengen, die ausreichen, um einen klinischen erkennbaren Mangel auszuschliessen. Hier bleiben aber wesentliche beeinflussende Faktoren unberücksichtigt: Rauchen, Alkohol, Aelterwerden, Erkrankungen des Verdauungstraktes mit Aufnahmestörungen, Wechselwirkungen mit Arzneimittel. Durch die Aufnahme der empfohlenen Mengen wird somit klinischen Symptomen vorgebeugt, sie schliesst aber einen latenten Mangel nicht aus. Grundsätzlich gilt: ausreichend hohe Dosierung, dauerhafte Anwendung, komplette Kombinationen OM Substanzen, nicht nur Einzelsubstitutionen.
Diagnostik
Die Blutanalyse
Serum
Blut bietet Informationen über das, was der Körper vor kurzem (von Stunden bis Tagen) absorbiert hat. Die Untersuchung ist geeignet, um akute Vergiftungen nachzuweisen oder auszuschliessen. Unser Körper versucht mit aller Kraft, die Zusammensetzung des Blutes als Transportmedium und „Futternapf" für unsere Zellen möglichst konstant zu halten. Allgemeine Aussagen über Körperbestand sind aus diesem Grunde hier nicht zu erbringen.
Vollblut / Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
Da die Erythrozyten eine Überlebensdauer von ca 120 Tage aufweisen, ist diese Untersuchung geeignet, mittelfristige Abweichungen der Mineralien zu erkennen.
Die Urinanalyse
Diese Messung widerspiegelt die Elemente, die der Organismus auszuscheiden versucht und gibt relativ zuverlässige Ergebnisse hinsichtlich einer allfälligen mittelfristigen Belastung (Tage-Wochen) vor allem von Schwermetallen.
Die Haaranalyse
Die Haare gehören, wie die Nägel und Zähne, zu der Haut als Anhangsgebilde. Die Haut mit dem Unterhautgewebe bzw. Fett ist unser Mülldepot. Mutter Natur hat sich diese Art der Deponie perfekt ausgedacht. Die Schadstoffe sollten weniger in den vitalen Organen wie Herz oder Gehirn angehäuft werden, sondern dort, wo sie am geringsten schaden, und das ist in der Tat das Fettgewebe und die Haut. Diese Endlagerung (Fett ist ein Speichermedium für „schlechte Zeiten") repräsentiert die Exposition mit den entsprechenden Substanzen der letzten Wochen-Monate bis Jahre. Haare eignen sich in bestimmten Situationen (v.a. Kinder) auch deshalb für Diagnostik, weil die Probengewinnung absolut unbelastend und problemlos ist. Haare eignen sich bedingt für screening von Schwermetallbelastungen und nur sehr grob für die Analyse der Spurenelemente und Mineralien. Zu bedenken gilt, dass stets die Möglichkeit der Kontamination besteht: Haarwasch-, Färbe- Körperpflegemitteln, Kosmetika und Umweltfaktoren mannigfaltigster Art. Aus diesem Grunde ist die Haaranalyse für die "Selbstdiagnose" untauglich.
Vorsicht
Es ist dringend davon abzuraten, auf Grund einer alleinigen Mineralanalyse (irgend eines Mediums) Kausalzusammenhänge, eine Diagnose, geschweige einen Therapieplan (bspw. mit Mineralsupplementen) erstellen zu wollen. Dagegen kann eine Mineralanalyse in den Händen eines erfahrenen Arztes kostengünstig und unbelastend zusätzliche Information liefern.
Ernährungsheilkunde
Einführung in die Ernährungsheilkunde
«Ihre Nahrung ist Ihr stärkstes Medikament»
„Der Körper lebt 24 Stunden von dem, was wir ihm zuführen, und dann soll Ernährung für die Gesundheit oder Krankheit keine Rolle spielen?", fragte Dr. H. Nieper einmal an einem medizinischen Vortrag. In der Tat ist die Ernährung nicht nur für unser Wohlbefinden von elementarer Bedeutung. Sie ist Basis unserer Kultur (cultura = Ackerbau) und verbindet Individuum, Gesellschaft und Umwelt.

Der Keim aller Kultur liegt also offenbar in der Beziehung zur Erde. Verständlicherweise etablierten sich unzählige Ernährungslehren, die permanent und immer wieder von neuem versuchen, die Ernährung an die aktuellen Bedürfnisse des Menschen bestmöglich anzupassen. In den letzten 60 Jahren wird jedoch das vermeintliche Verständnis für die Nahrung zunehmend durch das blinde Vertrauen in die moderne Wissenschaft und durch die Anziehungskraft der zunehmend künstlich verschönerten Produkte stark getrübt. Vieles von dem, was wir konsumieren, wurde zu schlichten "Kalorienmitteln" degradiert. Nicht mehr frisch und gesund, sondern aromatisch, haltbar, billig und vor allem schnell sind die modernen Devisen. Genau beim Essen kann man noch die letzten Minuten an Zeit sparen, die der heutige Leistungsdruck uns entwendet. Essen als Zeitverschwendung? Fastfood-Ketten schiessen wie Pilze aus dem Boden.

Fastfood ist zunehmend beliebt, vor allem unter den Jugendlichen

Sogar die Schweizer „Lebensmittelmarke“, bei der man offensichtlich noch beim Kochen „Hand anlegen sollte“ hat es nicht auf mehr als 15Rp. gebracht...

Gewisse Fast-Food Menüs lassen sich kaum noch von Medikamenten unterscheiden… Die „Nebenwirkungen“ sind vorprogrammiert.
Zusammen mit unserer sitzenden Lebensweise überrascht es immer weniger, dass zunehmend „Zivilisationskrankheiten" auftreten und die Kosten im Gesundheitswesen exponentiell steigen. An Stelle von soliden Therapiekonzepten, die die Ursache beheben, werden aus Bequemlichkeit chemische Mitteln eingesetzt, um letztendlich lediglich die Symptome zu bekämpfen. Dabei verharrt man in der irrigen Meinung, die Symptombefreiung sei mit einer Heilung gleichzusetzen. Just der Gegenteil ist der Fall. Man bleibt permanent krank, es wächst eine pharmakologische Abhängigkeit, und die medikamentösen Begleiterscheinungen verlangen wiederum neue Arzneimittel. Ein Teufelskreis?
Welche Krankheiten kommen denn hier in Frage? Inzwischen ist allgemein bekannt und wissenschaftlich erwiesen, dass folgende Leiden zu den ernährungsbedingten gehören oder durch Ernährungsmassnahmen günstig beeinflusst oder rechtzeitig beachtet verhindert werden können:
- Allergien, Neurodermitis
- Arterienverkalkung
- Asthma
- Bauchspeicheldrüseleiden
- Blutarmut
- Entzündungen (-itis)
- Herz-Kreislaufstörungen
- Karies
- Kropfleiden (Schilddrüse)
- Leber und Gallenerkrankungen inkl. Gallensteine
- Fettstoffwechselstörungen
- Harnsteine
- Herzinfarkt und andere Herzkrankheiten
- Infektionskrankheiten
- Magen-Darmerkrankungen
- Migräne, Kopfschmerzen
- Osteoporose
- Psychologische Störungen wie Anorexie, Autismus oder Bulimie
- Rheuma
- Schlaganfall und Hirngefässerkrankungen
- Über- und Untergewicht
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und andere Stoffwechselstörungen
Dass die gute Nahrung in unserem Leben dennoch ein Schattendasein führt, liegt unter anderem daran, dass wir Nahrungsmittel nur nach den elementarsten Kriterien kennen, als ein „Ding", bestehend aus Fetten, Kohlenhydraten, Eiweissen, Vitaminen und Mineralien zusammen mit einer beliebigen Anzahl unbeliebter Kalorien. Nahrung ist zudem für die meisten in der zivilisierten Welt überall und einfach verfügbar. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war so viel Nahrung so selbstverständlich. Für den Einkauf von Esswaren wird noch weniger Zeit aufgewendet als für ein Paar neue Jeans im Kleiderladen. Dabei gebührt unserer Nahrung höchster Respekt! Die Nahrungsaufnahme ist weit intimer als jede geschlechtliche Aktivität, bei der wir durchaus auch gewisse Ansprüche stellen. Nahrungsaufnahme heisst nämlich nicht nur Vereinigung, sondern Angleichung (Assimilation) - Umwandlung in sich selbst! Daraus sind wir. Somit verkörpert Nahrung eine viel grössere Bedeutung, als wir gewohnt sind anzunehmen. Lebensmittel entfalten ausserdem Wirkungen im Organismus, die sich nicht in Worte fassen lassen: „Wenn Du den Geschmack einer Birne kennen willst, muss Du die Birne selbst essen", so ein chinesisches Sprichwort. Lebensmittel besitzen eine Fülle von Merkmalen, die einem nicht ohne weiteres bewusst werden. Sie verkörpern neben Geschmack eine charakteristische Farbe, Form, Konsistenz und einen Geruch. Der erste Kontakt findet meist auf der optischen Ebene statt, was sich die Nahrungsmittelindustrie wohlwissentlich zu Nutzen macht.

Die "andere" Entführung unserer Kinder.
Schliesslich muss man sich rechtzeitig an die chemische Nahrungsmittelindustrie gewöhnen...
Sobald wir ein Lebensmittel sehen und daran riechen oder gar hinein beissen, entstehen in uns bestimmte Emotionen, die sehr individuell ausfallen können, ganz allmählich entfaltet das Nahrungsmittel seine lebendige Wirkung auf den Organismus. Auf einmal spürt man, vor allem nach scharfen Speisen, eine Wärme und kriegt rote Ohren und gleichzeitig verschlechtert sich ein bestehender Hautausschlag. Nach Alkohol beginnen sich die Sinne zu trüben und andererseits werden sie nach einem Kaffee klarer. Vor allem nach übermässigem Verzehr von Süssigkeiten oder tierischen Fetten drückt auf einmal der Magen. Nach Milchkonsum verstopft die Nase, man wird müde, es bildet sich Schleim in der Lunge oder gar Ausfluss bei der Frau. Blähungen entstehen. Nach bestimmten Nahrungsmitteln entwickelt sich eine Migräne. Bitteres und Salziges trocknen einerseits den Mund aus und andererseits dämpfen gleichzeitig einen Asthmaanfall. Eine akute allergische Reaktion kann sich nach einem Kiwi entwickeln. Vielfach kann nur schon der Geruch eines Lebensmittels über die Wirkung im Körper Auskunft geben, ohne dass es überhaupt aufgenommen werden muss. Und häufig reicht es aus, sich den entsprechenden Duft vorzustellen, um nach einem 5-gang Menü das Nahrungsmittel zu identifizieren, welches einem nun nicht gut getan hat (Man kann auch jemanden „nicht riechen“.).
Neben diesen bunten Effekten steuert die Nahrung unsere Drüsen. Essen ist demzufolge auch Hormon-Therapie! Kohlenhydrate bestimmen wie viel Insulin (Speicherhormon) ausgeschüttet wird und Eiweiss über den Gegenspieler Glucagon (Mobilisierungshormon). Die Fette und Öle spielen ebenso eine ausserordentlich wichtige Rolle, denn sie beeinflussen die sog. Eicosanoide (Nobelpreis 1982), die so etwas wie „Superhormone“ darstellen, die dieses ganze Stoffwechselorchester dirigieren. So können die Fette mit hohem Anteil an Omega-3-Fettsäuren (wie fetter Meerfisch, Leinöl, Walnüsse) oder an einfach ungesättigten Fettsäuren (wie Olivenöl, Macadamia Nüsse, Mandeln, Avocado) mit Hilfe vom Glucagon Entzündungen und Tumorzellwachstum hemmen, den Blutdruck senken, das Immunsystem stimulieren wie auch die Fliesseigenschaften des Blutes verbessern. Andere Fette wie die Omega-6-Fettsäuren oder die Neutralfette (fettiges rotes Fleisch, Eigelb) bewirken zusammen mit einer Überdosis an Insulin (zu viele Kohlenhydrate!) das Gegenteil: Entzündungen und Tumorzellwachstum werden gefördert, der Blutdruck steigt, das Immunsystem wird gehemmt wie auch die Fliesseigenschaften des Blutes verschlechtert. Das heisst jedoch nicht, dass auf diese Fette verzichtet werden muss. Es braucht – wie alles im Leben – eine Balance.
Mit dieser Wirkfülle, die Lebensmittel entfalten, ist es nicht verwunderlich, dass ein ebenso vielfältiges Angebot an Ernährungsformen anzutreffen ist. Riskant daran ist stets, dass viele Urheber ihre Kostform als für jeden vorteilhaft anpreisen. Betrachten wir jedoch die Lebensmittel als unsere „Lebenspartner“, dann leuchtet es sofort ein, dass eine wahre gesunde Nahrung nur eine individuelle sein kann. „Darum prüfe, wer sich ewig bindet.“

So schön kann Nahrung sein…
Aspekte der Nahrung
- Kostformen: Rotations-, Trennkost Vegetarisch, Veganisch, Mischkost usw.
- Diätformen: Fasten, Mayr, Buchinger, Kartoffel-Diät, Hollywood Diät, Atkins, Formula-Diäten
- Religion: Fastenmonate
- Versinnbildlichend (vgl. Abendmahl)
- Unterschiedliches Essen in der Gemeinschaft oder Single
- Heilend: Magenschonkost, Leberschonkost u.a.m.
- Gewichtsregulierend
- Nahrung bei Obstipation
- Einteilung nach Kalorien
- Bedarf nach Alter
- Bedarf bei Schwangerschaft und Stillzeit, Schwerarbeiter, Sportler
- Allergieerzeuger
- 5 Elemente und jahreszeitlicher Bezug, Energetik, Wirkrichtung, Temperaturverhalten
- Säure-Basen-Haushalt
- Links- & rechtsdrehende Nahrungskomponenten
- Inhaltlich ausgerichtet bei Gicht (Harnsäure), Cholesterin, Histamin, Gluten, Zucker
- Genussmittel
- Verarbeitungsgrad, Zusatzstoffe
- Sterilität (Lebensmittel bringen auch andere Lebewesen in unseren Organismus, sowohl willkommene als auch unerwünschte wie Bakterien, Viren, Parasiten und Würmer.)
- Haltbarkeit (Je haltbarer, um so schlechter auch für uns verwertbar!)
- Gentechnische Verarbeitung
- Schadstoffgehalt
Es ist nicht Gegenstand dieser Information, die Ernährung in Detail aufzuzeichnen. Dazu gibt es eine Fülle von guter Literatur. Vielmehr soll es das Bewusstsein und die Erkenntnis der Vielfältigkeit, Bedeutung und Individualität des persönlichen Bedarfes an Nahrung schärfen und ihr zu ihrem gebührenden Platz verhelfen sowohl in Gesundheit als auch im Krankheit
Links
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung Verein für Unabhängige Gesundheitsberatung, UGB
Fette und Gesundheit
Zu Beginn der 70 er Jahre machten dänische Forscher bei Eskimos eine erstaunliche Entdeckung: Trotz einer fettreichen Ernährung sind Herz-/ Kreislauferkrankungen bei ihnen praktisch unbekannt - im Gegensatz zur skandinavischen Bevölkerung. Solange sie sich traditionsgemäss vorwiegend von Fisch und Meeressäugern ernährten, blieben sie auch von anderen Krankheiten verschont. Eine mehrjährige Forschung und Vergleiche mit anderen Bevölkerungsgruppen lieferten die Erklärung: Der biologische Vorteil der Eskimos beruht auf den Omega-3-Derivaten EPA und DHA, die im Seehunde-Fett und fetten Fleisch der arktischen Fische reichlich enthalten sind.
Für Menschen in Wohlstandsgesellschaften ruft das Wort «Fett» oft ungute Gefühle wach, man denkt an zu enge Hosen und die nicht vorhandene Idealfigur. Dabei ist oft unbekannt, dass Fett nicht nur auf den Hüften und in der Bauchgegend vorkommt, sondern dass unterschiedliche Fette eine Vielzahl von Aufgaben im Körper wahrnehmen.
Was sind Fette
Fette sind Verbindungen eines Moleküls Glycerin mit jeweils drei Fettsäuren, weshalb sie auch als „Triglyceride" bezeichnet werden.
Ein Fettsäure-Molekül besteht, wie ein Kohlenhydratmolekül aus Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O). In der Kette hält jedes „vierhändige" Kohlenstoffglied sozusagen mit einer Hand das Glied vor ihm und mit der anderen Hand das nächste hinter ihm. Beide übrig gebliebenen Hände werden durch Wasserstoff besetzt, und die Fettsäure wird als (wasserstoff-) „gesättigt" bezeichnet. Bei einer „ungesättigten" Fettsäure halten sich zwei benachbarte Kohlenstoff - Glieder, anstatt sich mit je einem Wasserstoffatom zu binden, mit je zwei Händen fest (es handelt sich um eine „Doppelbindung" oder „Nichtsättigung").
Die gesättigten Fettsäuren, die Grundsubstanz der bei Zimmertemperatur festen Lipide, sind auch Bestandteile unserer Membranen; hauptsächlich bilden sie jedoch unsere Fettreserven (über 90%). Wir können sie aus den essentiellen ungesättigten Fettsäuren selber produzieren und sind deshalb nicht auf ihre Zufuhr von aussen angewiesen. Deswegen sollten wir mit ihrem Konsum im Fleisch, in den Milchprodukten und in den pflanzlichen Fetten sehr zurückhaltend sein. Von der Beschaffenheit her sind ihre Moleküle gerade, unbiegsam und kompakt und haben, gegenüber den Ungesättigten, einen Schmelzpunkt über der Zimmertemperatur, der je nach der Festigkeit der Fettart noch höher ansteigt.
Die ungesättigten Fettsäuren verfügen mit jeder Doppelbindung über ein „bewegliches Gelenk", das ihnen eine hohe Elastizität erlaubt. Je länger und ungesättigter eine Fettsäure-Kette ist, desto biegsamer ist sie. Durch den Wasserstoffverlust bei der Vervielfachung der Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoff-Atomen sinkt ihr Schmelzpunkt bis auf -100C. Somit spielen die Omega-3-Fettsäuren, die als Nord- und Kälte-Lipide definiert werden, eine massgebliche Rolle in der physiologischen Wärmeregulation, welche die nördliche Flora und Fauna vor Wärmeverlusten schützt. Sie ermöglichen die Anpassung der Membranen an eine feindliche Umgebung und verhindern, dass die Pflanzen - voran Flachs, aber auch Raps und Weizen - erfrieren und brechen. Auch für die Tiere stellen sie als biologische Frostschutzmittel hochwirksame Gewebe- und Gelenkschmiermittel mit entzündungshemmenden Eigenschaften dar. Auf Grund ihrer Biegsamkeit, Geschmeidigkeit und Elastizität, bilden die ungesättigten Fettsäuren Hauptbestandteile unserer Zell-Membranen und unserer Haut. Daneben sind sie auch Vorläufer einer Vielzahl von Botenstoffen.
Die Omega Fettsäuren in Form von Phospholipiden sind Bestandteile jeder Zellmembran. Das Wort Omega bezieht sich auf den Kohlenstoff des CH3 - Endgliedes der Kette (entsprechend dem Namen des letzten Buchstabes des griechischen Alphabets). Von diesem Omega - Ende zählt man dann die Position der ersten Doppelbindung. So ist bei den Omega-3-Fettsäuren die erste ungesättigte Bindung die 3., bei den Omega-6-Fettsäuren die 6., vom Omega-Ende an gerechnet. Bei allen mehrfach ungesättigten Fettsäuren kommen die Doppelbindungen im Abstand von jeweils drei Kohlenstoff-Atomen vor.
Bis zum 19. Jahrhundert betrug das Verhältnis Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren in unserer Nahrung etwa 1:1. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Konsum von Omega-3 rückläufig, während er bei den gesättigten Lipiden und den Omega-6-Fettsäuren zunimmt. Im 20. Jahrhundert wurde die Diskrepanz immer grösser und entwickelte sich im Verlauf der letzten 30-40 Jahre bis zum gegenwärtigen Verhältnis 10:1. Neben den gesättigten Fetten stellt dieses Ungleichgewicht der Omega-Säuren eine wichtige, endemische Ursache für schleichende Mangelernährung dar, die dringend korrigiert werden muss. Ein Überangebot an Omega-6-Fettsäuren geht auf den Verzehr von zu viel tierischem Fett zurück. Da bereits das Futter der fleischliefernden Schweine und Rinder heute zu viel Omega-6-Fettsäuren und zu wenig Omega-3-Vertreter enthält, hat es Auswirkungen auf die Fettzusammensetzung bei den Tieren. Zwischen den Omega-6- und den Omega-3-Fettsäuren in der menschlichen Ernährung sollte ein gesundes Verhältnis von mindestens 3:1 gewährleistet sein.
Die hochungesättigten, ultralangen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA bilden sich vor allem im Fischöl von Kaltwasserfischen (Makrele, Lachs, Hering) und im Tran von Kaltwassersäugetieren (Walen, Robben) erst nach Kettenverlängerung und weiterer Erhöhung ihres Ungesättigkeits-Grades, sowie nach ihrer Anreicherung über die Nahrungskette. Daraus ergibt sich die zwingende Notwendigkeit, im Mangelfall direkt auf die Gamma-Linolensäure (GLA) in Nachtkerzenöl und Eicosapentaensäure (EPA) sowie Docosahexaensäure (DHA) in Fischöl zurückzugreifen.
Fettsäuren in der Nahrung
Zu einem geringeren Anteil findet man die ungesättigten Fettsäuren in grünblättrigem Gemüse. Ausserdem ist die Alpha-Linolensäure hochkonzentriert in Lein- und in geringerem Mass in Nuss- sowie in Weizenkeimöl enthalten. Die Omega-6-Fettsäuren kommen in pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumenöl vor. Die pflanzlichen Nahrungsmittel mit dem höchsten Gehalt an mehrfach ungesättigter Linolsäure sind Nachtkerzen-, Sonnenblumen- und Distelöl, in geringerem Mass das Mais- und Traubenkernöl. Generell enthalten Pflanzen weniger Alpha-Linolensäure als Linolsäure.
| Oel | % O-3 | % O-6 | Verhältnis | |
|---|---|---|---|---|
| Lein | 55.0 | 13 | 4.231 | |
| Raps | 9.0 | 20 | 0.450 | |
| Weizen | 9.0 | 55 | 0.164 | |
| Soja | 8.0 | 53 | 0.151 | |
| Olive | 0.5 | 10 | 0.050 | |
| Mais | 0.5 | 50 | 0.010 | |
| Kürbiskerne | 0.5 | 51 | 0.010 | |
| Sonnenblume | 0.5 | 60 | 0.008 |
Fettsäuren, Bausteine unserer Zellmembranen
Unser Organismus besteht aus unzähligen Zellen, welche von Membranen umhüllt sind, die zu einem Drittel aus Fettsäuren bestehen. Die Zellmembranen sind die Haut der Zellen; sie schützen diese und gewährleisten die Kommunikations- und Austauschvorgänge mit den anderen Zellen. Unsere Haut stellt selbst eine Supermembran dar, deren Zustand denjenigen aller anderen Membranen widerspiegelt. Die Art der eingenommenen Fettsäuren bestimmt ihre Geschmeidigkeit und dadurch ihre Qualität. Unter der Kontrolle der Membranen erfolgt die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen, die Aufnahme bzw. Absonderung von Cholesterin, Hormonen, Mineralionen, Neurotransmittern und Enzymen. Der Zustand unserer Membranen beeinflusst ausnahmslos alle unsere Funktionen und ihre Qualität entscheidet über unser Lebensgleichgewicht. Er widerspiegelt - neben der Abwehrkraft des Organismus - sehr genau den Zustand von Nervensystem, Netzhaut, Herz, Gefässen, Darm, Leber und Nieren. In ihrem Aufbau erscheinen die Membranen als regelrechte „flüssige Mosaike" aus Phospholipiden und Proteinen, die durch Cholesterin stabilisiert werden. Die Fliess-Eigenschaften dieser Membranen hängen vollständig von der Zusammensetzung der Fettsäuren ihrer Phospholipide ab. Membranen mit einem grösseren Anteil an sogenannten gesättigten Fettsäuren sind kompakt und steif, während diejenigen mit genügend ungesättigten essentiellen Fettsäuren dynamisch und leistungsfähig.
Als Photonen-Fänger erlauben die Kälteschutzlipide auch die Anpassung an die Dunkelheit. Beim Menschen ist die DHA verantwortlich für die Lichtwahrnehmung in der Netzhaut und spielt auch eine wichtige Rolle für die Epiphyse, die lichtabhängig ist sowie für die geistigen Leistungsfähigkeit schlechthin. Die Funktionsstörung der Epiphyse ist die Ursache der Winterdepression. Diese beweglichste aller Omega-3-Fettsäuren ist auch die Trägerin der Photosynthese bei den Pflanzen. Dies ist der Grund, warum nördliche Pflanzen ihre Omega-3-Produktion während den langen Wintermonaten mit ungenügendem Lichteinfall steigern. Generell ist diese Fettsäurereihe sehr wichtig für alles, was biologisch mit Licht zu tun hat. All dies muss man sich vor Augen halten, um zu verstehen, wie viele Vorteile die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren der Gesundheit bieten kann.
Die wichtigsten Indikationen
Aus dem oben Gesagten geht hervor, dass der Einsatz der Omega-FS praktisch grenzenlos ist. Schwerpunkte sind jedoch: Herzkreislaufkrankheiten, neurologische Leiden, Konzentrations-, Gedächtnis- und Gemütsstörungen, chronische entzündliche Prozesse aller Art, Reizdarm, Verminderung der Sehschärfe, Alterung, Hauterkrankungen, Rheuma, Typus-II-Diabetes, Hormonstörungen, Altersflecken und immunologische Krankheiten.
Die Untersuchung
Die Fettsäuren-Analyse bietet eine präzise Untersuchung von 30 (Omega-)Fettsäuren und rechnet die wichtigen Verhältnissen untereinander aus, die u.a. über entzündliche Prozesse entscheiden. Dieser Test erfolgt aus einer Nüchtern-Blutentnahme. Im Labor werden dann mit einem sehr aufwendigen Verfahren die Membranen der roten Blutkörperchen vom Rest der Zelle getrennt und mittels computerisierter gaschromatographische Massenspectrometrie analysiert.
Verwendung der Oele (ohne gesundheitliche Wertung)
| Öl Sorte | Kalte Küche | Dünsten | Braten | Frittieren | als Gewürze |
|---|---|---|---|---|---|
| Aprikosenkerne | |||||
| Avocado | |||||
| Borretsch | |||||
| Distel | |||||
| Erdnuss | |||||
| Hanf | |||||
| Haselnuss | |||||
| Kokos | |||||
| Kürbiskern | |||||
| Leinsamen | |||||
| Macadamie Nuss | |||||
| Mandel | |||||
| Mohn | |||||
| Olive | |||||
| Pistazie | |||||
| Raps | |||||
| Schwarzkümmel | |||||
| Sesam | |||||
| Soja | |||||
| Sonnenblumen | |||||
| Tabaksamen | |||||
| Traubenkern | |||||
| Walnuss | |||||
| Weizenkeim |
Magen, Darm und Verdauung - Eine funktionelle Übersicht
Die Liebe geht durch den Magen, das Wohlbefinden durch den Darm. Dieser Überblick erklärt, wie die Verdauung arbeitet, was die Bakterien im Darm für uns leisten, was geschieht, wenn dieses Zusammenleben aus dem Gleichgewicht gerät, wie wir das abklären und was dem Darm hilft.
Die Verdauung: von der Nahrung zum Nährstoff

In einem 75-jährigen Leben hat der Darm Kontakt mit 30 Tonnen fester Nahrung. Unser Darm verdaut in dieser Zeit durchschnittlich:
- 40 Rinder
- 200 Sack Kartoffeln
- 11’764 Dosen «Erbsen und Möhren»
Das Ganze spült er mit etwa 50’000 Litern Flüssigkeit herunter. Das entspricht dem Fassungsvermögen eines kleinen Swimmingpools.
Voraussetzung für eine gute Gesundheit ist zweifellos eine gute Ernährung. Sie allein genügt aber nicht. Wir müssen die Nahrung auch verdauen, in brauchbare Bestandteile zerlegen und über die Darmschleimhaut aufnehmen können. Ohne diese Voraussetzungen ist auch eine nährstoffreiche und ausgewogene Ernährung von geringem Nutzen.
Die meisten Nahrungsmittel sind in ihrer natürlichen Form für uns unbrauchbar. Wir müssen sie im Verdauungstrakt zerkleinern, bis zu dem Punkt, an dem unser Organismus sie als möglichen Bestandteil seiner selbst erkennt. Diese Endphase der Verdauung findet auf der Darmschleimhaut selbst statt. Es ist ein sehr komplexer Vorgang, denn die Schleimhaut muss zwischen guten Vitalstoffen und schlechten Toxinen unterscheiden können.
Der Weg der Nahrung

- Mund: Die Verdauung setzt mit dem Kauen und Einspeicheln ein. Mit dem Speichel erfolgt auch der erste Kontakt mit unserem Immunsystem, das schlechte Bakterien schon vor dem Eindringen in den Organismus ortet und vernichtet.
- Magen: Hier beginnt, was wir üblicherweise unter Verdauung verstehen. Täglich bis zu zwei Liter Magensaft aus Salzsäure und verschiedenen Enzymen beginnen, Fette und Eiweisse zu zerlegen. Ebenso wichtig: Der Mageninhalt wird wie in einer Quarantäne-Schleuse desinfiziert. Die Magensäure hilft zudem bei der Aufnahme bestimmter Vitamine und Spurenelemente.
- Leber, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm bilden täglich 2 bis 3 Liter eines basischen Verdauungssaftes, der in den oberen Dünndarm gelangt. Er enthält unzählige weitere Enzyme, die Eiweiss, Fette und Stärke zerkleinern.
- Dünndarm: Hier werden die meisten für uns brauchbaren Nahrungsbestandteile aufgenommen.
- Dickdarm: Was übrig bleibt, unter anderem die Ballaststoffe, gelangt in den Dickdarm, wo der äusserst intensive Stoffwechsel unserer 100’000’000’000’000 Darmbakterien einsetzt. Sie verdauen weiter, aber auf ihre Art. Ballaststoffe, Cellulose und weitere unverdaute Kohlenhydrate, Eiweisse und Fette werden zum Teil zu nützlichen, zum Teil zu giftigen Substanzen verarbeitet. Nützlich sind vor allem die kurzkettigen Fettsäuren, ein wichtiger Energieträger unserer Dickdarmschleimhaut.
Liegt eine schlechte, unvollständige Verdauung oder gar eine fortgeschrittene Darmstörung und Fehlbesiedlung vor, können daraus verschiedenste akute und chronische Krankheiten entstehen. Meist ist es eine Kombination mehrerer Störungen, die sich gegenseitig verstärken. Auf die Dauer können auch Krankheiten ausgelöst oder verschlimmert werden, die auf den ersten Blick nichts mit dem Darm zu tun haben, wie Hautausschläge, chronische Müdigkeit oder Rheuma.
Wie lange Speisen im Magen bleiben
Die Verweildauer des Magenbreis hängt unter anderem von der «Zähigkeit» (Viskosität) der Nahrung ab. Bevor der Magen nicht vollständig entleert ist, sollten keine weiteren Speisen gegessen werden, weil dies zu verstärkten Fäulnisprozessen führen kann.
| Nahrungsmittel | Verweildauer in Stunden |
|---|---|
| Ölsardinen | 8 - 9 |
| Gebratenes Geflügel Schweinebraten | 5 - 7 |
| Kalbsbraten Rindfleisch Rauchfleisch Erbsen Linsen Schnittbohnen | 4 - 5 |
| Gekochtes Geflügel Schinken Beefsteak Spinat Schwarzbrot Bratkartoffeln | 3 - 4 |
| Kartoffeln Rührei Brötchen Sahne | 2 - 3 |
| Gekochter Fisch Gekochte Milch Weiches Ei Reis | 1 - 2 |
Wir sind nicht alleine: die Darmflora

Über 400 verschiedenen Arten von Bakterien bietet der Darm Lebensraum. Ihre Zahl entspricht 1600-mal der Zahl der Menschen auf unserem Planeten; allein der Darmtrakt beherbergt 1 bis 3 Kilogramm Bakterien.
Wer glaubt, sein Körper sei gegenüber der lebendigen Umwelt ein abgeschlossenes, einheitliches und «steriles» System, erliegt der Täuschung seiner groben Sinneswahrnehmung. In Wahrheit sind wir «offene Systeme» und in einer kaum vorstellbaren Dynamik mit der Welt der Mikroben (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten) vernetzt, ja von gewissen Vertretern so abhängig, dass ohne sie das Leben in der uns bekannten Form gar nicht möglich gewesen wäre.
In den vergangenen Jahrmillionen hat sich zwischen Mensch und Mikrobe ein Zusammenleben entwickelt, das erstaunlich konstant und stabil ist und möglichst unberührt bleiben sollte. Dieses Urprinzip der Evolution ist die Symbiose, das Zusammenleben verschiedener Lebensformen zum gegenseitigen Nutzen. Beim Menschen findet es seine stärkste Ausprägung im Darmtrakt mit seiner Kontaktfläche von gegen 400 m², der Grösse eines Tennisplatzes (die Haut: etwa 1,7 m²).
Bemerkenswert ist, dass aus der unüberschaubaren Zahl von Keimgattungen und Keimarten nur ganz bestimmte für den Menschen ausgewählt wurden. Es sind immer die gleichen Hauptgruppen von Bakterien, die im Darm angetroffen werden, gleichgültig, ob man in Sibirien oder in Australien geboren wurde. Daraus lässt sich die immense Bedeutung dieser Flora für unsere Gesundheit erahnen. Leider treffen wir heute immer häufiger Störungen dieser Flora an, und die bisherige bittere Erfahrung zeigt, dass sie unsere Gesundheit tiefgreifend beeinträchtigen können.
«Gute» und unerwünschte Bakterien






Die Darmbakterien und ihre gesundheitliche Bedeutung
| Bakterium | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| E.Coli | ● | ● | ● | |||||
| E. coli hämolyt. | ● | ● | ||||||
| Proteus & Klebsiellen | ● | ● | ● | |||||
| Enterococcen | ● | ● | ● | |||||
| Pseudomonas | ● | ● | ||||||
| Streptococcen | ● | ● | ||||||
| Bacteroides | ● | ● | ||||||
| Bifidobacterien | ● | ● | ||||||
| Lactobazillen | ● | ● | ● | |||||
| Clostridien | ● | ● | ● | ● | ||||
| Pilze | ● | ● | ● | ● |
- 1: regen die Körperabwehr an
- 2: hemmt das Immunsystem, zersetzt IgA
- 3: hemmen krankhafte Bakterien und Pilze
- 4: neutralisieren Bakteriengifte
- 5: ausserhalb des Darms möglicher Infektionserreger
- 6: Gifte belasten Darm, Leber und Gehirn
- 7: Bildung krebserzeugender Substanzen
- 8: erzeugen unter Umständen grosse Mengen an Wasserstoff und Kohlendioxid (Blähungen, Krämpfe) oder Fäulnisprodukte, je nach Substratangebot und pH der Umgebung
Die Darmbakterien und ihre Eigenschaften
| Bakterium | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| E.Coli | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ||||||||
| E. coli hämolyt. | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ||||||||
| Proteus & Klebsiellen | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |||||||
| Enterococcen | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ||||||||
| Pseudomonas | ● | ● | ● | ● | ● | |||||||||
| Streptococcen | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ||||||||
| Bacteroides | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |||||||
| Bifidobacterien | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ||||||||
| Lactobazillen | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ||||||||
| Clostridien | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |||||||
| Pilze | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● |
- 1: benötigen Sauerstoff
- 2: benötigen keinen Sauerstoff
- 3: unentbehrlicher Bewohner des Dickdarms
- 4: unentbehrlicher Bewohner des Dünndarms
- 5: krankhafter Bewohner des Dickdarms
- 6: Mitträger der Kolonisationsresistenz
- 7: Kolonisationsresistenz gestört
- 8: Eiweiss-Verwertung
- 9: Kohlenhydrat-Verwertung
- 10: Fett-Verwertung
- 11: bilden kurzkettige Fettsäuren
- 12: pH neutral
- 13: pH senkend, säuern das Milieu an
- 14: pH steigernd, alkalisieren das Milieu (Fäulnis)
Was die Darmflora für uns leistet
- Aufbau und Aufrechterhaltung einer mikrobiellen Barriere gegen Fremdkeime
- Förderung von Stoffwechsel und Durchblutung der Darmschleimhaut
- Beeinflussung des Immunsystems
- Anregung der Darmbeweglichkeit
- Abdichten der Darmwand vor bakteriellen Invasionen
- Produktion von Vitaminen (B12, Biotin, Folsäure, Pantothensäure, Vorstufen von Vitamin K u.a.m.)
Die normale Darmflora bildet eine mikrobielle Barriere gegen die Ansiedlung und Vermehrung krankmachender Erreger wie Salmonellen. Diese Abwehrkraft heisst «Kolonisationsresistenz»; sie drückt aus, wie viele Fremdkeime nötig sind, um im Darm eine Infektion auszulösen. Eine ebenso interessante wie bedenkliche Beobachtung: In den 60er-Jahren waren für eine Salmonelleninfektion mindestens 100’000 Keime nötig. Heute braucht es nur noch 100!
Wie wehren die Bakterien die Eindringlinge ab? Sie besetzen die möglichen Haftstellen an der Darmwand (Nischenbesetzung). Sie stellen natürliche antibiotische Substanzen her, etwa kurzkettige Fettsäuren, abgebaute Gallensäuren, Schwefelwasserstoff und Wasserstoffperoxid. Sie konkurrieren um Nährstoffe, Vitamine und andere Wachstumsfaktoren, verbrauchen den begehrten Sauerstoff selbst und senken den pH-Wert des Milieus, indem sie aus Kohlenhydraten Milchsäure und Essigsäure freisetzen. Diese Ansäuerung verhindert zudem Fäulnisvorgänge und die Aufnahme von Toxinen wie Ammoniak aus der Eiweissverdauung. Je krankhafter der Stoffwechsel im Darm, umso mehr wird der Organismus mit giftigen Produkten überflutet, welche die Leber als erste Filterstation unschädlich machen muss.
Für ihren Energiehaushalt ist die Dickdarmschleimhaut auf die kurzkettigen Fettsäuren angewiesen, welche die Standortflora herstellt. Vor allem Essig- und Buttersäure decken bis zu 50 Prozent ihres Energiebedarfs. Sie regen ausserdem die Darmbewegung an und fördern die Aufnahme wichtiger Spurenelemente. Auch die günstige Wirkung der Ballaststoffe wird darauf zurückgeführt: Bei keimfrei aufgezogenen Versuchstieren bleiben Ballaststoffe praktisch ohne Wirkung.
Das Immunsystem des Neugeborenen erlebt über den Darm den ersten intensiven Kontakt mit der mikrobiellen Welt. Er ist der wichtigste erste Reiz für unsere Abwehr und wirkt das ganze Leben: Etwa 80 Prozent des Immunsystems sind im Dünn- und Dickdarm anzutreffen. Nur dank diesem ständigen Immuntraining bringt uns nicht jede banale Erkältung in Gefahr.
Der Keim oder das Milieu?
Der Wissenschaftler Claude Bernard (1813-1878) vertrat die Überzeugung: «Nein, meine Herren, die Mikrobe ist nichts. Der Nährboden ist alles.» Louis Pasteur (1822-1895) dagegen machte allein die Mikrobe für die Entstehung einer Krankheit verantwortlich. Wer hatte recht? Beide, aber nur gemeinsam. Es ist stets die dynamische Wechselwirkung zwischen dem Milieu und dem Keim. Die Mikrobe erzeugt eine Krankheit, und jede Krankheit bringt ihre Mikroben hervor. Die Balance zwischen Milieu und Mikrobe entscheidet zwischen freundschaftlicher Symbiose und feindschaftlicher Dysbiose.
Wenn das Gleichgewicht kippt: die Dysbiose
Was eine Dysbiose, eine geschädigte Darmflora, begünstigt, ist zum grössten Teil ein Produkt unserer Zivilisation und des Glaubens, unser Handeln sei der Natur überlegen. Viele Medikamente sind nicht nur ein Segen für die Menschheit, sie beeinträchtigen auch das natürliche Zusammenleben mit unseren Mitbewohnern auf bedenkliche Weise.
Mögliche Ursachen
- Medikamente: Antibiotika (vor allem wiederholte Gaben), Zytostatika, Antibabypille, Immunsuppressiva, Cortison und Säurehemmer (die Magensäure dient auch der Desinfektion des Nahrungsbreis!)
- Falsche Ernährung, Nahrungsmittelallergien
- Malabsorptionssyndrome, Schwäche der Bauchspeicheldrüse
- Chronische Verstopfung, Reizdarm, Darmentzündung
- Organische Veränderungen der Darmwand wie Divertikulose oder Fisteln, Zustand nach chirurgischen Eingriffen (der Blinddarm verhindert als Organ, dass krankhafte Bakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm aufsteigen!)
- Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen, Parasiten
- Umwelteinflüsse: Schwermetalle (Blei, Cadmium, Quecksilber aus Amalgam), Pestizide, Chemikalien, Farb- und Konservierungsmittel, Pilzgifte (Aflatoxine), Röntgen- und andere ionisierende Strahlen
- Immunkrankheiten und Immunschwäche: AIDS, Krebs, Autoimmunkrankheiten, Multiple Sklerose, Arthritis
- Stress, die normale Alterung, schlechte Hygiene
Antibiotika retten Leben, ihre Nebenwirkungen dürfen aber nicht vernachlässigt werden. Weil die Darmflora grundsätzlich stabil ist, können Antibiotika bei korrekter und zwingender Indikation kurzfristig folgenlos eingesetzt werden. Gefährlich wird es bei wiederholten Gaben verschiedener und breit wirkender Antibiotika («wenn das eine nichts nützt, versuchen wir ein anderes»). Vor allem in den Spitälern ist die damit verbundene Entwicklung resistenter Keime gefürchtet. Diese «Spitalkeime» entstehen nicht in der feuchten Nische am Waschbecken, sondern im Darm der Patienten!
Mögliche Folgen
- Mangel an Vitamin B12, Biotin, Folsäure, Pantothensäure und Vorstufen von Vitamin K
- Verdauungsstörungen, Fettstühle
- Reizdarm mit Blähungen, Krämpfe und schleimige Abgänge
- Darmentzündungen
- Gelenksentzündungen
- Schuppenflechte (Psoriasis), Akne, Neurodermitis
- Chronisches Müdigkeitssyndrom
- Migräne
- Colon- und Brustkrebs
Weitere mögliche Zusammenhänge:
- Bakterien, gestörte Darmflora
- ähnliche Oberflächenstrukturen wie unsere Organe
- Autoimmunprozesse („molecular mimicry")
- Rheuma, Diabetes, Meningitis, Schilddrüsenkrankheit, Colitis ulcerosa und Lupus
- Autoimmunprozesse („molecular mimicry")
- ähnliche Oberflächenstrukturen wie unsere Organe
- Blähungen
- Zwerchfell nach oben gedrückt
- Herzverlagerung
- lokalisierte Minderdurchblutung der Coronargefässe
- Angina pectoris oder Herzrhythmusstörungen.
- Herzverlagerung
- Zwerchfell nach oben gedrückt
Was der pH-Wert des Stuhls verrät
Der pH-Wert des Stuhls ist ein wichtiger Hinweis auf den Zustand des Milieus im Darm. Wichtig sind vor allem Milch- und Essigsäure, welche die giftigen alkalischen Stoffwechselprodukte neutralisieren, insbesondere jene der Clostridien und der Proteus-Bakterien. Um eine Einheit «Toxin» zu neutralisieren, braucht es 10 Einheiten Milch- und Essigsäure!
Hoher, basischer pH-Wert (über 6,5):
- Mangel an kurzkettigen Fettsäuren
- Dysbiose
- Fehlende Magensäure
- Verstopfung mit Gefahr einer Körpervergiftung vom Darm her
- Darmentgiftungskapazität evtl. überfordert
Tiefer, saurer pH-Wert (unter 5,5):
- kaum von Bedeutung
- selten bakterielle Fehlbesiedlung
- Störung der Kohlenhydrat-Aufnahme
- zu rasche Darmpassage
Bei Beschwerden wie Brennen am After beim Stuhlgang oder Wundsein sind allenfalls die Kohlenhydrate zu reduzieren.
Magensäuremangel: Sodbrennen ist nicht immer zu viel Säure
Sodbrennen muss kein Zeichen dafür sein, dass zu viel Magensäure vorliegt. Im Gegenteil: Sodbrennen tritt meist im Alter auf, dann, wenn die normale Magensäureproduktion zurückgeht. Damit verschlechtert sich die Verdauung, und die Nahrung bleibt länger im Magen liegen. So kann es vorkommen, dass ein wenig Säure in die Speiseröhre gelangt, und schon dieses wenige kann dort sehr unangenehm sein.
Therapie: Liegen Schleimhautschäden vor, ist eine Säurehemmung notwendig. Ist das nicht der Fall, muss die Verdauung unterstützt werden. Säureblocker tun genau das Gegenteil! Günstig sind wärmende Gewürze wie Ingwer oder Pfeffer, mit denen nicht gespart werden soll. Ebenfalls können Magensäure-Ersatzpräparate eingenommen werden. Chronisches Sodbrennen, das unabhängig von den Mahlzeiten auftritt, braucht längerfristig eine fachärztliche Betreuung.
Anzeichen eines Magensäuremangels
- Oberbauchblähungen und Völlegefühl direkt nach einer Mahlzeit
- Durchfall oder Verstopfung
- Allgemeine körperliche Reaktionen nach dem Essen
- After-Juckreiz
- Fingernägel schwach, abblätternd oder gespalten
- Verbreiterte Kapillaren der Wangen („rote Bäckli")
- Akne auch im Erwachsenenalter
- Eisen-Mangel
- Chronische Magen-Darminfekte, Parasiten, Pilze
Krankheiten, die mit Magensäuremangel verbunden sind
- Nebennierenschwäche
- Asthma
- Zöliakie
- Immunkrankheiten
- Hautkrankheiten
- Zuckerkrankheit
- Allergien
- Gallenblasenkrankheiten
- Magenkrebs
- Magenentzündungen
- Schilddrüsenstörungen
- Hepatitis
- Osteoporose
- Blutarmut
- Psoriasis
- Urticaria
- Vitiligo
Aus dem Brief einer Patientin
«Dank Ihrem Medikament Stomach Digest hatte ich seit 2 Jahren kein Problem mehr mit Magenübersäuerung oder deren Symptomen und konnte ohne teure Medikamente wie Magensäureblocker leben, die aber nie wirklich halfen. Gleichzeitig schreibe ich meiner Krankenkasse und frage nach dem Grund, weshalb Ihr Produkt nicht von ihr übernommen wird, obwohl es doch eigentlich sehr viel Geld gespart hätte.»
Fehlbesiedlung des Dünndarms
Eine heute bekannte Fehlbesiedlung des Magens ist das immer häufiger gefundene Bakterium Helicobacter pylori, das mit der Entstehung von Magengeschwüren in Zusammenhang gebracht wird. Es lässt sich mit der Magenspiegelung oder im Stuhl einfach nachweisen.
Die Untersuchung des Dünndarms ist dagegen auch heute noch eine Herausforderung. Mit der Magenspiegelung gelangt man höchstens in den obersten Abschnitt (Duodenum); die restlichen 5 bis 6 Meter bleiben verborgen. Dabei findet gerade im Dünndarm die eigentliche Verdauung und Aufnahme der «Lebens»-Mittel statt, was ein gesundes Milieu voraussetzt. Normalerweise sind dort kaum Mikroorganismen zu finden, denn die Magensäure vernichtet die meisten Bakterien (Vorsicht vor Säurehemmern!). Vermehren sie sich dennoch im Dünndarm und entfalten dort einen nennenswerten Stoffwechsel, kann das zu verschiedenen gesundheitlichen Störungen führen.
Symptome
- Bauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall
- Fettstühle (Gallensäuren werden bakteriell gespalten)
- Typisch: Beschwerden kurz, etwa eine Stunde, nach dem Essen
- Enzympräparate lindern nicht
- Unverträglichkeit von Kohlenhydraten und Ballaststoffen
- Blutarmut (Bakterien spalten Vitamin B12)
- Gewichtsverlust (Gase verhindern den nötigen intensiven Kontakt der Nahrung mit der Schleimhaut)
- Symptome eines Östrogen-Überschusses wie prämenstruelle Störungen oder ein erhöhtes Brustkrebsrisiko (Bakterien bewirken, dass ausgeschiedenes Östrogen vermehrt wieder aufgenommen wird)
- Gelenksentzündungen
- Chronische Müdigkeit
- Osteoporose
- Vitamin-K-Mangel
- Darmkrebsrisiko (Bildung giftiger Nitrosamine)
Ursachen
- Zu wenig Magensäure
- Chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Unterfunktion
- Milchzuckerunverträglichkeit (Lactose-Intoleranz)
- Einseitige Ernährung, fast food, junk food
- Zuckerkrankheit
- Immunschwäche (v.a. IgA-Mangel im Darm)
- Verlangsamte Darmbewegungen (die Bakterien werden zu langsam nach unten befördert bzw. haben Zeit „hinaufzuwandern")
- Chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
- Alter
- Bestrahlungen
- Parasiten
- Bauchoperationen mit Verwachsungen
- Autoimmunkrankheiten wie Sklerodermie, Lupus erythematodes
- Chronische Hautleiden
Der Atemtest
Das Prinzip dieser nicht belastenden Methode: Bakterien können bestimmte Zuckerarten abbauen. Der Atemgastest misst Wasserstoff und Methan, die bei einer Fehlbesiedlung im Dünndarm durch den bakteriellen Abbau von Lactulose entstehen können, einem für den Menschen unverdaulichen Zucker.
| Ergebnis | Bedeutung | Therapie / Konsequenzen |
|---|---|---|
| Hohe Wasserstoff und Methanausscheidung | Bakterielle Fehlbesiedlung Magen-Säuremangel? Verlangsamte Darmpassage? Anatomische Veränderungen wie Verwachsungen, Tumore usw.? | Antibiose Citrus-Kernextrakte Knoblauch Orthomolekulares Silber Kohlenhydrat- und zuckerarme Diät Vitamine A, B12, Folsäure, Glutamin, Zink, essentielle Fettsäuren, u.a.m. |
| Niedrige Wasserstoff- und Methanausscheidung | Keine bakterielle Fehlbesiedlung | Lactose Intoleranz? Nahrungsmittelallergien? Durchfall? Antibiotische Therapie? Abführmittel? |
Der durchlässige Dünndarm
Unser Dünndarm mit seiner aktiven Oberfläche ist die eigentliche Kontaktzone zu unserer Umwelt. Schleimhaut und Darmwand, so dünn wie ein Augenlid, haben eine enorm wichtige, aber auch anfällige Doppelfunktion: Sie ermöglichen die Aufnahme unserer lebenswichtigen Nährstoffe, und sie müssen uns vor schädlichem Inhalt schützen. Der Dünndarm enthält, vor allem in den unteren Abschnitten, reichlich Bakterien sowie Stoffwechsel- und Abbauprodukte, die krank machen können, wenn wir sie aufnehmen. Beide Funktionen, Aufnahme und Abdichtung, können einzeln oder gemeinsam gestört sein.
Eine verstärkte Durchlässigkeit des Dünndarms (intestinale Permeabilität) belastet unseren Organismus unweigerlich mit entzündungsfördernden Molekülen und Bakterien. Gefördert wird dieser Zustand vor allem durch entzündliche Veränderungen der Dünndarmschleimhaut, durch Nahrungsmittel-Intoleranzen, durch die dauernde Einnahme bestimmter Medikamente, vor allem Rheumamittel, und durch Genussgifte wie Rauchen und Alkohol. Daraus kann ein Teufelskreis werden, wenn etwa eine Nahrungsmittel-Intoleranz die Durchlässigkeit steigert, die ihrerseits die Unverträglichkeit fördert.

| Normale Schleimhaut | Zerstörte Schleimhaut |
|---|---|
| Zotten intakt = Grosse Aufnahmefläche für gesunde Nahrung Zwischenräume geschlossen = Unverdaute und unverträgliche Nahrung bleibt draussen. | Zotten reduziert = Schlechte Aufnahme gesunder Nahrung Zwischenräume erweitert = Unverdaute und unverträgliche Nahrung kann ungefiltert hinein. |
Diagnostik
Die Analyse der Dünndarmdurchlässigkeit misst, wie gut zwei nicht verstoffwechselbare, unterschiedlich grosse Zuckerarten die Darmschleimhaut durchqueren: Lactulose und Mannitol. Die «grosse» Lactulose wird normalerweise nur wenig aufgenommen, bei krankhaft veränderter Schleimhaut aber vermehrt. Sie zeigt also, wie intakt die Schleimhaut und die Verbindungen zwischen den Zellen sind. Das verhältnismässig «kleine» Mannitol wird durch die Zotten leicht aufgenommen und dient als Marker der normalen Aufnahme.
Für den Test trinkt der Patient eine festgelegte Menge Lactulose und Mannitol. Gemessen wird, wie viel dieser Zucker in den folgenden Stunden im Urin ausgeschieden wird. Den Test führen Sie selbst zu Hause durch.

Therapie
- Weglassen der Nahrungsmittel, bei denen eine Intoleranz nachgewiesen ist
- Vermeiden von irritierenden Medikamenten wie Antirheumatika
- Förderung der normalen Darmflora
- Unterstützung der Verdauung mit Enzymen
- Allenfalls zusätzlich Ausschluss einer Lactose-Unverträglichkeit (Milchzucker)
- L-Glutamin (Aminosäure)
- Ungesättigte Fettsäuren
- Zink, Selen
- Pantothensäure, Vitamin C, E, A, Beta-Carotin
- Glycyrrhiza (Süssholz), Aloe vera, Ginkgo biloba
Candida und andere Pilze im Darm

Ein bedeutendes Gesundheitsproblem unserer Zeit ist die Zunahme von Erkrankungen, die durch Pilze bedingt sind oder mit ihnen einhergehen. In den letzten Jahrzehnten haben vor allem Hefepilze an Bedeutung gewonnen, unter ihnen vornehmlich die Gattung Candida. Hefen sind heute die häufigsten und aggressivsten Verursacher von Pilzkrankheiten. Der breite Einsatz von Antibiotika und immununterdrückende Behandlungen (Cortison!) fördern Hefepilzerkrankungen ebenso wie eine geschwächte Infektabwehr bei chronischen Krankheiten, Tumoren oder in hohem Alter. Auch eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Als Reservoir für Pilze dient der Darm.
Mögliche Krankheitssymptome
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsschwäche
- Psychische Störungen
- Chronische Müdigkeit
- Muskelschwäche
- Rheuma
- Schwindelanfälle
- Gesteigerte Geruchsempfindlichkeit
- Ekzemkrankheiten
- Juckreiz in der Analregion, Scheide
- Ausfluss
- Schlecht heilende Wunden
- Fusspilz
- Harnwegsbeschwerden
- Magendarm Beschwerden
- Allergien
Wird «lediglich» eine Pilzbesiedlung des Darms festgestellt, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Pilzkrankheit vorliegt. Der Befund ist aber zu hinterfragen, denn er weist auf eine andere Störung oder Fehlbesiedlung der Flora im Verdauungstrakt hin. Es wäre falsch, nur noch den Pilz im Visier zu haben, ohne die Barrierefunktion des Darms und den Zustand des Wirts zu behandeln. Trotzdem ist es sinnvoll, gewisse Hefen und Schimmelpilze zu beseitigen, weil sie den Körper mit Toxinen, anderen Stoffwechselprodukten und möglichen Allergenen belasten.
Mit Diät allein lassen sich Pilze nicht «ausrotten»
Hefen brauchen wie alle Pilze eine organische Kohlenstoffquelle. Am leichtesten zugänglich sind ihnen Einfachzucker wie Trauben- und Fruchtzucker, die sie zu Alkohol vergären. Je mehr Zucker ihnen zur Verfügung steht, umso besser gedeihen sie; in einer einzigen Nacht können sie ihre Zahl mehrmals verdoppeln. Entscheidend ist ein übermässiges Angebot an verwertbaren Kohlenhydraten: Zucker aller Art, Honig, Süssigkeiten, Schokolade, gesüsste Getränke, Mehlspeisen, Reis, Pudding, Gelee und Marmelade.
Trotzdem sind diätetische Massnahmen alles andere als unumstritten. Antimykotika (Anti-Pilzmittel) wirken nur, wenn sich die Pilze teilen. Versucht man sie gleichzeitig mit einer Antipilzdiät auszuhungern, ruhen sie und bleiben vom Medikament verschont. Hefen und Schimmelpilze sind zudem ausgesprochene Überlebenskünstler, und in jeder Diät sind noch Spuren von Kohlenhydraten vorhanden. Neuere Untersuchungen weisen sogar darauf hin, dass ein schwerer Kohlenhydratmangel Candida albicans regelrecht anregt, in die invasive Fadenform überzugehen, um neue «Futterquellen» zu erschliessen. Die verbreitete «Anticandidadiät» ist deshalb grundsätzlich abzulehnen.
An ihre Stelle gehört eine einfach «gesunde», vollwertige Ernährung mit Ballaststoffen. Wichtig ist das Ausräumen der Hefenester mit Pflanzenfasern. Gemüse und Salate können dabei auch stark zerkleinert gegeben werden. Besonders günstig sind Sauerkraut roh und gekocht, alle Kohlsorten, Broccoli, Wirsing, Knollensellerie, Karotten, Lauch, Spargel, grüne Bohnen, Knäckebrot, Roggenvollkornbrot, Haferflocken und Weizenkleie.
Weitere Behandlungsstrategien
- Kausaltherapie: die Grundkrankheit behandeln (Darm? Leber? Diabetes?). Falls nötig kurzfristig Antimykotika, danach die Schutzflora im Darm wieder aufbauen. Colon-Hydro-Therapie.
- Mundhöhle: Alle Mühe, den Darm pilzfrei zu bekommen, ist vergebens, wenn Mundhöhle, kariöse Zähne, Zahnstein, Zahnfleischtaschen und Zahnprothesen als Pilzreservoir vergessen werden. Abhilfe: Zahnbürste oft wechseln, mundhygienische Sanierung, Zahnarzt, Entpilzung der Zahnprothese. Geeignet sind neben hefewirksamen Antimykotika wie Nystatin oder Amphotericin B auch fungizide Mundwässer.
- Amalgam fördert ebenfalls das Pilzwachstum. Manchmal lassen sich die Pilze erst erfolgreich beseitigen, nachdem die Amalgamfüllungen saniert sind.
- Zweckmässige Kleidung: keine Synthetika, kochbare Unterwäsche.
- Kosmetik: keine allergisierenden Seifen, Deodorants, Schaumbäder, Weichspüler, Intimsprays, keine Tampons. Gut ist trockener Körperpuder.
- Partner mitbehandeln, um eine «Ping-Pong-Infektion» zu vermeiden. Ovulationshemmer absetzen. Pilzreservoire: Druckstellen durch ein Pessar.
- Unspezifische Stimulation: Bewegung, Atmung, Luft und Sonne, Seebäder oder Solebäder.
- Spezifische Stimulation: Resistenzsteigerung durch Eigenblut-Injektion.
Weitere Pilze im Darm:
Darmflora und Körpergewicht
Bacteroidetes und Firmicutes sind die bakteriellen Hauptbesiedler des Darmtrakts. Das Verhältnis der beiden Gruppen hängt mit dem Körpergewicht zusammen: Bei Schlanken beträgt das Verhältnis Firmicutes zu Bacteroidetes etwa 4:1, bei Übergewichtigen etwa 8:1. Der Stuhl von Schlanken enthält zudem mehr Restenergie und weniger Abbauprodukte langkettiger Kohlenhydrate. Es gibt sie also tatsächlich, die guten und die schlechten Kostverwerter!
Der Schlüssel sind die Firmicutes. Verschiedene Vertreter dieser Gruppe können langkettige Kohlenhydrate abbauen, zum Beispiel unverdauliche Ballaststoffe. Sie tun es für sich selbst, stellen aber zugleich ihrem Wirt die entstehenden kurzkettigen Kohlenhydrate und Fettsäuren als zusätzliche Nahrung zur Verfügung. Im Tiermodell nehmen Tiere mit einem grösseren Firmicutes-Anteil 8 bis 10 Prozent mehr Energie aus derselben Nahrung auf. Auf den Menschen übertragen sind das bei 2300 kcal pro Tag etwa 200 kcal zusätzlich, die sich langfristig im Körpergewicht niederschlagen.
Der Test «Firmicutes Ratio» misst dieses Verhältnis und damit eine mögliche Ursache von Übergewicht. Er ist angezeigt:
- bei ungeklärter Gewichtszunahme, zum Beispiel nach einer Antibiotikatherapie
- wenn Abnehmen trotz «gesunder Ernährung» nicht gelingt
- im Rahmen unserer ganzheitlichen Ernährungsberatung
Abklärung: die umfassende Stuhlanalyse
Das «Basisprofil Darm» ist eine wichtige Untersuchung für alle, die an chronischen Verdauungs- und Darmstörungen leiden. Es beurteilt unterschiedlichste Parameter:
- Bakterien: gute und schlechte, Fäulnis- und Gärungsflora
- Pilze
- Verdauung und Resorption
- IgA-Immunstatus
- Stuhl-pH
Das Verdauungssystem muss nicht nur die Nahrung ausreichend aufnehmen, es muss auch verhindern, dass giftige Moleküle in den Organismus eindringen. Fehlfunktionen in diesen Bereichen können Krankheiten in ihrer Entstehung fördern. Säurehemmer, Abführmittel oder Mittel gegen Durchfall unterdrücken nur die Symptome und behandeln nicht deren Ursachen. Die umfassende Stuhlanalyse gibt darüber ausführlich Auskunft.
Neben der Verdauungs- und Resorptionsleistung wird die Darmflora untersucht: die Konzentration der gesundheitsfördernden Bakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien, die vor einer Dysbiose schützen, ebenso wie belastende Bakterien und Hefepilze wie Candida albicans. Um die Behandlung zu erleichtern, wird bei den möglichen krankmachenden Keimen automatisch geprüft, worauf sie empfindlich sind, sowohl auf Arzneimittel als auch auf natürliche Substanzen.
Je nach Fragestellung kommen der Atemtest auf eine Fehlbesiedlung des Dünndarms, die Analyse der Dünndarmdurchlässigkeit und der Test «Firmicutes Ratio» dazu; sie sind in den Abschnitten oben beschrieben.
Was dem Darm hilft
Wenn immer möglich müssen die Ursachen erkannt und behoben werden. Je nach Art der Fehlbesiedlung kann eine kurzfristige Antibiotikagabe nötig sein; dank der anderen Möglichkeiten der funktionellen Medizin ist sie aber eine seltene Ausnahme. Die wichtigsten Massnahmen:
- Gutes Kauen
- Umstellung auf eine darmflorafreundliche, gesunde und vollwertige Ernährung
- Ballaststoffe, Weizenkleie
- Regulation des Stuhlgangs
- Vermehrte Bewegung an der frischen Luft, gesunde Lebensweise
- Bakterienpräparate, welche die Darmflora aufbauen (Probiotika mit Lactobazillen, Bifidobakterien und Colibakterien)
- Gesunde Hefepilze wie Saccharomyces boulardii
- Colon-Hydro-Therapie (siehe den Eintrag Colon Hydrotherapie)
- Verdauungsenzyme und bei Bedarf Ersatz der Magensäure
- Knoblauch, Bärentrauben
- Antipilzmittel bei Pilzbefall
- Anregung des Immunsystems
- Weglassen von allergisierenden Nahrungsmitteln und darmbelastenden Medikamenten (nicht ohne den Arzt!)
Darmflorafreundliche Ernährung
- Pfannengerichte nur leicht anbraten und das Fett nicht überhitzen. Dunkel Gebratenes und hoch erhitztes Fett fördern den Gallenfluss. Weil manche Darmbakterien Galle verwerten, können die entstehenden Abbauprodukte Durchfall auslösen.
- Fette: gute, kaltgepresste Pflanzenöle wie Maiskeim-, Erdnuss- oder Sonnenblumenöl (reich an ungesättigten Fettsäuren), kühl aufbewahrt. Erhitzte Öle sind für die Gesundheit praktisch wertlos. Butter ist gut verträglich, aber zum Braten nicht geeignet; von brauner Butter ist abzuraten. Ein Stück frische Butter über gekochtem Gemüse verbessert den Geschmack und führt leicht verträgliches Fett zu. Gehärtete Fette (Margarine) meiden, weil ihre Verwertung viel Galle braucht; ungehärtete Pflanzenmargarine aus dem Reformhaus ist erlaubt. Mit Fetten allgemein sparsam umgehen und sie am besten erst nach dem Kochen beifügen, zum Beispiel als Salatsauce.
- Gemüse vor allem gedünstet oder gekocht essen. Rohes Gemüse, besonders wenn es verholzt ist, kann von den Verdauungssäften nicht aufgeschlossen werden; erst die Fäulnisflora im unteren Darmabschnitt verdaut diese groben Pflanzenteile, und aus den Kohlenhydraten entstehen grosse Gasmengen, die zu Blähungen führen. Gekochtes Gemüse ist dagegen ein darmschonender Ballaststoff. Einige Kohlsorten blähen auch gekocht; am besten verträglich ist der Blumenkohl. Ein Anteil Rohkost ist dennoch zu empfehlen, etwa Blattsalate (Kopf-, Feld-, Endivien- und Chicoréesalat), die keine verholzten Teile enthalten. Der Rohkostanteil richtet sich nach der Verdauungskraft des Einzelnen.
- Obst nach Geschmack und Verträglichkeit roh oder gekocht. Es ist frei von schwer verdaulichen Bestandteilen, mit Ausnahme der Bananen, die wegen ihres hohen Gehalts an unverkleisterter Stärke blähen können und deshalb bevorzugt gedünstet gegessen werden. Rohe Äpfel sind manchmal schwer verträglich und sollten wenn möglich gerieben werden.
- Getränke: alles, was frei von Zucker und Süssstoff ist. Diätsäfte und Diätlimonaden meiden, weil sie Sorbit enthalten können, das kräftig bläht. Kaffee und Alkohol möglichst meiden; mit Rücksicht auf Galle und Bauchspeicheldrüse sind kleine Mengen gestattet. Alkohol beschleunigt die Magenpassage, worunter die Vorverdauung leidet. Harte Spirituosen sind verboten.
- Getreide: Frischkornbreie (vor dem Verzehr einige Stunden einweichen) und grob geschrotetes Vollkornbrot nach Verträglichkeit; sie können wie rohes Gemüse erst von der Fäulnisflora zerlegt werden. Frischkornbreie tragen zudem körperfremde Bakterien und Pilze, die sich selbst im Kühlschrank vermehren. Vollkorn-Feinbrot aus Vollkornmehl enthält keine groben Teile und ist als darmfreundlicher Ballaststoffträger zu empfehlen. Für das Müesli das Getreide (am besten Haferflocken) mindestens einige Stunden im Kühlschrank einweichen; Naturjoghurt oder Rahm, geriebene Nüsse, Samen oder Kerne (gut kauen!) sind erlaubt. Keine Weissmehlprodukte.
- Reis und Kartoffeln gehören zu den darmfreundlichsten Ballaststoffträgern und werden in der Regel auch bei schweren Störungen gut vertragen. Vollkornreis nach Verträglichkeit. Kartoffeln sind vielseitig und liefern hervorragend Eiweiss, Kohlenhydrate und Mineralstoffe. Pommes frites nur beschränkt (zu viel Fett und Röstprodukte).
- Fleisch: zarte Sorten bevorzugen. Grobfaseriges Fleisch wird beim Kauen nur gequetscht und deshalb nur teilweise verdaut; den Rest verstoffwechselt die Fäulnisflora. Zu meiden: Hammel, Wild, grobfaseriges Schweine- und Rindfleisch. Erlaubt: Kalb, Jungrind, Poulet, Truthahn. Wenig Fett verwenden. Fleisch und Fisch nicht häufiger als dreimal pro Woche.
- Milchprodukte nach Geschmack und Verträglichkeit (Allergien, Blähungen). Sie sind als wertvolle Eiweiss- und Mineralstoffquelle zu empfehlen.
- Süssen: nur etwas naturreiner Honig, Obstdicksäfte, Ahornsirup.
- Salz: wenig, nur Meersalz oder Kräuter.
Trotz dieser Einschränkungen können Sie Ihre Mahlzeiten schmackhaft gestalten. Nur ein wohlschmeckendes und mit Genuss eingenommenes Essen fördert den Fluss der Verdauungssäfte und ermöglicht so eine gute Ausnutzung der Nahrung. Lassen Sie sich Zeit zum Essen! In Eile und Anspannung fliessen die Verdauungssäfte nur ungenügend. Die Nahrung wird dann mangelhaft aufgeschlossen und von der Magensäure ungenügend desinfiziert, was zur Fehlbesiedlung des Dünndarms führt. Kauen Sie ausreichend lange: Sie vergrössern damit die Oberfläche der Nahrung, und durch reichliches Einspeicheln beginnt die Verdauung bereits im Mund. Zum Essen sollte nur wenig getrunken werden, damit die Verdauungssäfte in voller Konzentration wirken; getrunken wird zwischen den Mahlzeiten. Und beachten Sie: Unser Körper braucht in der Regel bedeutend weniger Nahrung, als häufig angenommen. Schonen Sie Ihren Organismus vor übermässiger Verdauungsarbeit und Überfütterung!
Müesli zur Darmregulation bei Verstopfung
- 1 Becher Naturjoghurt
- 3 Esslöffel Weizenkleie
- 1 Esslöffel Leinsamen
- 1 Esslöffel Haferflocken
- 2 dürre Feigen, fein zerschnitten
24 Stunden warten (im Kühlschrank lagern!) und am Abend einnehmen. Das Müesli kann mit etwas Milch verdünnt und mit Früchten geschmacklich aufgebessert werden; Bananen und Äpfel sind dabei verboten.
Ernährung bei entzündlichen Darmerkrankungen
- Nahrungskarenz von 2 bis 3 Tagen; bei Hämatokritwerten über 40 Prozent kann länger gefastet werden. In dieser Phase gibt es nur Kräutertee, 1 bis 2 Liter täglich als ganz schwachen Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee, dazu etwa 0,5 Liter Breuss-Säfte.
- Langsamer Aufbau mit einer Basensuppe: Sellerie, grüne Bohnen (statt Bohnen allenfalls Linsen oder Kartoffeln) und Zucchetti zu gleichen Teilen mittelfein schneiden und 10 bis 20 Minuten schwach kochen. Das Gemüse absieben; nur die Brühe wird getrunken, morgens 3 bis 5 dl schluckweise.
- Nach 3 bis 6 Tagen Kartoffelpüree, Karottensuppe, allenfalls harte Semmeln, die gründlich einzuspeicheln sind, oder vorsichtig Sauermilchprodukte, auch Hafersuppe.
- Langsamer Kostaufbau, immer basenbetont und zumindest anfänglich ohne Fleisch; begleitend wird meist ein Basenpulver gegeben.
- Nach etwa einer Woche Rohkost, die länger beibehalten wird, vor allem fein geraffelte Karotten, deren hoher Gehalt an Beta-Carotin entzündungshemmend wirkt.
- Weiterhin verboten sind alle Schweinefleischprodukte, wegen der darin enthaltenen Allergene, des Histamins und der adrenalinartigen Substanzen, und um die Fäulnisflora zu vermindern.
- Weiterhin verboten sind Industriezucker und alle zuckerhaltigen Speisen, um die krankhafte Candida-Flora abzubauen, die bei der Divertikulitis meist chronisch besteht.
- Ausreichende Magnesiumzufuhr.
Darmreinigung mit Einläufen: anfänglich bis zweimal täglich ein halber Liter, körperwarm, meist Kamillentee oder eine entgiftende Teemischung aus Fenchel, Aloe und Wacholder; allenfalls Colon-Hydro-Therapie. In stark entzündlichen Fällen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn sollte zusätzlich eine Enzymtherapie durchgeführt werden.
Symbiose: ein Prinzip der Natur
Aus einem Artikel von Dr. med. JvLS für die Vitasuisse, 2004.
Ganz am Anfang der Bibel steht das bekannte Wort: «Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.» Diese Notwendigkeit der Zusammengehörigkeit gilt nicht nur für die Welt, die wir wahrnehmen, sondern für praktisch alle Stufen des Seins, im Grossen wie im mikroskopisch Kleinen. Schon vor Jahrmillionen verbanden sich Bakterien mit den Urzellen und ermöglichten so die Photosynthese, die Verwertung von Sauerstoff und Licht. Es wird auch angenommen, dass die Verknöcherung des Fischskeletts und damit die Fähigkeit, das Land zu erobern, einer Symbiose mit calciumverwertenden Keimen zu verdanken ist.
Mit jedem Atemzug gelangen 100’000 Bakterien in die Lungen, und Haut und Schleimhäute sind übersät mit Keimen unterschiedlicher Herkunft. Die Schulmedizin vertritt noch immer die Meinung, das Blut sei steril. Auch diese Auffassung ist ins Wanken geraten, seit Chlamydien in arteriosklerotischen Gefässveränderungen gefunden wurden. Bekannt ist auch die Gefahr der Infektion geschädigter Herzklappen nach Zahneingriffen. Offensichtlich kommt die Streuung von Bakterien im Blut auch beim Gesunden vor. Mit der Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein lassen sich zudem im ungefärbten Frischblut weitere Lebensformen erkennen, deren Bedeutung noch nicht im Einzelnen abgeschätzt werden kann.
Das Prinzip der Lebensgemeinschaft reicht noch tiefer, bis in unseren persönlichen Bauplan, die Chromosomen. Viren haben in den letzten 30 Millionen Jahren eine unglaubliche Fähigkeit entwickelt, sich in unsere Zellen einzuschleusen. Sie benutzen dazu bestimmte Andockstellen an der Zelloberfläche, die Integrine. Bemerkenswert ist, dass dieselben Rezeptoren inzwischen auch für andere wichtige Lebensfunktionen genutzt werden: für die gesunde Wundheilung, das Knochenwachstum und sogar die Embryonalentwicklung.
Verschiedene Viren tragen wir, einmal angesteckt, lebenslang in uns, etwa Herpes-, Hepatitis-, Epstein-Barr- oder Masernviren. Bestimmte Viren können ihr Erbmaterial auch in Zellen einschleusen, aus denen später Eizellen und Spermien werden. Dann trägt der Nachkomme diese Virusinformation in jeder einzelnen seiner Zellen und gibt sie an seine Kinder weiter. So wundert es nicht, dass etwa 3 Prozent unseres genetischen Materials aus Virusgenen bestehen. Zudem wurde ein Virus-Enzym entdeckt, die Reverse Transkriptase, das sich in unserem Genom so oft wiederholt, dass es etwa 15 Prozent unserer Chromosomen ausmacht.
Offensichtlich müssen wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass unser Erbgut zu knapp 20 Prozent aus Viren-Anteilen besteht und wir mehr Bakterien in uns tragen als körpereigene Zellen. Sind sie Schwarzfahrer in unserem Organismus oder Bestandteil eines gigantischen Plans der Natur, dessen Absicht wir noch nicht verstehen? Und wer weiss, vielleicht entschleiert sich die Symbiose eines Tages als eigentliches Vorbild, als Motor und Ziel der Evolution, im Grossen wie im Kleinen, ganz nach dem Wort: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.»
Mayr-Kur
"Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mässig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente." Hippocrates 460-370v.Chr.
Es kann nicht genug betont werden, von welch grundlegender Bedeutung die Reinigung der Körpersäfte und Zellen für die Genesung und Gesundheit ist. Unser Körper ist entsprechend mit einem reichhaltigen Arsenal von Entgiftungsmechanismen ausgestattet. Die Lungen atmen die schädliche Kohlensäure und andere gasförmigen Abbauprodukte aus, die Nieren filtrieren die harnfähigen Gifte ab, die Haut scheidet mit der Hautatmung (Ausdünstung) und dem Schweiss auch Schlacken aus. Der Darm reinigt durch die Ausscheidung fester Abfallstoffe. Diese bestehen aus unverwertet gebliebenen Speiseresten, den von der Blutreinigung stammenden Absonderungen des Zwischenzellstoffwechsels, den Darmbakterien und Schleimhautzellen. Der Darm ist aber auch zuständig als Resorptionsorgan für die Aufnahme der notwendigen Nährstoffen und stellt quasi die Erde für uns "Menschenpflanzen" dar. Ist der Boden schlecht, werden wir nicht gedeihen oder gar erkranken. Unsere Grundbefindlichkeit wird empfindlich gestört.
Wie wissen wir, ob unser Darm richtig funktioniert?

Die von einem gesunden Verdauungsapparat erzeugten Stühle sollten folgende Eigenschaften aufweisen: Wurstförmig, mit abgerundeten Enden, infolge eines Schleimüberzuges an der Oberfläche glatt. Mangels Gas- und übermässiger Fettbeimengung geht er im Wasser unter und weist nur geringen charakteristischen Geruch auf. Er darf weder auffallend übel, noch säuerlich riechen (Hinweis auf Darmfäulnis). Die Entleerung des Stuhles sollte den After nicht beschmutzen, so wie Säuglinge & Kleinkinder, die nach dem Stuhlabsetzen in der Windel unbeschmutzt bleiben. Der Verbrauch von Toilettenpapier ist ein Gradmesser für den Verdauungsschaden in uns und für unsere "zivilisierte" Gesellschaft. Auch gesunde Tiere verunreinigen sich durch den Stuhlgang nicht. Daraus erkennt der Tierarzt eine Erkrankung des Darmes!

Durch Darmträgheit bleiben Nahrungsmittel zu lange im Darm. Wir beachten immer die Verfallsdaten auf den Packungen der Nahrungsmittel. Wen kümmert es schon, wenn die Nahrungsmittel noch länger in unserem Darm verweilen.... Und dort herrscht nicht Kühlschrank-, sondern Brutkasten-Temperatur! Fleisch, Wurst, Fisch, Obstsalat etc. verderben, werden zersetzt und können so giftig werden, dass sie in der Lage sind, in Form einer Injektion ein Versuchstier zu töten. Bei uns führen sie zu Schleimhautreizungen, Gasbildungen, Auftreibung des Leibes und Blähungen, vor allem dann, wenn in der Weiterbeförderung des Nahrungsbreies Stauungen auftreten und die Durchmischung mit verdauenden und verderbnisverhütenden Verdauungssäften gestört ist. Der Bauch kann hart und gespannt sein wie eine Trommel (Gasbauch Abb. 1) oder schlotterig herabhängend (Kotbauch Abb. 2).
Leider bleibt im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten die chronische Funktionsstörung des Darmes lange Zeit stumm, sofern man die Symptome wie Luftaufstossen, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, Stuhlprobleme, aber auch (wenn die Gifte in die Blutbahn gelangen) Kopfschmerzen, Schwindel, Mund-, Schweiss-, und Körpergeruch, psychische Verstimmungen, Rheuma, Erschöpfung, Herzbeschwerden, usw. ignoriert oder mit Medikamenten "behebt".
Das Fasten
Es ist ja selbstverständlich, dass das Auto alle 10'000 Km in den Service muss. Dafür scheuen wir kaum Mühe, Zeit und Geld. Wie steht es mit unserer Gesundheit? Man geht in die Ferien, aus langer Weile und wegen der Hitze liegen wir herum oder trinken Bier, essen Eiscremes und naschen Süssigkeiten, trinken Kaffee und bedienen uns reichlich am üppigen Buffet. Nein, eine Erholung für den Organismus ist dies nicht, höchstens (und dies auch eher selten) für die Seele. Wer sich auch gesundheitlich erholen will, muss die Möglichkeit einer Fastenkur ernsthaft erwägen. Wenn wir krank sind, haben wir auch keinen Appetit. Der Körper kann die zusätzliche Verdauungsbelastung nicht verkraften. Der freiwillige zeitlich beschränkte Nahrungsentzug birgt eine unglaubliche Heilkraft. Es gibt kaum eine grosse Religion, die nicht seinen Gläubigen empfiehlt, alljährlich durch das Fasten Körper und Seele zu reinigen. Das Fasten ist die Krankheitsvorbeugung schlechthin. Nicht zu verwechseln mit dem Fasten ist das "Hungern". Letzteres bezeichnet eine schädliche Unterversorgung mit Nährstoffen, bspw. durch Hungerstreik, Hungersnot und beträchtliche Funktionsstörung des Darmes, die Nahrung zu verarbeiten (bspw. Krebs).
Mayr Kuren
sind individuell gestalteten Fasten-, Diät- und Darmregenerationskuren. Sie umfassen das Tee- und Heilfasten, Milchdiätkur mit Semmel und erweiterte Schonkostformen. Da das strenge Tee- und Heilfasten unter stationären Bedingungen an einem Kurort durchgeführt werden sollte, beschränken wir uns auf die klassische Mayr-Semmelkur, die sich hervorragend eignet, auch ambulant zuhause durchgeführt zu werden. Was bringt diese Kur?
- SCHULUNG Erziehung zum richtigen Essen. D.h. immer nur kleine Bissen nehmen, sie in kleinste Teilchen zerkauen und durch bewusstes intensives Einspeicheln schon im Munde fast verflüssigen. Richtiges Essen bewirkt auch eine bessere mechanische Reinigung der Zähne und Durchblutung von Zahnfleisch und Zahnwurzel.
- SCHONUNG und SÄUBERUNG der Verdauungsorgane: Sinngemässe Anwendung von Milch und Semmel.
- Mindestens zweimalige lang anhaltende SÄTTIGUNG. Man muss keinen Hunger leiden.
Die Fastenkrise
Als Folge der Säuberung kann es zum abrupten Aufsaugen von Zersetzungsprodukten ins Blut kommen. Diese "Rückvergiftung" des Organismus mit den in Bewegung geratenen Schlacken löst die Krise aus. Sie kann sich äussern als Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Benommenheit, Schwindel, schlechte Laune, Gereiztheit, Müdigkeit, Schwäche, Sehstörungen u.a. Die Krise beginnt meist plötzlich und dauert Minuten bis Stunden, gelegentlich Tage. Vor allem in der Krise muss reichlich getrunken werden. Auch die Gabe von Basenmitteln zur Neutralisierung der anfallenden Säuren kann die Krise beenden.
Kriterien der Gesundung nach Mayr
Straffung des Gesichtes, Rückbildung von Vergiftungszeichen, Verminderung von Doppelkinn und Falten, Normalisierung der Körperhaltung, damit auch des Halses nach Form und Länge, Verminderung des Abstandes zwischen den Schulterblättern, schmäler werden der unteren Brustkorbpartien und der Hüften, Verkleinerung und Weichwerden des Bauches, Wiederbildung der Taille, Einziehung des hervorstehenden Gesässes durch Verkleinerung der abnormen Beckenneigung, Verminderung vermehrter Wirbelsäulenkrümmungen, wie überhaupt eine zunehmende Wohlgestaltung des Körpers. Die Haut verbessert die Spannkraft und hängende Partien am Körper bilden sich zurück. Diese Behandlungsergebnisse treten mitunter erst einige Monate nach Kurabschluss voll zutage.
Wichtig, der sog. epigastrischer Winkel
Je mehr Platz der Bauch beansprucht umso breiter wird der mittlere Winkel welcher gebildet wird durch den Brustkasten zum Brustbein. Je grösser der Bauch, umso weniger Platz steht dem Herzen und den Lungen zur Verfügung, was eine zunehmende Belastung des Kreislaufs bedeutet.
Beachte wie mit zunehmendem Winkel der Hals auch kürzer wird.

Bauchformen nach Mayr

Literatur
Im Haug Verlag erschienen:
- Leitfaden zur F. X. Mayr-Kur, Dr. med. Bodo Werner
- Die Darm-Reinigung, Dr. med. Erich Rauch
- Blut- und Säfte-Reinigung, Dr. med. Erich Rauch
- Die F.X. Mayr-Kur... und danach gesünder leben
Durchführung - Einleitung
Die Milch
Sie enthält alle wesentlichen Kalorienträger und Vitalstoffe und ist Schutznahrung. Die Milch sollte nicht als Getränk zur Stillung des Durstes aufgefasst werden. Sie ist flüssige Nahrung. Eingenommen sollte sie werden wie beim Säugling, sippend, ansaugend (zwecks Speichelanregung), nur in kleinsten Portionen und gründlich mit Speichel vermischt.
Die Semmel
Die Beschaffenheit der Semmel (Brötchen aus feinem Weissmehl) ist für den Kurerfolg ausschlaggebend. Die Semmel werden frisch gekauft und ca. einen Tag in einem trockenen Zimmer gelagert. Danach sollten sie in Zellophan eingewickelt werden. Sie erreichen nach ca. zwei Tagen die rechte Beschaffenheit: schnittfest und gerade noch eindrückbar (Radiergummi-Konsistenz). Man muss immer für ausreichenden Semmelvorrat und genügend Auswahl sorgen. Zu frische weiche Semmeln haben nicht den Quellwert der Kursemmel und können nicht genügend gekaut und eingespeichelt werden. Sie werden schlecht verwertet, was zu vorzeitigem Hungergefühl, Auftreibung des Leibes und ungenügender Darmschonung führt. Achtung: In der dunstigen Küche oder in Behältern (Brotdose) gelagerte Semmeln bleiben zu feucht! Zu harte Semmeln („Reibsemmel") und Zwieback besitzen nicht den Quellwert der Kursemmel und regen den Speichelfluss nicht so an. Sie sind aber günstiger als die zu weiche Semmeln. Blähungen während der Kur weisen sehr oft auf falsche Semmelbeschaffenheit oder inkorrektes Essen hin.
Viele Reformköstler und Gesundernährer glauben, die Mayr Kur ablehnen zu müssen, da die Semmel als Weissmehlprodukt biologisch wertlos sei. Aber während der Kur soll die Semmel gar nicht biologische Werte zuführen, sondern nur als Kau- und Einspeichelungstrainer dienen! Nur so können die verkümmerten Speicheldrüsen wieder auf Trab gebracht werden. Ausserdem ist die Kursemmel reine Schonkost. Wir wollen bei der Kur keine Ballaststoffe. Natürlich bedeutet dies aber nicht, dass man nach der Kur Weissmehlprodukte verzehren soll!
Die Semmel

Semmel eingepackt

Mayr-Probemahlzeit in der SGK

Was tun bei Hefe- oder Weizenunverträglichkeit? Dinkelfladen!
Rezept: 250g frisch gemahlenes Dinkelmehl + Prise Salz + 2.5 dl stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Alles zusammen in einer Schüssel kurz umrühren. Dieser Brei ergibt 8 Fladen (mit Löffel direkt auf das Backofenblech geben). Bei 250 Grad Hitze 10 Min. backen, dann wenden und nochmals 5 Min. im Backofen belassen.
Wie man essen muss
Semmel vor jeder Mahlzeit in ca. halbfingerdünne Scheiben schneiden. Das Stück wird so lange gekaut, bis ein flüssiger Semmel- und Speichelbrei von leicht süsslichem Geschmack entstanden ist (Stärke der Semmel wird zu Zucker verwandelt). Nun wird ein kleines Löffelchen Milch angesaugt. Der gesamte Mundinhalt wird durch weitere Kaubewegungen vermischt. Dabei setzt schon in der Mundhöhle die Verdauung der Milch kräftig ein, was für das Gelingen der Kur wesentlich ist. Erst dann wird geschluckt. Nun beginnt der Essakt von vorne, bis eine leichte Sättigung erzielt ist. Die Menge ist nicht vorgeschrieben, in der Regel reicht jedoch eine Semmel aus. Auf jeden Fall müssen „Reste" stehengelassen werden. Niemals die übriggebliebene Milch nachkippen. Sie wird ausnahmslos teelöffelweise zum Semmelspeichelbrei „gegessen" oder gar nicht. Als weitere Zusätze geeignet sind Magerquark (bei Bedarf leicht salzen), ein bisschen Honig zum Abendtee, Schafsjoghurt bei Milchunverträglichkeit und Dinkelfladen bei Weizenallergie. In der Morgenpause kann eine gut gewürzte Bouillon und/oder Kräutertee eingenommen werden. Abends soll keine Semmel mehr gegessen, sondern nur Tee (evtl. mit etwas Honig) und/oder Bouillon getrunken werden.

Bitte beachten Sie, dass während dem Essen nicht gesprochen werden darf. Nur derjenige isst korrekt, der während der Mahlzeit schweigt und sich auf das Kauen konzentriert. Es muss eine angenehme und nicht gehetzige Atmosphäre herrschen. Falsche Essweise und schlechte Kureinstellung programmieren Hungergefühl, Gereiztheit, Verdrossenheit und Misserfolg.
Übrigens... Ein zahnloser Patient litt unter Durchfall und Darmentzündungen. So bald er begonnen hatte, seine Nahrung zu pürieren, normalisierte sich seinen Stuhlgang!
Zwischen den Mahlzeiten sollten mindestens 5-6Std. verstreichen, damit sich der Magen vollständig entleeren kann. Versuchen Sie nicht, das Essen durch Abwechslung zu „verschönern" bspw. an einem Tag Semmel und am nächsten Tag Dinkelfladen usw. Die Monotonie ist für die richtige (bescheidene) Nahrungsmenge entscheidend. Wer abwechslungsreich isst, isst automatisch mehr als er sollte.
Jede Darmreinigungskur ist auch eine Trinkkur. Geeignet sind: gutes Trinkwasser, Kräutertees, kohlensäurearme (stille) Mineralwässer. Die Getränke sollen pur und weder zu kalt noch zu warm eingenommen werden. Oftmaliges Trinken, über den Tag verteilt, aber weniger zu den Mahlzeiten(!), unterstützt ganz wesentlich die Ausschwemmung der Schadstoffe. Wenn nicht anders verordnet, sollen täglich, je nach Körpergewicht (bis 50Kg-bis 80Kg-darüber), 2-3-4 Liter getrunken werden. Je nach Bedarf kommen in Betracht:
- Lindenblüten: Unterstützung der Entgiftung über die Nieren und Haut
- Fenchel: Förderung der Entblähung und Darmentgiftung
- Anserine: Entkrampfung von Darm und Nieren
- Schafgarbe: Anregung des Pfortaderkreislaufs und der Frauenfunktionen
- Zitronenmelisse: Stärkung von Nerven, Herz und Frauenorganen
- Zinnkraut: Förderung der Nierenausscheidung und Hautkräftigung
- Johanniskraut: Beschleunigung der psychischen Regeneration
Kräutertees unterstützen die Entgiftungs- und Ausscheidungsvorgänge. Ausserdem beinhalten sie Mineralsalze, Vitamine, Spurenelemente, Fermente, Duft- und Aromastoffe.
Schonung
Im Allgemeinen ist eine gewisse Schonung erforderlich. Eine halbe Stunde oder wenigstens ein paar Minuten ausruhen vor dem Essen, gelegentlich kleine Entspannungspausen und regelmässiges frühes Schlafengehen sind unbedingt erforderlich. Kein abendliches Fernsehen oder zu heisse Bäder. Diese Kur sollte auch dazu benutzt werden, die Hetze des Alltages möglichst zu verringern.
Die Säuberung
Zu Beginn der Mayr - Kur erfolgt eine Darmsäuberung durch Karlsbader oder Bittersalz (Magnesium Sulfat). Wenn möglich wird dies auch während der Kur fortgesetzt. Man gibt einen gestrichenen Teelöffel Salz auf ¼ Liter warmes Wasser. Zur Geschmacksverbesserung kann am Abend vorher das Bittersalz mit etwas Wasser angesetzt und am Morgen mit heissem Wasser aufgefüllt werden. Ausserdem darf man 3-4 Tropfen Zitronensaft beifügen. Dieses „Getränk" wird morgens gleich nach dem Aufstehen eingenommen. Frühstücken soll erst eine halbe bis dreiviertel Stunde später erfolgen, dann, wenn die Salzlösung den Magen schon wieder verlassen hat. Ideal ist eine Kombination dieser Reinigungsart mit der Colon-Hydro-Therapie (separate Infobroschüre). Gelangen besonders stark darmreizende Gifte zur Ausscheidung, können häufige, wässrige und meist übelriechende, missfarbene Entleerungen erfolgen. Gelegentlich schwillt auch die Afterschleimhaut vorübergehend an, rötet und fühlt sich wie wund an. Auch Verstopfung tritt auf, wenn darmlähmend wirkende Gifte ausgeschieden werden. Ansonsten ist ein Stuhl, der allein von der Milch-Semmel-Nahrung herrührt, goldgelb und fast geruchlos, also ähnlich wie beim Säugling. Jede andere Färbung oder übler Geruch verraten den Abgang fehlverdauter, schädlicher Rückstände. Meistens lösen sich die Verunreinigungen zu Beginn der Kur. Je länger und intensiver der Körper der Verunreinigung ausgesetzt war, desto längere Zeit erfordert auch seine gründliche Reinigung. Pfarrer Kneip: „So ein altes Haus putzt man nicht an einem Tage aus!"
Bauchbehandlung
Von eminenter Bedeutung ist die mindestens zweitäglich, noch besser täglich durchgeführte Bauchbehandlung nach F.X.Mayr. Hierbei wird mit einer besonderen Technik die Bauchdecke vorsichtig massiert und das Eingeweide entstaut.

Damit beginnen die Därme besser zu arbeiten, die Lunge kann durch den geringeren Eingeweidezug mehr Sauerstoff aufnehmen, die Herzposition normalisiert sich und damit sofort auch die Zirkulation und Gewebeversorgung mit Vitalstoffen als auch die Entsorgung der Schlacken. Dies wird bspw. an der sofortigen Verbesserung der Hautstraffheit bemerkbar (Handrückenfaltentest).
Leberwickel
Zur Unterstützung der Leberfunktion kann während ca. 15 Min. eine warme Bettflasche an den rechten Oberbauch angelegt werden. Die Wirkung wird intensiviert durch die Unterlagerung mit Heublumen und das Abdecken mit einem Handtuch.
Merksatz:
„Nach dem Essen sollst Du ruhn, oder tausend Schritte tun."
Beispiel eines Tagesablaufes
| 07.00Uhr | Karlsbadersalz-Einnahme |
|---|---|
| 07.15 | Leichte Morgengymnastik. Vorsicht, keine Übungen mit Kopftieflage. Schwindel und Ohnmachtsneigung während der Kur |
| 07.45 | Frühstück: 1 Semmel, Milch, 50g Magerquark, Prise Salz (Frühstücksdauer ca. 45Min!) |
| 10.00 | Pausenverpflegung: 1-2 Suppentassen Bouillon, Kräutertee |
| 13.00 | Mittagessen: wie Frühstück (45') |
| 15.00 | Arzt-Termin für Bauchbehandlung |
| 16.00 | Pausenverpflegung: Kräutertee |
| 19.00 | Abendessen: Bouillon, Kräutertee mit wenig Honig gesüsst, evtl. Orangenscheiben ausgepresst in Tee (die Frucht nicht essen!) |
| 22.00 | Leberwickel |
| 22.15 | Einnahme Basenpulver |
Zwischendurch viel trinken!
Verhalten bei Hunger und Durst
Wenn vorschriftsgemäss gegessen wird, hält die Sättigung lange an, Hungergefühl ist selten. Es tritt fast nur ein, wenn hastig, schlampig oder falsch (Trinken der Milch, statt Löffeln) gegessen wird, oder wenn die Semmeln zu frisch und zu weich sind. Bei Hungergefühl soll stets getrunken werden. Sollte das Hungergefühl trotzdem anhalten, kann ausnahmsweise ausserhalb der festgesetzten Essenszeit eine Kursemmel (oder nur ein Teil davon!), natürlich langsam und richtig gekaut und mit Milch vermischt verzehrt werden. Mit zunehmender Gesundung schwindet in den meisten Fällen das Essbedürfnis ausserhalb der Essenszeiten von selbst.
Kurabschluss
Dies ist die schwierigste Zeit und erfolgt allmählich. Gerade jetzt darf man nicht leichtsinnig werden, sondern muss gründlichst alle Vorschriften einhalten und noch gründlicher als bisher einspeicheln und kauen. Die kleinsten Diät- und Essfehler machen sich jetzt heftig bemerkbar. Die frisch erneuerten Schleimhäute sind noch zart und reagieren auf derzeit Unbekömmliches, z.B. „kratzende" Zellulosekost, mit intensivem Wundgefühl. Merken sie sich, dass nicht mehr die gierige Einnahme grösserer Speisemengen den erwünschten Genuss bereiten soll, sondern das Auskosten und Ausschmecken jedes Bissens. Qualität soll Quantität ablösen. Früher beliebte Gerichte werden plötzlich abgelehnt wie fette Braten, Speck, Patisserie und kompliziert und raffiniert zusammengesetzte Speisen, oder auch Schokolade, Alkohol, Likör und Bohnenkaffee. Als Semmelaufstrich kann etwas Butter oder edle Margarine (Reformhaus), Honig, Quark, Rahmkäse verwendet werden. Als Beilage eignet sich ein weiches Ei, zarte, gedämpfte Gemüse, Gemüsesuppen auf Kartoffelgrundlage, Salzkartoffeln (keine Pommes frites!), Maisgries, Quark, Hüttenkäse, gedünstetes mageres Kalbfleisch, Huhn oder Forelle blau. Später Wurzelgemüse wie Karotten, Petersilie, Schwarzwurzeln sowie feine Salate, Lattich, Sellerie, Fenchel und etwas Spinat. Zum Frühstück und zu Beginn des Mittagessens eignen sich etwas Obst, Banane, geschälter oder gekochter Apfel, Beerenobst, auch in Milch oder Yoghurt. Gut vertragen werden meist auch Sojagerichte wie Tofu und Getreidespeisen aus leicht verdaulichen Haferflocken oder aus Maisgriess, Buchweizen, Hirse usw. garniert mit duftenden Kräutersaucen. Die Kursemmel wird allmählich durch vollwertiges Brot, Knäcke usw. ersetzt, als Aufstrich dienen Butter und Quark-Oel-Kräutermischungen.
Milde Ableitungsdiät
80% aller Risikofaktoren, Störungen und Leiden, die Millionen Wohlstandsbürger in den westlichen Ländern plagen, sowie bis 80% aller Todesursachen, führt man heute auf ernährungsbedingte Krankheiten zurück. Diese enorme Verbreitung von Gesundheitsschäden durch falsche Ernährung lässt sich auch an den Bauchformen (sog. Spitz-, Gas- und Kotbäuche) und Körperhaltungen unserer Mitmenschen erkennen. Es sind aber nicht nur die Übergewichtigen, sondern auch die ewig müden und matten Mageren, denen ihre Zugehörigkeit zu den Ernährungs- und Verdauungsgeschädigten deutlich anzusehen ist. Allen solchermassen Betroffenen hat Dr. Mayr seine Fasten- und Diätkuren verordnet und damit hervorragende Erfolge erzielt. Die mildeste Kurform, die sich aus diesen Mayr-Kuren entwickelt hat, ist die „Milde Ableitungskur" mit ihren drei Stufen, die individuell auf die Verdauungsbelastbarkeit des Einzelnen angepasst werden können. Diese Heilkost dient in erster Linie der Verbesserung des Zustandes des Verdauungsapparates, da nur über die gute Verdauung eine gute Ernährung und gute Gesundheit erzielbar ist. Dies ist das Ziel der Milden Ableitungskur mit der Milden Ableitungsdiät. Es heisst zu Recht: Wird der Bauch entschlackt und enger, lebt man leichter, lieber, länger! Die Schlüsselposition der Verdauungsorgane für die gesamte Gesundheit ergibt sich aus ihrer Tätigkeit als „Wurzelsystem der Pflanze Mensch".
Die „Milde Ableitungskur" ist geeignet:
- zur Krankheitsvorbeugung
- zur Anhebung der Grundgesundheit
- zur Förderung der Heilung verschiedenster Störungen, Krankheiten und Gebrechen
Ausserdem stellt die Milde Ableitungskur und -diät einen idealen Übergang von Fasten-, Diät- und Darmreinigungskuren zu einer gesünder orientierten, individuell geprägten Dauerernährungsweise dar. Die Milde Ableitungsdiät befindet sich in der Mitte zwischen strenger Schonkost und Vollwertkost.
Richtlinien der Milden Ableitungsdiät
- milde, verdauungsschonende (-heilende) Kost als wichtigste Richtlinie
- verdauungserleichternde und möglichst werterhaltende Zubereitung
- Verwendung biologisch hochwertiger Produkte
- Betonung basenspendender Nahrungsmittel
- mässige Monotonie als Schonfaktor
- Berücksichtigung individueller Intoleranzen
- a) nur essen, was aus eigener Erfahrung gut vertragen und leicht bekömmlich ist
- b) alles meiden, was belastend, schwer verdaulich, blähend und säurebildend ist
Verbote der milden Ableitungsdiät während der Kurdauer
- Zellulosereiche verdauungsbelastende Kost: schwere frische Brote, Vollkornbrote und -gerichte, Schrote, schwere Gemüse, Hülsenfrüchte, Kraut, Kohl
- Sämtliche Rohkost: Obst in jeder Form, auch Kompotte, Fruchtsäfte und Obstkonserven
- Fette Gerichte, alles eingebrannte, Gebackene, Panierte, Schweinefleisch und-fett, Wurstwaren, gehärtete, raffinierte Öle und Fette, tierische Fette, Mayonnaisen
- Fabrickzucker, auch brauner Zucker, Dextropur, Süssigkeiten, Konfekt, Bonbons, Süssspeisen, Schokoladen, Marmeladen
- Bohnenkaffe, auch ohne Koffein, alle Industriegetränke, Alkohol, Cola-Getränke; empfohlen: Wasser, Mineralwasser, Kräutertee, Malzkaffee
- Nikotin
- Medikamente - wenn nicht vom Arzt aus anderen Gründen verordnet
Erlaubte Ausnahmen:
- 1-2 TL Zitronen- und Orangensaft in den Kräutertee, Banane ab Ableitungsdiät Stufe III
- Butter, kaltgeschlagene Pflanzenöle
- Honig, Melasse, Birndicksaft
Empfehlungen der Milden Ableitungsdiät
Milch und Milchprodukte, Rahm, Topfen (Quark), leicht verdauliche Käsesorten (Rahmkäse u. a.), zarte (!) gedünstete Gemüse aller Art, Gemüsesuppen, Salz- und Pellkartoffeln, Ei, zarte Fleisch- und Fischgerichte, leicht verdauliche Getreidearten, Haferflocken, Maisgriess, Hirse, Reis, altbackenes Gebäck, Hefeflocken, kaltgeschlagene Pflanzenöle mit hoch ungesättigten Fettsäuren, Honig, heimische Gewürze, Meersalz, Mineralwasser, Kräutertee, Malzkaffee und anderes.
Praktische Durchführung
Das Milch-Semmel-Essen gibt die dafür erforderliche Schulung: Die Kursemmel wird in dünne Scheiben geschnitten, auf die man jeweils eine Messerspitze Quark auftragen kann. Davon wird ein kleiner (!) Bissen so lange gekaut, bis ein flüssiger Semmel-Quark-Speichelbrei entsteht, der schliesslich einen leicht süsslichen Geschmack erhält. Süsslich, weil die Speichelfermente die Semmelstärke zu Zucker abgebaut haben. Noch nicht schlucken! Nun wird ein kleines Löffelchen Milch dazu „gesüppelt" (wie Suppe eingenommen) und mit dem Semmel-Quark-Speichelbrei in der Mundhöhle vermischt, so dass die Speichelfermente auch die Milch vorverdauen können. Erst dann wird geschluckt. So wird bis zur leichten Sättigung gegessen. Dann sofort aufhören.
Wichtig! Die Art der Nahrungsaufnahme ist für den Kurerfolg entscheidend! Ohne die vorgeschriebene Esskultur kann kein Erfolg erzielt werden!
Die Monotonie: Die Auswahl der zum Frühstück angeführten Varianten steht frei, jedoch sollten Frühstück und Abendimbiss der Milden Ableitungsdiät (MAD) immer weitgehend gleich sein, bzw. so selten als möglich gewechselt werden, da die Monotonie einen wichtigen Schon- und Heilfaktor darstellt.
Wer bei seinen Mahlzeiten die Esskultur nach Mayr richtig praktiziert, der erzielt eine angenehme, lang anhaltende Sättigung, weil die ideal mundvorverdaute Nahrung besser verwertet wird. Zwischen Frühstück und Mittagessen soll tunlichst eine Pause von rund fünf Stunden bestehen. Bei richtigem Essen des Frühstücks stellt sich meist erst kurze Zeit vor dem Mittagessen ein gesundes Hungergefühl ein.
Pflege des Hungers (Appetits): Ein keinesfalls quälendes, sondern gesundes Hungergefühl oder - was dasselbe ist - ein kräftiger Appetit, einige Zeit vor der nächsten Mahlzeit, ist die Voraussetzung für die Einnahme eines weiteren Essens. Fehlt diese, dann sollte man unbedingt mit dem Essen warten, auch auf die „Gefahr" hinaus, einmal eine Mahlzeit zu überspringen.
- Ohne Hunger kein Essen!
- Ohne Hunger keine gute Verdauung!
- Ohne Hunger keine Gesundheit!
Daher pflege man das Auftreten seines Hungers!
Milde Ableitungsdiät - MAD I
Frühstück
Zur Auswahl stehen:
Milch (+ Malzkaffee) + Kursemmel + Topfen (Quark)
- Milch: Falls erhältlich und verträglich ist rohe, kurz auf die erwünschte Temperatur erwärmte Milch am günstigsten. Es ist die aus eigener Erfahrung bekömmlichste Milchart zu wählen, wobei Vorzugsmilch, Babymilch oder gute Sauermilcharten (Sanoghurt, Biogarde, Bioghurt) empfohlen werden.
- Malzkaffee: Flockt die Süssmilch aus, wodurch sie besonders leicht verdaulich wird. Auch als Babykost bewährt. Alle Fertig-Malzkaffee-Arten sind erlaubt. Wer Milch sehr gut verträgt, kann sie allein zu sich nehmen, ansonsten ist Beigabe von Malzkaffee günstiger.
- Kursemmel: Diese ist ein altbackenes Weissgebäckbrötchen. Sie stellt zwar ein wertarmes Nahrungsmittel dar, besitzt aber für die Kur als leicht verdaulicher Ess- und Kauschule enorme Bedeutung. Nach der Kur soll sie - falls verträglich - durch biologisch wertvolleres Brot ersetzt werden. Die Kursemmel muss altbacken sein, 3 Tage alt, schnittfest, kaum mehr eindrückbar, so dass sie zum gründlichsten Kauen und Einspeicheln zwingt! Zu frische weiche Semmeln sind ungeeignet! Die täglich auf Vorrat frisch zu kaufenden Semmeln sollen in einem trockenen Zimmer auf einer Stellage auf einem Tuch oder Pergamentpapier in Reih und Glied gelagert und luftgetrocknet werden. Vor dem Essen sind sie in 9-10 kleine Scheibchen zu schneiden. Die Kursemmel wird während der ganzen Milden Ableitungskur als Kauschule verwendet. Sind die Semmeln zu weich, kann man sie früher zerschneiden, wodurch sie rascher lufttrocknen (Notlösung).
- Quark: Am besten ist zunächst 10%ige Magerquark zu verwenden.
Kräutertee + Kursemmel + Quark
Kräutertee: Je nach Wahl. Mild entkrampfend wirken Anserine, Fenchel, nervenberuhigend Melisse, Johanniskraut, besonders wohl schmeckend ist auch Lindenblüte.
Zubereitung: Eine Prise Tee (die von 3 Fingerspitzen erfasste Menge) wird in ein Haarsieb gegeben und mit siedendem Wasser (¼ Liter) überbrüht, 2 Minuten ziehen gelassen und abgestiebt. Falls erlaubt und verträglich, wird ein Teelöffel (TL) echter Bienenhonig (nicht mehr) und etwas Zitronen- oder Orangensaft hinzugefügt.
Bienenhonig enthält Glucose, Fruktose, Spurenelemente, Aminosäuren, Fermente, Inhibine. In gut verschlossenem Geschirr aufbewahren, nie über 50° C erwärmen, da sonst Zerstörung der Fermente. Honig ist als Gewürz zu verwenden. Angegebene Menge nicht überschreiten! oder: Hafer- oder Weizen- oder Reisschleim
Mittagessen
Das Essen der MAD wird mit Basensuppen (Gemüsepüreesuppen) eingeleitet. Diese werden aus verschiedenen, vorwiegend der Jahreszeit entsprechenden Gemüsen - ohne Fett und ohne Mehl - hergestellt („quer durch den Gemüsegarten"). Sie beinhalten zahlreiche, vom Körper in dieser Form leicht aufzunehmende Vitalstoffe, vor allem Mineral- und Spurenelemente, und führen dem sich während der Kur von Schadstoffen, besonders von Säuren, wie Harnsäure, befreienden Organismus basische Substanzen zu. So unterstützen sie die Heilvorgänge. Da die Nahrung des heutigen Menschen überwiegend aus säurebildenden und basenraubenden Nahrungsmitteln besteht, sind Basensuppen auch für Dauerkost zu empfehlen.
Achtung! Alle Suppen, Schleime oder sonstwie schlecht einzuspeichelnde Speisen sollen mit der zum Kauen zwingenden Kursemmel eingenommen werden!
Das Kochen bzw. Garen von Basensuppen soll immer ein langsames Ziehenlassen bei zugedeckten Kochgeschirr sein. Bei zu starker Hitze würde zuviel Flüssigkeit verdunsten und die Suppen würden in der Konsistenz zu dick werden. Am besten schmecken die Basensuppen, wenn sie im Mixer püriert und sofort serviert werden. Bei ungespritzten frischen jungen Gemüsen ist Legieren nicht nötig! Die optimale Schonung bietet die Stufe 1, danach wird langsam aufgewertet und die Verdauungsleistung mehr gefordert. Viele weitere Varianten von Basensuppen können durch individuelle Gemüsemischungen zubereitet werden.
Diese „leicht bekömmlichen Basensuppen" sind auch ausserhalb der MAD (Milden Ableitungsdiät) empfehlenswert. Dabei können dann auch andere Gemüsearten verwendet werden. Würfelig geschnittenes und gedämpftes Gemüse kann als zusätzliche Einlage in die Basensuppe gegeben werden. Auch etwas Frischgemüse kann zuletzt mitgemixt werden.
Zu den Hauptspeisen gehören:
- zarte, leicht verdauliche und schonend zubereitete Gemüse
- leicht verdauliche, bekömmlich zubereitete Getreidegerichte
- etwa jeden dritten Tag etwas Fleisch oder Fisch.
Die Speisen sind einfach und schnell herzustellen. Getreidegerichte erhalten Gemüsezulagen, zu Fleisch- und Fischgerichten gibt man immer Basensaucen und Kartoffeln, um die säurespendende Wirkung von Fleisch oder Fisch auszugleichen.
Abendessen
Während der Milden Ableitungskur wird kein oder nahezu kein Abendessen eingenommen, weil die Nahrungszufuhr zur Abendzeit am ungünstigsten ist. Anstelle dessen werden eine, zwei oder drei Tassen eines beliebigen Kräutertees, evtl. mit einem Teelöffel Honig und etwas Zitronen- oder Orangensaft, löffelweise eingenommen. Die löffelweise Einnahme des heissen Tees bringt meist eine erstaunlich gute Sättigungswirkung zustande. Sollte dennoch echtes Hungergefühl bestehen, so ist zusätzlich noch etwas mit Milch verdünnter Topfen (Quark) erlaubt, der zur besseren Einspeichelung mit etwas Kursemmel eingenommen wird. Jedoch soll man bereits bei Erreichen einer leichten Sättigung mit dem Essen aufhören. Für die ganze Kur gilt die „Pflege des Hungers", denn: „Hunger heilt!"
Das heisst, dass dann, wenn der Körper so wenig an Nahrung erhält, dass einige Zeit vor der nächsten Mahlzeit ein gesundes Hungergefühl entsteht, der Verdauungsapparat in seinem Inneren Ordnung schaffen, aufräumen, alte Schlackenstoffe verdauen und abstossen kann. Während des Leerseins des Verdauungsapparates, das man als Hunger verspürt, vollziehen sich die wichtigsten Heilvorgänge! Bei den meisten Kurpatienten entsteht allerdings während der ganzen Ableitungskur, auch des Abends, nur geringes Hungergefühl, da der Körper jetzt von seinen abbaufälligen Reserven, „Mülldeponie" und Fettspeichern lebt. Wer zu anderer Zeit als vor dem Essen über Hunger klagt, hat meist nur „Gusto" Verlangen des verwöhnten Gaumens nach Abwechslung. Quälender Hunger darf jedoch zu keinem Zeitpunkt der Kur auftreten. Dies würde - richtige Kurdurchführung vorausgesetzt - ein Krankheitszeichen darstellen, das die Konsultation des behandelnden Arztes nötig macht.
Milde Ableitungsdiät - MAD II
Die MAD II weist zum Unterschied zur MAD I eine bereits reichhaltigere Auswahl mit zum Teil auch schon etwas schwerer verdaulichen Nahrungsmitteln auf. Dabei kommt auch der Anwendung von hochwertigen Öl-Eiweiss-Gerichten im Sinne von Dr. J. Budwig besondere Bedeutung zu. Unverändert gilt die Esskultur mit gründlichstem Kauen und Einspeicheln sowie das Aufhören mit dem Essen zum frühest richtigen Zeitpunkt. Pflegen Sie den guten Appetit!
Frühstück
Zur Auswahl stehen die bereits in der MAD I empfohlenen Frühstücksgerichte, wobei anstelle des Magertopfens (Quark) bereits Topfen mit höherem Fettgehalt (20%), auch Gervaiskäse, und als mögliche Zusätze in Betracht kommen:
- Öl-Quark-Aufstriche, evtl. fallweise
- weichgekochtes Ei (mit Meersalz)
- Poulet- oder Trutenschinken (kein Schweineschinken), oder
- Hafer-, Weizen- oder Reisschleim (Rezepte 1 und 80), mit eingesprudeltem Ei und 1-2 TL kaltgeschlagenem Öl (gut eingerührt).
Mittagessen
Die Basensuppen:
Die Basensuppen von MAD II werden unverändert wie in MAD I zubereitet, jedoch können die abgeschmackten, fertigen Suppen zusätzlich mit kaltgepressten Ölen, Butterflocken oder Hefeflocken angereichert werden.
Abendessen
Das Abendessen der MAD II bleibt unverändert wie bei der MAD I. Bei stärkerem Essbedürfnis sind jedoch auch die sättigenderen Quarkaufstriche erlaubt.
Milde Ableitungsdiät - MAD III
Die MAD III ist die Ableitungsstufe, die bereits einen Übergang zu einer künftigen Dauerkost darstellt. Hier kommen schon etwas weniger leicht verdauliche Nahrungsmittel und Zubereitungsarten zur Verwendung, wie z. B. Kartoffeln in Form von Pellkartoffeln, vermehrt Kuchen- und Wildkräuter (Kresse, Löwenzahn), auch Rindfleisch, weiterhin in bescheidenen Mengen Banane, Karotten roh im Öl-Eiweiss-Gericht und leicht verdauliche Nachspeisen (Desserts). Beim Grillen kann die bisherige Form (mit Folie) beibehalten oder bereits ohne Folie vorgegangen werden. Allerdings soll beim Übergang in die MAD III jeweils immer nur eine der neuerlaubten Essmöglichkeiten erprobt werden. Unverändert gilt die Esskultur mit gründlichsten Kauen und Einspeicheln sowie das rechtzeitige frühest mögliche Aufhören mit dem Essen.
Pflegen Sie weiterhin den guten Appetit!
Frühstück
Zur Auswahl stehen alle bereits in der MAD I und II empfohlenen Frühstücksgerichte, wobei jetzt zusätzlich zur Auswahl stehen:
- Neue Öl-Eiweiss-Aufstriche; oder
- Linomel-Misch-Gerichte (Linomel ist eine im Reformhaus beziehbare Leinöl-Honig-Mischung, die wegen ihrer Bekömmlichkeit und wegen ihres guten Geschmackes auch von Säuglingen vertragen wird.)
Mittagessen
Die Basensuppen
Das zur Verwendung kommende Gemüse darf schon mit etwas Lauch oder Zwiebel in Butter geschwitzt werden. Dadurch ist der Geschmack noch besser.
Hauptspeisen
Ausser den empfohlenen Rezepten können jetzt zarte Blattsalate in bescheidener Menge als kleine Vorspeise vor der Suppe gegessen werden, angemacht mit naturreinem Apfelessig, kaltgepresstem Öl und Meersalz.
Quelle
Die leicht modifizierten und abgekürzten Texte wurden entnommen:
Dr. med. Erich Rauch / Peter Mayr: Milde Ableitungs-Diät; Karl F. Haug Verlag, Heidelberg
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Ein spezielles körpereigenes Hormon ist in der Lage, die Fettverbrennung anzuregen und dies vor allem an den Problemzonen. Durch eine begleitende fettfreie Ernährung ist innert Wochen eine Abnahme von 5-10kg möglich. Eine echte Chance für alle bisherigen „Versager".

Die natürliche Hormon-Diät wurde von Dr. Simeons vor über 40 Jahren entwickelt. Es handelt sich um eine altbewährte, sehr erfolgreiche Kur zur Gewichtsreduktion auf natürliche Weise. Hierbei wird das natürliche Platzentahormon, welches vor allem in der Schwangerschaft im Organismus produziert wird, zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Es mobilisiert die diätresistenten Fettpolster (Körperdepots), welche auch durch eine Ernährungsumstellung oder Sport nicht mobilisiert werden können. Diese Depots sind es, die einer optimalen Körperfigur im Wege stehen.
Bei der Simeons Kur wird geringe Mengen von Hormon unter die Haut gespritzt, analog dem Insulin beim Diabetiker. Diese kleine Dosis entfaltet einen fettabbauenden Effekt, in der Regel ohne Nebenwirkungen. Aus diesem Grund kann die Diät mit Erfolg auch beim Mann eingesetzt werden. Die Kur funktioniert nur in Kombination aus täglicher Hormon-Gabe und einer speziellen Diät. Sie ist zeitlich auf 4 bis maximal 6(-8) Wochen begrenzt. Trotz Kalorienreduktion während dieser Zeit ist man körperlich normal arbeitsfähig, leidet nicht an Hungergefühl (ein weitere Effekt der Hormon Injektionen) und kann sportlichen Betätigungen nachgehen.
Im Regelfall ist eine Gewichtsreduktion von 5 - 8 Kg in 4 Wochen möglich und zwar ohne „JoJo-Effekt“, das heisst das Ergebnis bleibt noch längere Zeit bestehen. Der Patient lernt längerfristig mit seiner natürlichen Veranlagung umzugehen und sein Gewicht zu kontrollieren. Wir empfehlen anschliessend an die Hormon- Kur eine Diätberatung, um dauerhaft das Wunschgewicht zu erhalten.
Die Hormon-Diät empfiehlt sich besonders bei Problemzonen mit schlechtem Bindegewebe, das zu Cellulitis neigt. Vor dem Kurbeginn erfolgt ein eingehendes Gespräch und eine medizinische Abklärung. Eine regelmässige, wöchentliche Kontrolle in der Praxis kontrolliert den Verlauf und Erfolg Ihrer Kur.
Die Seegarten Kuroptimierung (fakultativ)
- Inzwischen ist bekannt, dass versteckte Nahrungsintoleranzen zu ungewolltem Gewichtzunahme führen können. Diese werden erkannt und aus dem Ernährungsprogramm eliminiert / ersetzt.
- Ballaststoffe sind sicherlich ein wichtiger und gesunder Teil unserer Ernährung. Wenn jedoch wir unter einer Fehlbesiedlung des Darmes leiden und zu viele von Bakterien namens "Firmicutes" aufweisen, so werden plötzlich aus den Ballaststoffen Kalorien hergestellt und das bis zu 250Kcal täglich! Eine einfache Stuhluntersuchung gibt uns hier die Antwort.
- Mit dem Hormon, welches bei dieser Kur verwendet wird, könnte vor allem beim Mann vermehrt Testosteron gebildet werden. Diese wird im Fettgewebe zu Oestrogen umgewandelt und wird damit den Fettansatz nur weiter fördern. Mit einem speziellen Creme auf pflanzlicher Basis, welche täglich auf die Haut angebracht wird, kann diese Umwandlung wirksam begegnet werden.
- Wir haben einen speziellen Badezusatz entwickelt, welcher hilft Kalorien zu verbrennen, bzw. den Appetit zu reduzieren.
- Eisenmangel kann die Fettverbrennung in den Mitochondrien verlangsamen. Dadurch muss mehr Zucker verbrannt werden und es entsteht Süsshunger. Eiseninfusionen können hier "Wunder" bewirken.
- Mit einer besonderen Mikronährstoffmischung kann die Fettverbrennung in den Mitochondrien zusätzlich gefördert werden.
- Für alle, die zudem sich sportlich engagieren wollen: Mit einer speziellen Laktatbelastungs-Analyse ist es möglich, die Qualität der Fettverbrennung zu evaluieren, wie auch den optimalen Fettverbrennungspuls zu kalkulieren.
Beispiel einer Gewichtsentwicklung bei einer Patientin
| Angaben in cm | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Woche | Gewicht Kg | Oberarm | Brust | Taille | Po | Oberschenkel |
| 0 | 65.4 | 32.3 | 101.2 | 78 | 99 | 51.5 |
| 1 | 62.8 | 30.9 | 98 | 76 | 96.5 | 50 |
| 2 | 61.2 | 29.4 | 93 | 72.3 | 95 | 49 |
| 3 | 59 | 29 | 90.5 | 70.5 | 94.7 | 49 |
Weitere Patientenbeispiele




Gegenanzeigen
- Schwangerschaft
- Porphyrie
Alles über die HCG Kur auf Englisch...
Auf diese Seite können Sie vollständige Sets für die selbständige HCG Kur bestellen. Wenn Sie noch keine eigene "Spritzenerfahrung" haben, ist von diesen Selbstversuchen dringend abzuraten. Zudem darf auch nicht vergessen werden, dass dabei ein Hormon gespritzt wird. Die Kur sollte deshalb grundsätzlich nur unter ärztlicher Leitung geschehen. Erfahrung hat gezeigt, dass die fachkundige Begleitung zudem zu deutlich besseren Ergebnissen führt.
Hier in unsere Clinic werden Gewicht und Massen regelmässig kontrolliert, protokolliert und - falls nicht abgelehnt - auch fotografiert.
Durchführung
Für das Gelingen und zur Erreichung eines guten Gewichtsverlustes sind Ihre Mitarbeit und Ihr Verständnis wichtig. Die täglichen Injektionen während der vorgeschriebenen Kurdauer dürfen nur nach ärztlicher Absprache unterbrochen werden, damit das Resultat nicht beeinträchtigt wird.
Medikamente: Das weitere Einnehmen verordneter Medikamente wird mit dem Arzt vereinbart. Die Antibaby-Pille soll nicht abgesetzt werden. Während der HCG Kur kann ohne Pille die Empfänglichkeit erhöht sein.
Die Mahlzeiten nach dem Diätplan sind zeitlich, wenn immer möglich, einzuhalten. Sie dürfen ausgelassen aber nicht "nachgeholt" werden.
DAUER DER BEHANDLUNG
Die Minimaldauer beträgt 3 Wochen. Wenn währnend der Kur intensiver Hunger auftritt, kann dies ein Zeichen sein, dass die Kur abgebrochen werden soll. Dies ist unbedingt dem Arzt zu melden. Diätfehler können ebeso Hungerreaktionen auslösen.
DIE INJEKTIONEN
Die Spritzen mit HCG müssen täglich tief in die Haut erfolgen und zwar am Morgen (Wirkt als Appetithemmer)! Am Besten spritzen Sie dort wo sich möglichst wenig(er) Fett angesetzt hat so bspw. in Oberschenkel oder Oberarme. Bei Reithosenproblematik kann auch in den Bauch injiziert werden. Wenn in grössere Fettdepots gespritzt wird, wird das HCG nicht ausreichend resorbiert. Injiziert wird grundsätzlich 6 Tage in der Woche. Bspw. Sonntags Pause. Damit bleibt die HCG-Wirkung maximal. Die HCG wirkt 3 Tage im Körper. Dies ist auch der Grund, weshalb die Diät noch während drei Tagen nach der letzten Spritze fortgesetzt werden muss.
LAGERUNG UND NUTZUNG DER SPRITZEN
HCG ist in gelöster Form empfindlich auf Wirkungsverlust. Deshalb dürfen die fertig aufgezogenen Spritzen nicht länger als eine Woche - und wenn, dann im Kühlschrank! - gelagert werden.
In der Praxis erhalten Sie jeweils 6 fertige Spritzen, also ausreichend für genau eine Woche.
MENSTRUATION
Wähend der Periode sollten die Injektionen mit dem ersten Tag während 3 Tage unterbrochen werden. Dann aber kann auf den nächsten regulären "Freitag" verzichtet werden. Die Diät wird während der Pause unvermindert fortgesetzt.
DIE ERSTEN DREI TAGE
Diese sind die sog. "Masttage". Hier dürfen Sie essen so viel Sie wollen, um die gut errechbaren Fettreserven aufzufüllen. Dies ist wichtig, um spätere Hungergefühle nicht aufkommen zu lassen. Bereits an diesen Tagen werden die Injektionen durchgeführt.
FLÜSSIGKEITSZUFUHR
Pro Tag muss mindestens 2 - 3 Liter getrunken werden. Im Sommer und in geheizten Räumen mehr. Nur Wasser oder Tee. Keine Light - Getränke (zu viel künstlicher Süsstoff), keine Milch (zu fett), kein Alkohol (Fettstoffwechsel) geht direkt in s Fettdepot), Kaffee erlaubt, zählt aber nicht zur Flüssigketismenge.
FLEISCHZUBEREITUNG
Nur in Teflon-Bratpfanne, Steamer, alternativ dazu in fettfreier Bouillon im Wok oder in Bratfolie im Ofen. Fett eliminieren.
VERBOTEN
- Kohlenhydrate: Teigwaren, Reis, Kartoffeln, Brot, Crissini (zu fett).
- Früchte: Zuckermais, Steinobst, Bananen, Trauben, süsse Birnen, Khaki
- Gemüse: Rüebli, Randen, Zuckererbsen, Mais
- Fette: Nüsse, Samen, Ölfrüchte (Oliven) Erlaubt: Cocosöl
- Ausserdem: Eigelb, Salatöl
Pflegemittel
- Verboten: Körperöle und fetthaltige Cremes. Sämtliche Cremeprodukte, wie Gesichts-, Hand- und Fusscremen, Reinigungsmittel, Rasiercreme, Bodylotions, Badeöle, Massageöle, ölige Seifen, Haarpackungen, Haargel usw. Zur Hautpflege dürfen fettfreie Cremes oder Lotion angewendet werden.
- Erlaubt sind Sonenncreme von Ultrasun (ölfrei), Pommaden und Lippenstifte, Augenmakeup und Puder. Acerbin und andere ölfreie Pflegemittel sind in der Praxis erhältlich.
WICHTIG
Bei (beabsichtigten) Diätfehlern bspw. während Ferien oder bei Einladungen sind die Injektionen drei Tage vorher abzusetzen und am Tag danach wieder aufzunehmen. Ansonsten kann es vorkommen, dass Sie trotz übrige korrekte Ernährung wieder rapide zunehmen.
Also:
- Fettfreie Ernährung + HCG >>> Gewichtsverust
- Fetthaltige Ernährung und/oder fetthaltige Pflegemittel + HCG >>> Gewichtszunahme
Die Mahlzeiten
Frühstück
Tee oder Kaffee, wenn nötig pro Tag höchstens einen Esslöffel Milch. Grössere Mengen Milch oder Milchprodukte sind wegen des Fettgehaltes von dieser Diät ausgeschlossen.
Als Appetithemmer hat sich morgens ein Glass Zitronensaft bewährt: Eine ganze Zitrone auspressen und mit Wasser beliebig verdünnen. Kein Zucker! Sauer trinken!
Bei Hunger darf einen trockenen Toast gegessen werden.
Mittagessen
Eine Mahlzeit kann eine Zusammenstellung sein aus den folgenden Wahlgruppen. Es ist nicht zwingend alle Gruppen in eine Mahlzeit zu integrieren, es kann auch weniger sein.
1. Wahlweise: 100g Kalb-, Rind-, Poulet-, Truthahn-, Lamm-, oder Pferdefleisch, mageres Straussenfilet (ohne Haut und Fett) oder mageres Wild, 70g Pferde-, oder Rindermostbröckli oder: 100g mageren, weissen Fisch, Crevetten, Krebse, Langusten oder: 100g Tofu oder Blanc battu (mager). Alles sichtbare Fett soll vom rohen Fleisch entfernt werden. Fleisch, Geflügel oder Fisch ohne Fett kochen oder grillieren. Am besten eignet sich dafür eine Teflonpfanne.
Ausgeschlossen: Fette Fische (Aal, Lachs, Sardinen, eingelegte, getrocknete oder gerauchte Fische), Eigelb (zu fetthaltig), nur das Eiweiss ist erlaubt.
2. Wahlweise: Eine locker eingefüllte Tasse einer Gemüse- oder Salatsorte
Salate: Grüner Salat, Lattich, Spinat, Eisbergsalat, Chicorée, Catalogna, Kresse, Rucola, Feldsalat (Nüssli)
Gemüse: Fenchel, Stangensellerie, Mangold, Freilandtomaten, Rettich, Kabis, Zwiebeln, Spargeln, Radieschen, Gurken, Zucchetti, Pilze
3. Wahlweise: Eine Scheibe Knäckebrot, Toastbrot oder einen Grissino
4. Wahlweise: Eine Orange, ein Apfel, eine halbe Grapefruit, eine Tasse Beeren, eine Kiwi, eine Scheibe frische Ananas, eine halbe Papaya. Kein Steinobst
Nachtessen
Wie Mittagessen:
- 1. Fleisch, Fisch, Tofu oder Blanc battu
- 2. Gemüse oder Salat
- 3. Knäckebrot, Toast oder Grissino
- 4. Obst
Zwischenmahlzeiten
Vor allem Getränke oder Punkt 3 oder 4 anstelle zum Mittag oder Abendessen
Getränke
Brennessel-, Lindenblüten-, Kamillen-, Pfefferminz-, Grün- oder Schwarztee, Mineralwasser, Menge nach Belieben. 3-4 Tassen Kaffee, sofern erwünscht, bevorzugt Espresso. Dazu täglich den Saft einer Zitrone.
Süssstoffe
Geringe Mengen künstlicher Süssstoffe als Zuckerersatz schaden nicht.
Würzen der Speisen
Weinessig, Zitronensaft, wenig Salz, Pfeffer,- Curry, wenig Paprika, beliebige Kräuter (frisch oder getrocknet), Tamari-Sauce, Miso (beide aus dem Reformhaus), Coleman's Pudersenf (erhältlich in Traiteurgeschäften und Reformhäusern)
Verboten: Fertige Gewürzmischungen, Suppen- und Saucenwürfel, Konservenprodukte (diese können Konservierungsmittel, Glutamate usw. enthalten und sind nicht sicher fettfrei).
Alle Nahrungsmittel müssen frisch oder fettfrei tiefgefroren sein, keine Konserven. Alle Gewichtsangaben beziehen sich auf das Rohgewicht.
Das Essen unterwegs und am Arbeitsplatz
Bündnerfleisch, Most-Bröckli, Kalbsbratenaufschnitt, Trutenaufschnitt, möglichst vakuumiert.
Beispiel-Menüs
GEMÜSEFORELLE IM OFEN
1 Zuchtforelle, 1 Selleriestengel klein würfeln, mit Dill und Salz bestreuen, in Forellenbauch einfüllen, 15 Min. im Ofen garen.
ROTZUNGENFILET MIT MANGOLD
100 g Filets mit 100g Mangold in feuerfester Platte dünsten. Wenig Bouillion-Gewürze.
GEFÜLLTE TOMATEN
1 Tomate à 110g aushöhlen, 100g Tartarfleisch mit (½ K'löffel Zwiebeln) dünsten. In Tomate füllen und im Ofen garen.
REZEPT FÜR KOCHBOUILLON
Ohne das Gemüse verwenden: Fenchel, ¼ Kabis, kleine Zucchetti, Zwiebel, Gewürze und viel Wasser, langsam ca. 1 Std. köcheln. Diese eignet sich vorzüglich für Saucen/ zum Kochen.
TARTARSTEAK MIT SALAT
100g Tartarfleisch, ½ K'löffel gehackte Zwiebeln, Petersilie, Knob!auchspur, Colmansenf, Kräuter, Zitronensaft gut mischen, auf Salatblätter legen.
SIEDFLEISCHSALAT
100g ganz mageres Fleisch würfeln, 100 g Gurken dazu. Mit Colmansenf, Petersilie, Kräuter, Weinessig, Bouillon eine Sauce machen, Über das Fleisch giessen.
GULASCH MIT GEMÜSE (2 PORT.)
200 g mageres Rindsvoressen, 100 g Tomaten, 100 9 Selleriestange. Das Gemüse feinschneiden, andünsten, Fleisch beigeben, mit Wasser ablöschen, mit Paprika würzen. 1 Std. langsam köcheln lassen.
CURRYFLEISCH MIT ZUCCHETTI
100g geschnetzeltes Kalbfleisch mit (½ K'löffel Zwiebeln andünsten. Currypulver mit Wasser verrühren, 15 Min. weiterdünsten.
FLUNDERNFILET MIT SPINAT
100g Filet in Salzwasser pochieren. 1 Tasse Spinatblätter dünsten. Filets auf Spinatbett anrichten.
CREVETTEN-ODER KRABBENSALAT
100g Crevetten mit 100g Gurkenwürfeln mischen, mit etwas Dillspitzen und Zitronensaft beträufeln. Auf 1 Salatblatt anrichten.
POULETBRUSTSALAT
100g Pouletbrust geschnitten, 100g Radieslischeibchen, wenig gehackte Petersilie, miteinander mischen, mit Weinessig beträufeln.
HAMBURGER MIT BRüSSELER
100g Tartarfleisch (½ K'löffel Zwiebeln), Gewürze, mischen. In Teflonpfanne gut anbraten und garen. Dazu 100g Brüsseler roh oder gedünstet servieren.
GESCHNETZELTES POULET- ODER KALBSFLEISCH
100g Fleisch mit Zwiebeln andünsten. Mit Rosmarin würzen, 3 Zuchtpilze dazugeben, mit Wasser ablöschen und gar werden lassen.
SCHNITZEL MIT SPARGELN
100g Spargeln und 100g dünne Kalbsschnitzel mit Salbei bestäuben und einer Spur Knoblauch langsam dünsten, etwas Bouillon beigeben.
Probleme während der Kur?
Falsch oder zu viel gegessen
Einen Apfeltag durchführen. 6 Äpfel (und nichts anderes!) verteilt über den Tag essen, viel trinken.
Stauung / Wasserhaushalt
Es kann passieren, dass das Gewicht dadurch stagniert, weil sich Wasser im Körper gebunden hat. Dann ist der Konsum an Salz einzuschränken (Mostbröckli / Bündnerfleisch). Im Extremfall kann eine entwässerungstablette eingenommen werden. Dies wird aber mit dem Arzt besprochen.
Plateaugewicht
Wenn es für längere Zeit nicht mehr "bergab geht" erleben Sie das sog. Plateauphänomen. Eigentlich nehmen Sie weiterhin ab, aber das Fett wird durch Wasser erstetzt. Diese Phase kann einige Tage bis maximal 2 wochen andauern. Dann tritt wieder Gewichtsverlust ein.
Nächtlicher Hunger
Ein aufgespartes Toastbrot essen vor dem Schlafen. Bei Übelkeit kann auch etwas Traubenzucker eingenommenwerden. Soll aber die Ausnahme bleiben!
Schwangerschaftstest positiv
Schwangerschaftstests weisen auch HCG im Urin nach, das gleiche wie Sie bei der Kur spritzen. Aus diesem Grund müssen SS-Tests erst mindestens drei Tage nach der letzten Injektion erfolgen, damit kein falsch positives Resultat abgelesen wird.
Verstopfung
Sie trinken zu wenig! Ansonsten versuchen mit einem natürlichen Abführmittel ohne Zucker:
- Papaya mit Kernen vor dem Schlafengehen
- Apfel mit Kernen ohne Schale
- Indischer Flohsamenschalen (Metamucil)
Die Nachkur
Die Nachkur dauert mindestens 3 Wochen.
Am 4. Tag nach der letzten Spritze dürfen wieder alle Pflegemittel eingesetzt werden.
Wichtig: Jeden Tag zur gleichen Zeit auf die Waage stehen. Schwankungen von bis zu einem Kilo sind normal. Gleiches Essen wie während der Kur, die Menge darf allmählich auf das Doppelte ansteigen. Erst danach vorsichtig Kohlenhydrate zugeben in kleinen Mengen. Z.B. eine Scheibe Toastbrot, etwas Basmati Reis. Gewicht stets beobachten! Wenn konstant, dann wieder erlaubt: Rüebli, Randen, Mais, Zuckererbsen
Wird Sport getrieben darf 1 Stunde vorher eine Banane, etwas Reis oder Toastbrot gegessen werden.
KALORIEN FAUSTREGEL Nährwert
Gruppe 1: Fleisch, Fisch, Huhn, fettarme Käse, Milch, Eier, Früchte, Gemüse (keine Dörrfrüchte, wenig Nüsse, keine Saucen)
Gruppe 4: Brot, Kartoffeln, Reis, Teigwaren
Gruppe 6: Alkohol, Zucker
Gruppe 8: Butter, Oel, Fleischfett, Rahm, Schinken
Das heisst: Bei gleichem Gewicht sind die obigen Nahrungsmittel jeweils (aus der Gruppe) 4,6 oder 8 mal so nährhaft wie 1. Sie sollten in entsprechend geringeren Mengen genossen werden.
In den ersten 3 Nachkurwochen ist trotzdem die Gruppe 4 gefährlicher als die Gruppen 6 + 8 da in wesentlich grösseren Mengen konsumiert.
Steigt das Gewicht mehr als 1 Kilo, müssen am gleichen Tag das Frühstück (falls wieder aufgenommen wurde) und/oder das Mittagessen ausgelassen werden, es sollte jedoch viel getrunken werden. Stets für genügend Eiweiss sorgen. Evtl. 1 Tomate oder 1 Apfel
Abends müssen ein grosses Steak oder 300g Tofu oder Blanc battu (Protein Zufuhr) und eine rohe Tomate oder ein Apfel gegessen werden.
Nicht vergessen: Eine leichte sportliche Betätigung hilft bei der Aufrechterhaltung des Resultats und des Wohlbefindens.
ARZTTERMINE
Wöchentlich sollte eine ärztliche Kontrolle stattfinden.
In der Regel wird eine Photodokumentation zu Beginn und am Schluss der Behandlung durchgeführt. Zudem werden alle 2 Wochen Körperumfang-Masse genommen.
KOSTEN
Die wöchentliche Kosten sind der aktuellen Preisliste zu entnehmen. Dieser Preis gilt auch dann, wenn Sie (mal) auf eine Arztkonsultation verzichten.
Zuckerarten
Einfachzucker mit 5 Kohlenstoffatomen (hier im 5er-Ring)
Einfachzucker mit 6 Kohlenstoffatomen (hier im 6er-Ring)
Mannitol, verwendet im Dünndarmdurchlässigkeitstest, ist ein Alkoholderivat der Mannose.
Doppelzucker




Lactulose wird als Darmregulans benutzt, wie auch im Dünndarmdurchlässigkeitstest.
Mehrfachzucker















