Orthomolekulare Medizin

Richtig angewendet: Möglichkeiten und Grenzen

Die Basis der orthomolekularen Therapie ist die Zufuhr körpereigener Substanzen in Form von Mikronährstoffen, in der richtigen Menge und Kombination. Dies kann Erstaunliches bewirken: Sie wirkt schonend, entlastend und steigert die Reaktionsfähigkeit und damit die Selbstheilungskräfte des Körpers. Die Kompetenz des Körpers, selbst schwerste Krankheiten und Verletzungen auszuheilen, wird immer noch unterschätzt.

In einer Welt, die von schnellem Lebensstil und verlockenden Nahrungsmitteln geprägt ist, ist die Bedeutung einer gesunden Ernährung unbestreitbar. Doch selbst wenn wir uns bemühen, auf unsere Ernährung zu achten, bleiben wir oft nicht ausreichend mit wichtigen Mikronährstoffen versorgt. Dieses Problem betrifft nicht nur Fleischesser, sondern auch Vegetarier und Veganer, die möglicherweise nicht genug Vitamin B12, Eisen, Omega-3-Fettsäuren und andere essenzielle Nährstoffe zu sich nehmen.

Grundsätzlich gilt: Ein Körper kann mit ungesunder Ernährung nicht gesund werden, und auch nicht mit einer Ernährung, die seinen persönlichen Bedürfnissen nicht entspricht.

Hier kommt die orthomolekulare Medizin ins Spiel, ein Ansatz, der darauf abzielt, den Körper mit den richtigen Nährstoffen in der richtigen Menge zu versorgen, um optimale Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Die orthomolekulare Medizin beruht auf dem Prinzip, dass Krankheiten durch Ungleichgewichte oder Mängel von Mikronährstoffen entstehen können und dass diese durch die gezielte Zufuhr dieser Nährstoffe behandelt oder sogar verhindert werden können.

In solchen Fällen spielen Nahrungsergänzungsmittel eine entscheidende Rolle. Sie können dazu beitragen, die Lücken in unserer Ernährung zu schliessen und sicherzustellen, dass unser Körper die notwendigen Nährstoffe erhält, um optimal zu funktionieren.

Grenzen der OM

Die orthomolekulare Medizin (OM) kann unter optimalen Bedingungen erstaunliche Ergebnisse erzielen. Allerdings werden die Erwartungen relativiert, wenn keine optimale Ernährung vorliegt (heute leider häufig) oder bedeutende Umwelt- und innere Belastungen bestehen.

Deshalb stehen ernährungsmedizinische und toxikologische Überlegungen immer an erster Stelle. Dies beinhaltet auch die Erkennung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis hin zur Zöliakie, die die Aufnahme von Mikronährstoffen beeinträchtigen können. Es ist daher entscheidend, nicht nur mögliche Defizite zu identifizieren, sondern auch zu klären, ob Faktoren vorhanden sind, die Krankheiten verursachen oder sogar eine Heilung verhindern können.

Keine OM-Therapie kann ungesunde Belastungen jeglicher Art ausgleichen.

Zu den wichtigsten krankheitserregenden Faktoren zählen:

  • Nahrungsmittelsensibilisierungen
  • Umwelteinflüsse
  • Darmprobleme
  • schlechte Mundhygiene, wurzeltote Zähne, Parodontitis, NICO
  • Schwermetalle aus Zahnmaterialien (Gold und Amalgam) sowie aus schlecht gemachten Tattoos
  • unnötige Medikamenteneinnahme

Es ist wenig zielführend, bei chronischen Beschwerden diese Belastungsfaktoren zu übersehen und sich ausschliesslich auf die orthomolekulare Medizin zu verlassen, was letztendlich oft nur zu „teurem Urin“ führt. Eine qualitativ hochwertige Behandlung sollte wie ein 5-Gänge-Menü betrachtet werden, bei dem niemand auf die Idee käme, mit dem Dessert zu beginnen. Doch genau das wird oft in der OM praktiziert, woraufhin man sich wundert, warum die vielen Supplemente nicht helfen.

Seien Sie vorsichtig bei Praktiken, die Sie zur Einnahme zahlreicher Supplemente auffordern. In den meisten Fällen ist dies mit einer abwechslungsreichen und vor allem individuell angepassten Ernährung nicht in diesem Ausmass notwendig. Aus der Praxis von John van Limburg Stirum sind sogar Fälle von Patienten nach Magen-Bypass-Operationen bekannt, die erstaunlicherweise kaum Mikronährstoffdefizite aufwiesen.

Orthomolekulare Medizin