Medizinische Verfahren

Umweltmedizin

Klinische Umweltmedizin beschäftigt sich mit den komplexen und vielfältigen Einflüssen der Umwelt auf die Gesundheit. Dazu gehören Elektrosmog, gesundes Wohnen, organische Chemikalien und Pilzgifte.

Die folgenden Abschnitte vertiefen die einzelnen Themen.

Klinische Umweltmedizin

Zunehmende Umweltbelastung und EHS/MCS als Spitze des Eisbergs

Klinische Umweltmedizin ist ein neuer Zweig der modernen Medizin, der sich mit den komplexen und vielfältigen Einflüssen der Umwelt auf die Gesundheit beschäftigt.

Wer ist ein "Klinischer Umweltmediziner" eigentlich?

Er ist nach der Suche der Ursachen und ist nicht sofort mit einer Diagnose zufrieden. Ein Umweltmediziner ist wie ein «Sherlock Holmes», der die Ursachen von den Symptomen unermüdlich sucht.

Er kennt die Rolle der Umweltfaktoren auf die Gesundheit und dass die Reaktionen von Menschen Umweltfaktoren gegenüber ganz unterschiedlich sein können.

Ein Ziel eines Umweltmediziners ist möglichst eine ätiologische (ursächliche) Therapie. Oberste Priorität hat die Reduktion oder eine Elimination der Belastung, und (falls möglich) eine Ausleitung der bisher im Körper eingespeicherten Toxine. Förderung der eigenen "Verteidigungssysteme".

Am Herzen eines ursachenorientierten Arztes liegt vor allem eine Primärprävention. Mensch und Natur werden von ihm als ein Kontinuum gesehen.

Die Umweltmediziner beschäftigen sich auch mit aktuell (leider) immer noch "umstrittenen" Themen wie Elektrohypersensitivität (EHS), Multiple Chemische Sensitivität (MCS), Chronische Müdigkeit (CFS), Fibromyalgie (FMS), Krankes-Haus-Syndrom (Sick-Building-Syndrom SBS) und mit möglich durch die Umwelt verursachten Krankheiten oder Symptomen.

Umweltbelastungen heute

In den industrialisierten Ländern nimmt die Belastung der Menschen durch chemische und physikalische Beeinträchtigungen ständig zu. Neu entwickelte chemische Produkte, immer stärkere elektromagnetische Felder und bearbeitete Nahrungsmittel belasten zunehmend unsere Körper. Laut WHO (Report 2018) werden fast 24% von den Todesfällen weltweit durch Umweltfaktoren bedingt!1 Wenn Sie (wieder) gesund sein möchten, müssen Sie sich gründlich informieren, die Schadstoffe aktiv meiden und die bestehenden Belastungen in Ihrer Umgebung und in Ihrem Körper beseitigen. Geschätzt gibt es als eine Spitze des Eisbergs aktuell in der Schweiz 3-5% sehr sensitive Menschen, die schon auf die geringsten Konzentrationen von den chemischen Stoffen wie z.B. auf Düfte oder Lacke oder auf schwache elektromagnetische Felder mit verschiedenen Symptomen wie Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit oder Schmerzen reagieren. Diese Leute leiden oft unter der sogenannten Elektrohypersensitivität (EHS) oder unter der Multiplen Chemischen Sensitivität (MCS) und funktionieren als ein Warnsignal, dass wir die Umwelt-Belastungen ernst nehmen sollten. EHS sowie MCS sind leider immer noch nicht trotzt die enorme Daten Lage und trotz den enormen Leidensdruck den Betroffenen als Erkrankungen offiziell anerkannt. Obwohl vielen von Ihnen die MCS/EHS taugliche Wohnungen in Zürich Leimbach bekannt sind, viele so Betroffene wissen oft nicht, dass die durch die Umwelt krank sind und sehr oft sind diese Menschen von der Umgebung und Ärzten nicht ernst genommen.

Chronisch krank durch Schwermetalle?

Sind Sie müde, erschöpft, antriebslos, depressiv oder haben Sie Konzentrationsstörung, Gedächtnisverlust oder Ihre Leistung ist einfach vermindert? Leiden Sie an Migräne, Muskelschmerzen oder Gelenkschmerzen und niemand fand bisher heraus, woran es liegt? Oder sind Sie Infekt anfällig, haben Sie eine Autoimmunerkrankung oder Allergie? In der Mehrheit von den Fällen findet man die massgebliche Ursache dafür nicht. Ihre Beschwerde und Erkrankungen werden symptomatisch behandelt. Jedoch ohne Medikamente treten Ihre Beschwerde wieder mit der vollen Kraft ein und Sie müssen die Dosierung im Laufe der Zeit oft erhöhen, damit Sie die Symptome effektiv unterdrücken können. Wussten Sie, dass alle diese Probleme und viele andere wie Kinderlosigkeit, Impotenz, Hochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Schwindel in vielen Fällen durch heimtückische Gifte aus der Umwelt und zum grössten Teil auch durch Schwermetall-Belastung bedingt sein könnten?4 Manche Schwermetalle beschädigen direkt oder indirekt die lebensnotwendige „Kraftwerke“ (Mitochondrien) von unseren Zellen, was zur Vielfalt von den Symptomen führt. Bekannt ist, dass die Schwermetalle die Sensitivität gegenüber den chemischen Stoffen und den elektromagnetischen Felder deutlich verstärken.

Was können wir für Sie tun?

In der Sprechstunde für Klinische Umweltmedizin bieten wir eine kompetente und hochindividualisierte ursachenorientierte Begleitung basierend auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen unter dem Motto: „Gesund im Einklang mit der Natur“. Wir können an allen relevanten Ebenen die möglichen Belastungen sowohl in Ihrer Umgebung als auch in Ihrem Körper suchen. In unserer Klinik stehen Ihnen effektive Entgiftungsmethoden und ganzheitliche gesundheitsfördernde Therapien zur Verfügung.

Sie haben unsere Garantie, dass wir für Sie mit den modernsten Diagnostik- und Therapieansätzen aus dem Bereich der angewandten Umweltmedizin alles was wir können machen werden, um Ihre Lebensqualität zu verbessern!

Umweltmedizinische Belastungen

Und die Erde liess aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht tragen und ihren eigenen Samen bei sich selbst behalten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.

Dieses Zitat aus dem ersten Buch Moses 1.12. hat heute kaum an Gültigkeit eingebüsst. Im Gegenteil. Dieser Text will uns nichts anderes besagen, dass das was die Erde uns auf natürlichem Wege schenkt für uns gut ist.

Waren es früher die Seuchen und Hungersnöten welche die Menschheit dahingerafft haben sind es im letzten Jahrhundert zunehmend nicht gott-, sondern menschengemachte Belastungsfaktoren, welche uns zu schaffen machen.

Grundsätzlich - mit Ausnahme genetischer Erkrankungen - wird der Mensch gesund geboren. Bei einem soliden Lebenswandel ohne unnatürlichen schädlichen Einflüssen von Aussen ist der normale Alterungsprozess der limitierende Faktor. Mit den Fortschritten der modernen Zivilisation werden wir zunehmend mit Einflüssen konfrontiert, welche wohl meist gut gemeint sind, jedoch langfristig noch zu wenig erforscht, um mit Sicherheit eine Beeinträchtigung unserer Gesundheit auszuschliessen.

Der Unterschied der Um- und Inweltmedizinischen Belastungsfaktoren zu den akuten Krankheiten oder Unfallereignisse liegt einzig in der Faktor Zeit begründet. Sind die akuten Krankheiten relativ verständlich in der Entstehung wie eine Grippe, Lungenentzündung oder einer Knöchelverstauchung entwickeln sind chronische Krankheiten evtl. erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten. Somit lässt sich kaum einen Zusammenhang zuverlässig herleiten, wissenschaftlich schon gar nicht.

Bei den chronischen Einflüssen müssen wir zwei Arten von gesundheitlichen Folgen unterscheiden.

1. Störung der körperlichen Funktionen

2. Zerstörung der körperlichen Funktionen

Störung der körperlichen Funktionen

Eine Krankheit auf Grund von Schadstoffen beginnt immer mit einer Störung einer körperlichen Funktion. Wird dies rechtzeitig erkannt und durch eine Entgiftung neutralisiert ist eine vollkommene Ausheilung möglich. Solche Beschwerden können von unklaren Magendarmbeschwerden über chronischer Erschöpfung bin hin zu rheumatischen Beschwerden reichen.

Beispielsweise werden Enzyme durch Schwermetalle gehemmt. Diese können damit Ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Findet diese Hemmung bei den Verdauungsenzymen sind entsprechende Darmprobleme möglich. Werden die komplexe Funktionen in der Energiegewinnung der Mitochondrien gehemmt fällt die Energieproduktion aus und wir empfinden eine Erschöpfung.

Auch andere Umweltschadstoffen sind zu hinterfragen. Wir werden mittlerweile mit weit über 100'000 verschiedene Giftstoffe in unseren täglichen Leben konfrontiert, von den vielen zum Teil bedenklichen E-Stoffen ganz zu schweigen.

Die eigentliche Therapie liegt somit darin, die Quellen der Belastungen zu erforschen. Sind es verarbeitete Nahrungsmittel, Umwelteinwirkungen am Arbeitsplatz wie in einem Reinigungsinstitut oder Chemielabor, ist es die Staubentwicklung an der Baustelle oder Quecksilberdampf im Rahmen von Dentalbehandlungen?

Nicht zu vergessen sind auch die unzähligen Medikamenten, welche wir mit zunehmendem Alter vom Arzt erhalten. Wenn wir Pech haben werden dann weitere Medikamente verordnet, welche die Nebenwirkungen der anderen "behandelt". Viele der Patienten der SGK wurden nur schon dadurch "geheilt" indem eine Übermedikamentierung erkannt und beseitigt wurde.

Leider kann es aber auch vorkommen, falls diese Faktoren unerkannt bleiben oder auch primär so toxisch sind, dass sich im Körper permanente Schäden entwickeln. Damit kommen wir zur Folge #2.

Zerstörung der körperlichen Funktionen

Langanhaltende um- und inweltmedizinische Belastungen können nachdem die Stufe der funktionellen Belastung unerkannt blieb dauernde Schäden verursachen. Anderseits gibt es Eingriffe in unseren Organismus welche entweder toleriert werden, was wohl am häufigsten der Fall sein wird, oder doch bei bestimmten Individuen Krankheiten auslösen können. Dazu zählen wieder gewissen dentale Anwendungen wie Amalgame oder das legen von wurzeltoten Zähnen. Impfungen sind auch bei der Entstehung von Krankheiten vor allem auf immunologischer Basis zu hinterfragen. Auch Nervenschäden kommen bei Schwermetallbelastungen vor. Diese Metalle lagern sich in die Nervenzellen ein, die danach vom Immunsystem als Verändert wahrgenommen werden. Somit tut das Immunsystem das wozu es auch bestimmt ist, nämlich das Fremde aus dem Körper zu eliminieren. Die wird über die Entzündung bewerkstelligt. Und schon sind wir bei Krankheiten wie Multiple Sklerose oder ALS angelangt. Diese Krankheiten sind in der traditionellen Medizin unheilbar und auch in Kenntnis der möglichen Entstehung via umweltmedizinischen Belastungen kaum durch eine Entgiftung zu beeinflussen. Trotzdem ist es lohnenswert, diese therapeutischen Weg zumindest zu versuchen. In der SGK wurden bereits Patienten mit solchen neurologischen Krankheiten erfolgreich therapiert.

Die Behandlung

Es versteht sich, dass diese Form der Medizin nur eine individuelle sein kann. Wir nehmen uns Zeit, alle möglichen Faktoren mit Ihnen herauszufinden und in einem möglichen Bezug zu bringen mit dem Leiden. Erkannt müssen die Belastungsfaktoren entweder vermieden oder eliminiert werden. Dies kann eine grosse Herausforderung werden, je nach Stellenwert im Leben jedes Einzelnen.

Als nächster Schritt gilt es, die Toxine, welche sich im Laufe des Lebens im Gewebe eingelagert haben, mittels Medikamenten und Infusionen auszuleiten. Dazu steht Ihnen in der SGK eine breite Palette von Möglichkeiten zur Verfügung.

Elektrosmog

In den letzten Jahren hat die Modernisierung unseres Lebens zu einem gewaltigen Anstieg technisch erzeugter elektromagnetischer Felder geführt, die eine immense Umweltverschmutzung mit Elektrosmog verursachen. Wir alle sind dadurch ständig einer Strahlenbelastung ausgesetzt, die millionenfach intensiver ist als die ultrafeinen, körpereigenen elektrischen und magnetischen Ströme und Signale, mit denen unser Gehirn und Nervensystem arbeitet. Prof. Dr. Jürgen Bernhardt, Leiter der Abteilung Medizinischer Strahlenhygiene im deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): "Jeder von uns ist am Arbeitsplatz und zu Hause ständig der Exposition von Strahlung ausgesetzt, die in unserer natürlichen Umwelt nur in verschwindend geringen Intensitäten vorkommt".

Magnetische Wechselfelder, die den Körper weitgehend durchdringen, verursachen im Gewebe durch Induktion Wirbelströme proportional zur Frequenz des äusseren Feldes. Magnetische Wechselfelder besitzen somit die Eigenschaft, Ströme im Körperinnern hervorzurufen und den normalen Transport von Ionen über Zellmembranen zu stören.

Eine Vielzahl von Untersuchungen über biologische Wirkungen elektromagnetischer Strahlung bestätigen die vielfältige gesundheitsschädigende Wirkung durch elektromagnetische Strahlung. Typische Anzeichen sind nervöse Beschwerden, unerklärliche Stresserscheinungen, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Vitalitätsverlust, Herzfunktionsstörungen, häufig unterbrochener unruhiger Schlaf, Depressionen, Aggressionen, sowie eine verminderte psychische und körperliche Belastbarkeit.

Magnetische Wechselfelder werden in der Einheit Tesla gemessen: Tesla = magnetische Flussdichte/magnetische Induktion. Entsprechend den Empfehlungen der Int. Gesellschaft für Elektrosmog-Forschung sollte im Schlafbereich nicht mehr als 10 Nano-Tesla (nT) bzw. 0.010 Mikrotesla (uT) und im Wohn- und Arbeitsbereich über längere Zeit nicht mehr als 25 nT bzw. 0.025uT gemessen werden können.

Abklärung

Das Erstellen von Gutachten mit Entstörungsvorschlägen kann fachmännisch durchgeführt werden. Als grobe Orientierung genügt in vielen Fällen jedoch eine Selbstmessung. Dazu dient ein Elektrosmog-Testset, welches bei uns gemietet werden kann und aus einem Magnetfeld-Suchgerät, Teslameter und Elektro-stress-Messgerät besteht.

Mit einem Magnetfeld-Suchgerät werden magnetische Wechselfelder unterschiedlicher Frequenzbereiche akustisch aufgespürt. Niederfrequente Wechselfelder erzeugen einen tiefen, dumpfen Ton, höhere Frequenzen höhere Tonlagen. Die Lautstärke nimmt mit der Intensität der Wechselfelder zu, so dass die Störquellen leicht identifiziert werden können. Auch die Massnahmen zur Verringerung der elektromagnetischen Strahlenbelastung, z.B. Vergrösserung des Abstandes zur Strahlenquelle, Abschirmung der Magnetfelder mit MU-Metallfolien oder Abschalten von nicht ständig benötigten Elektrogeräten kann auf diese Weise sofort und einfach überprüft werden.

Ein Teslameter erlaubt Ihnen, die elektromagnetischen Felder quantitativ zu erfassen und entsprechend den obengenannten Empfehlungen einzustufen. Problematisch wird die Messung in der Nähe von starken Strahlern wie Sendeantennen. Hier fallen die Werte auch ohne hausinterne Felder selten unter dem Grenzwert! Beachten Sie, dass die Messspule, die hinten an die Innen-Rückseite des Gehäuses angebracht ist, stets parallel zur untersuchten magnetischen Quelle gerichtet ist. Ist die Strahlenquelle nicht bekannt, muss das Gerät um die horizontale und vertikale Achsen gedreht werden und den höchsten Teslawert notiert werden.

Das Elektrostress-Messgerät dient der Messung der kapazitativen Ankopplung des Körpers an elektrische Wechselfelder. Das Vorgehen hier ist etwas komplizierter. Vor der Messung schalten Sie alle elektrischen Geräte und Lampen im zu testenden und in den angrenzenden (möglichst auch in den darunter und darüber liegenden) Räumen ein. Messen Sie dann einmal ohne und dann mit Handkontakt zur nächstgelegenen Wand. Schalten Sie anschliessend nacheinander alle Elektrogeräte und Lampen zuerst in dem zu testenden Zimmer und anschliessend in den angrenzenden Räumen aus und beobachten Sie die Veränderungen des Messwertes. Auf diese Weise können Sie diejenigen elektrischen Leitungen und Geräte herausfinden, die Ihre individuelle elektromagnetische Strahlenbelastung hauptsächlich verursachen. Die Messwerte sollten an Sitz- und Arbeitsplätzen nicht über 500 Milli-Volt (mV) bzw. 0.50Volt liegen. An Schlafplätzen werden jedoch weit strengere Anforderungen gestellt, um die notwendige Regeneration zu ermöglichen. Hier wird nach derzeitigem Erkenntnisstand die Einhaltung eines Höchstwertes von 100mV bzw. 0.10V empfohlen.

Methoden zur Magnetfeldreduktion

Betten sollten mindestens zwei Meter von elektrischen Heiswasser-boilern und Speicher Heizungen, Kühlschränken, Elektroherden, Waschmaschinen, Heizungspumpen, Fernsehgeräten, HiFi-Anlagen, Sicherungskästen, Stromzuführungs-Dachständern und allen ähnlichen Strahlungsquellen entfernt sein. Bedenken Sie, dass elektromagnetische Strahlung Wände, Decken und Fussböden durchdringt und nur durch grössere Entfernung oder abschirmende Materialien (s.u.) eine Verringerung erreicht werden kann.

Abb. rechts: Steckdose in einem Hotelzimmer...

Schalten Sie Elektrogeräte, die nicht ständig in Betrieb sind (Fernseher, Kaffeemaschinen, Büromaschinen) bei Nichtbenützung völlig stromfrei. Praktisch ist die Verwendung abschaltbarer Mehrfach-Steckdosen oder abschaltbarer Stecker, oder ziehen sie den Netzstecker aus der Steckdose.

Achten Sie darauf, dass Sie mit dem Kopf mindestens einen Meter Abstand zu Heizungs- und Wasserröhren haben. Ueber diese Rohre fliessen oft Ausgleichsströme, die magnetische Wechselfelder im Nahbereich der Rohre erzeugen.

Benutzen Sie Heizkissen und Heizdecken nur zum Anwärmen des Bettes; auch ausgeschaltete, aber noch mit dem Stromnetz verbundene Heizkissen und Heizdecken können sehr starke elektromagnetische Felder verursachen.

Wenn Sie nicht auf einen Radiowecker im Schlafzimmer verzichten wollen, benutzen sie einen batteriebetriebenen oder halten Sie einen Abstand von einem Meter zum Kopf ein.

Stromkabel für Lampen und andere Elektrogeräte, zu denen Entfernung nicht vergrössert werden kann, sollten gegen abgeschirmte Stromkabel ausgetauscht werden, die metallummantelt sind.

Netzfreischalter: Durch deren einfachen Einbau im Sicherungskasten wird erreicht, dass elektrische Leitungen, Lampen und Elektrogeräte nur noch dann unter Spannung stehen, wenn tatsächlich Strom gebraucht wird.

Abschirm-Folie: Wenn elektrische Leitungen einer Wand, an der ein Bett steht, nicht durch einen Netzfreischalter nachts spannungsfrei gemacht werden können, kann der Schlafplatz durch eine speziell hierfür entwickelte Abschirm-Folie, die an der Wand befestigt wird, abgeschirmt werden, Abmessungen 80x190cm.

Arbor-Abschirm-Anstrich: Eignet sich im Gegensatz zu der Abschirm-Folie für grössere Flächen. Der Abschirm-Anstrich kann auf Putzflächen, gestrichene Wände, Tapeten, Gipskarton-Platten, Holz, Holzwerkstoffe und ähnliche Untergründe aufgetragen und selber beliebig überstrichen oder übertapeziert werden.

MU-Metall-Folie: Sie ist eine magnetische Abschirm-Folie, mit der eine erhebliche Verringerung bzw. bei mehreren Lagen auch eine vollständige Abschirmung von Magnetfeldern erreicht werden kann. Sie besteht aus einer speziellen Nickel-Legierung mit einer Klebeschicht. Die dicke beträgt 0.05mm, die Rollenbreite ca.15cm.

Mess-Geräte

Gesundes Wohnen

Ideale Raumtemperatur: Wohnen 20-21°C. Schlafen 15-18°C

Ideale relative Luftfeuchtigkeit: 40 - 60%, < 30% zu trocken, >60% zu feucht: begünstigt das Wachstum von Schimmelpilzen)

Stellen Sie Ihre Möbel 3-4cm von der Wand entfernt, dass auch hier die Luft ausreichend zirkulieren kann (Pilzen erschweren Sie so das Leben).

Luftbefeuchter (falls überhaupt nötig): Verwenden Sie Verdunster- oder Verdampfergeräte (keine Zerstäubergeräte) und reinigen Sie diese regelmässig: Denn Luftbefeuchter sind eine weitere Quelle für Pilze.

2-3 mal täglich kurz, aber gut durchlüften.

Lassen Sie während dem Schlafen das Fenster geöffnet: Jeder Mensch gibt Kohlendioxid ab. Bleibt das Fenster geschlossen, steigt die Kohlendioxid-Konzentration im Schlafzimmer langsam an, was zu einer merklichen Verschlechterung der Raumluftqualität führt.

Achten Sie darauf, dass elektrische Geräte (z.B. der Radiowecker) und Installationen wie Kabel und Transformatoren mindestens 2 Meter von Ihrem Schlafplatz entfernt sind.

Rauchen ist das Wohngift Nummer 1: Sorgen Sie dafür, dass in Ihrer Wohnung nicht geraucht wird.

Verwenden Sie Duftlämpchen und Räucherstäbchen mit Mass. Auch diese können zu Kopfschmerzen führen.

Verzichten Sie, wenn immer möglich, auf Spanplatten oder klären Sie wenigstens ab, ob die Spanplatte über ein Gütezeichen verfügt (z.B. Typ V 100).

Wenn Sie mit Gas kochen, dann sollte eine Abluft über dem Herd installiert sein, um eine Belastung an Stickstoffdioxid zu verhindern.

Aus hygienischer Sicht sind Hartbeläge (Parkett- resp. Plattenböden z.B. Tonplatten) Teppichen vorzuziehen: Teppiche sind ideale Staubfänger und bieten Milben oft gute Lebensbedingungen.

Aufgepasst mit dem Schamponieren von Teppichen! So bringen Sie Feuchtigkeit in den Teppich (und nicht wieder raus), was den Milben besonders gut gefällt.

Falls Sie sich trotzdem für einen Teppich entschliessen, dann spannen (nicht kleben) Sie diesen in Ihr Zimmer. Dadurch ersparen Sie sich eine zum Teil massive Geruchsbelästigung durch die Lösungsmittel des Klebers.

Nicht alles was biologisch ist, ist automatisch auch gesund: So sind zum Beispiel verschiedene Farben auf Naturharzbasis insbesondere für Allergiker nicht unbedenklich. Informieren Sie sich vorgängig.

Verzichten Sie auf Holzschutzmittel in Innenräumen, diese sind absolut nicht nötig.

Lassen Sie sich beraten, wenn Sie einen Neubau resp. Umbau planen. Vorbeugen ist besser als heilen!

Organische Chemikalien

Kleine Raumbelastung

Grosse Raumbelastung

Schadstoffeinwirkungen auf den Menschen

Schadstoffeinwirkungen auf den Menschen durch organische Chemikalien sind für eine Vielzahl von Substanzen bekannt, wobei teilweise schon geringste Konzentrationen zu massiven und nicht selten zu irreversiblen Schädigungen führen können. Ein eindrucksvolles Beispiel steht der Unglücksfall von Seveso dar, bei dem polychlorierte Dibenzodioxine (unter dem Sammelbegriff ,Dioxine" zusammengefasst) freigesetzt wurden. In der weiteren Folge konnte durch verbesserte analytische Methoden eine ubiquitäre Verbreitung dieser Stoffklasse in der Umwelt nachgewiesen werden.

Nach dem "Chemical Abstract Service" sind heute etwa 8 Mio. chemischer Verbindungen bekannt, von denen zwischen 65000 und 100000 kommerziell hergestellt werden und im Handel erhältlich sind. Eine Vielzahl dieser Verbindungen kommt in der Natur nicht vor und wurde im Laufe der letzten 100 Jahre erstmals durch den Menschen synthetisiert und in unsere Umwelt eingebracht. Es bestand damit für den Menschen keine Möglichkeit, sich diesen Substanzen im Rahmen einer evolutionären Entwicklung anzupassen.

Während Dioxine im allgemeinen nur unbeabsichtigt bei chemischen Prozessen als Nebenprodukte bzw. bei Verbrennungsprozessen entstehen können, sind um so mehr solche Substanzklassen zu berücksichtigen, die in der Schädlingsbekämpfung sowie bei industriellen Prozessen breite Anwendung gefunden haben. Die sogenannten chlorierten Kohlenwasserstoffe begleiten unser tägliches Leben in Form von Lösungsmitteln, Korrekturflüssigkeiten, in chemischen Reinigungen und werden in der Industrie im Tonnenmassstab für Reinigungs- und Entfettungsprozesse benutzt. Ein anderes Beispiel sind die polychlorierten Biphenyle, die aufgrund ihrer inerten chemischen und physikalischen Eigenschaften als Hydraulikflüssigkeit, Weichmacher, Flammenschutzmittel und für viele andere Zwecke in erheblichem Umfang Anwendung gefunden haben. Die polychlorierten Biphenyle sind aufgrund ihrer chemischen Stabilität in der Natur sehr langsam abbaubar und reichern sich im Fettgewebe von Tieren und Menschen an, so das ihre Konzentration über die Nahrungskette zunimmt. Die Problematik solcher Schadstoffbelastungen wurde jedoch teilweise erst in den letzten 10 Jahren erkannt.

Man kennt heute den Begriff des "Sick-Building-Syndrom", was darauf zurückzuführen ist, dass gerade in Innenräumen Schadstoffbelastungen besonders häufig vorkommen, da zahlreiche chemische Verbindungen, z.B. in Fugenmassen, als Kleber für Teppichböden, als Holzschutzmittel und für zahlreiche andere Zwecke eingesetzt werden. Es kann unter diesen Bedingungen eine komplexe Krankheitssymptomatik entstehen, wobei der Kopfschmerz nicht selten ein erstes Zeichen einer Belastung ist. Darüberhinaus sind Konzentrationsstörungen bis zu Verwirrtheitszuständen, Übelkeit und Erbrechen sowie allergische Reaktionen an Haut und Schleimhäuten bekannt. In neueren Studien konnte z.B. ein Zusammenhang zwischen der Infertilität der Frau und einer erhöhten Belastung mit chlorierten Kohlenwasserstoffen nachgewiesen werden.

Nachfolgend eine kleine Auswahl an Umweltgiften aus der Reihe der Organischen Chemikalien. Die Liste liesse sich endlos fortsetzen.......

Pestizide

Unter dem Sammelbegriff der Pestizide wird eine Vielzahl chemisch sehr unterschiedlicher Substanzen zusammengefasst, die eine schädigende Wirkung auf Organismen (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen, Viren) ausüben. Unterschieden werden demgemäss Herbizide, Bakterizide, Viruzide, Fungizide, Insektizide, usw. Die Pestizid-Toxikologie befasst sich mit der Wirkung von Pestiziden auf andere als die gewünschten Zielorganismen, besonders auf den Menschen.

Pentachlorphenol

Pentachlorphenol (PCP) ist eine besonders häufig industriell verwendete Verbindung aus der Gruppe der Chlorphenole. Es wird als Fungizid, Desinfektionsmittel, Holzschutzmittel, Lederschutz- und Konservierungsmittel verwendet und findet über diesen Weg breiten Eingang in unsere Umwelt. Besonders die Verwendung als Holzschutzmittel hat teilweise zu hohen Belastungen in Innenräumen geführt. Aus pentachlorphenolbehandelten Hölzern (z.B. Decken- und Wandverkleidungen) kann es über lange Zeiträume hinweg ausgasen und zu einer Belastung des Menschen führen. Während die Luftkonzentrationen im Freien in einem Bereich zwischen 0,09 und 8 ng/m3 liegen, können in Innenräumen teilweise Konzentrationen bis zu 100 ug/m3 gemessen werden. Die weltweite Produktion dürfte bei ca. 90'000 Tonnen/Jahr liegen. Pentachlorphenol kann durch verschiedene bei der Herstellung entstehende Begleitstoffe verunreinigt sein, so z. B. mit chlorierten Phenoxiphenolen und Dihydroxi-Biphenylen sowie mit Dibenzofuranen und Dibenzodioxinen. 1989 wurde in der BRD ein Verbot zur Verwendung von Pentachlorphenol beschlossen.

Pentachlorphenol wird über Lunge, Haut und Gastrointestinaltrakt rasch absorbiert. Die Absorption bei oraler Aufnahme dürfte bei 100% liegen, bei inhalativer Aufnahme bei ca. 80%. Von der aufgenommenen Menge werden ca. 80% unverändert ausgeschieden und ca. 20% in der Leber metabolisiert. Die biologische Halbwertszeit beträgt 18 - 20 Tage, aufgrund der hohen Lipophilie wird die Substanz im Fettgewebe gespeichert. Weitere Anreicherungen finden sich in Leber und Niere.

Pentachlorphenol besitzt eine hohe akute und chronische Toxizität. Die akute Toxizität beruht im wesentlichen auf einer Entkopplung der oxidativen Phophorylierung, so dass die Bildung von ATP und der zelluläre Energiestoffwechsel beeinträchtigt werden. In der Folge kommt es zu einer stark erhöhten Stoffwechselaktivität mit Erhöhung der Respirationsrate und Hyperthermie. Bei hoher Belastung kann der Tod durch Herzversagen eintreten. Derartige Todesfälle sind innerhalb von 4 Stunden nach oraler Aufnahme von 11g Pentachlorphenol beschrieben worden sowie auch innerhalb weniger Stunden unter einer absorbierten Menge von ca. 2 g der Chemikalie bei Erwachsenen. Die chronisch toxischen Wirkungen einer Pentachlorphenolbelastung können vielfältig sein und umfassen eine variantenreiche Symptomatik. Systemische toxische Effekte äussern sich in einer erhöhten Infektanfälligkeit, z. B. in Form von Darmmykosen und rezidivierenden Bronchitiden, Herzrhythmusstörungen in Form von Bradycardie oder Tachycardie können auftreten. Häufig ist eine allgemeine Leistungsminderung erkennbar. Im Bereich der dermatologischen Veränderungen finden sich Akne (Chlorakne), Furunkel, Haarausfall und Ekzeme. Die neurologische Symptomatik ist charakterisiert durch Kopfschmerzen, veränderte Nervenleitgeschwindigkeit, Schwindel, Ohrdruck und Gleichgewichtsstörungen. Im Bereich des Endokriniums zeigen sich Zyklusstörungen sowie eine erhöhte Infertilität. Die Aborthäufigkeit steigt mit zunehmenden Pentachlorphenol-Konzentrationen im Blut drastisch an. Die ophthalmologische Symptomatik kann eine gestörte Tränenproduktion einschliessen. Als sensitiver Indikator für Pentachlorphenol-Belastungen hat sich das Immunsystem erwiesen.

Polychlorierte Biphenyle

Bei den polychlorierten Biphenylen (PCB) handelt es sich um eine Gruppe von 209 verschiedenen Verbindungen und sind Öle bzw. wachsartige Feststoffe. Gemische chlorierter Biphenyle kamen in der BRD unter den Markennamen Clophen, Phenoclor und Aroclor in Handel. Diese technischen Gemische können bis zu 100 verschiedene polychlorierte Biphenyle enthalten. Sie sind unbrennbar, chemisch stabil, haben gute dielektrische Eigenschaften, sind nicht korrosiv, wenig wasserlöslich und nicht zuletzt billig in der Herstellung. Aufgrund dieser anwendungstechnisch interessanten Eigenschaften wurden sie bereits 1929 in der Elektroindustrie in Kondensatoren und Hochspannungstransformatoren eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Weichmacher von Kunststoffen, Flammschutzmittel sowie Verfugungsmaterialien. Die Verwendung PCB-haltiger Fugenmaterialien kann infolge der Ausgasung damit ganz wesentlich zur Innenraumbelastung mit polychlorierten Biphenylen beitragen. Ueberaus weit verbreitet sind auch PCB-haltige Kondensatoren, z.B. in Wäschetrocknern, Dunstabzugshauben, Bügelmaschinen und in Leuchtstofflampen. In der BRD wurde die Herstellung seit 1983 verboten, wobei die PCB's seit 1972 nur noch in geschlossenen Systemen, z.B. Transformatoren, verwendet werden dürfen. Auch diese geschlossene Anwendung. ist seit 1989 nur noch mit einer 4- bis 10 jährigen Uebergangsfrist möglich. Die polychlorierten Biphenyle sind jedoch äusserst stabil und werden z.B. durch Transformatoren und Kondensatoren älterer Geräte sowie über PCB-haltige Fugenmassen nach wie vor in unsere Umwelt eingetragen. Bei der Verbrennung in einem Temperaturbereich von 600-900°C können die hochgiftigen Chlordibenzofurane und Chlordibenzo-p-Dioxine entstehen.

Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften sind die polychlorierten Biphenyle fettlöslich, d. h. sie reichern sich im Fettgewebe von Tieren und Menschen an. Dabei ist der Mensch als letztes Glied der Nahrungskette besonders belastet. Die biologische Halbwertszeit beträgt über 90 Tage. Die bei der Metabolisierung entstehenden Hydroxy-Derivate können allerdings teilweise erheblich höhere akute Toxizitäten zeigen als die Ausgangsverbindungen. Akute Massenvergiftungen durch PCB-vergiftetes Öl wurden 1968 in Japan beobachtet. Dennoch dürften die polychlorierten Biphenyle eine vergleichsweise niedrige akute, jedoch eine sehr hohe chronische Toxizität besitzen. So konnten im Tierversuch durch PCB-Belastungen Lebertumore erzeugt werden. Beim Menschen besteht der Verdacht auf eine tumorpromovierende Wirkung bzw. auf eine Wirkung als Co-Cancerogene. Weitere toxische Wirkungen schliessen dermatologische Störungen (Akne, Haarausfall), hormonelle und Fertilitätsstörungen, Anstieg von Cholesterin und Neutralfetten ein.

Chlorierte Kohlenwasserstoffe

Unter dem Begriff der chlorierten Kohlenwasserstoffe (Chlorkohlenwasserstoffe, CKW) fasst man diejenigen Halogenkohlenwasserstoffe zusammen, die Chlor enthalten. Die chlorierten Kohlenwasserstoffe haben eine ausserordentlich weite Verbreitung als Lösungsmittel, Entfettungsmittel und Reinigungsmittel sowie als Ausgangspunkt chemischer Synthesen gefunden und gehören zu den wichtigsten ökotoxikologisch bedeutsamen Substanzgruppen.

Dichlormethan

Dichlormethan wird als Lösungsmittel und Aerosoltreibmittel verwendet und kann in zahlreichen Farben und Lacken enthalten sein. Weltweit beträgt die Produktion ca. 600'000T/Jahr, davon allein in der BRD 160'000T/Jahr. In Deutschland finden sich in Luftproben ca. 2-40 ug Dichlormethan/m3. Die Substanz besitzt eine hohe Dichte und zeigt ein gutes Eindringvermögen, z.B. auch in Betonfussböden, wodurch das Grundwasser gefährdet sein kann.

Aus dem Darmtrakt sowie über die Lunge wird die Substanz sehr effektiv resorbiert. Eine Durchdringung der Blut-Hirn-Schranke sowie der Placentaschranke ist bekannt. Dichlormethan übt toxische Wirkungen auf das zentrale Nervensystem aus, wobei eine Symptomatik mit Kopfschmerz und Koordinationsstörungen resultieren kann. Auch gastrointestinale Symptome sind bekannt. Carcinogene Wirkungen bei inhalativer Aufnahme werden diskutiert.

Chloroform

Chloroform (Trichlormethan) wurde als Lösungsmittel, in Aerosolsprays, als Kühlmittel sowie als chemisches Zwischenprodukt für zahlreiche Synthesen verwendet. Die Produktion liegt bei ca. 250'000T/Jahr weltweit, davon entfallen auf die BRD ca. 40'000T/Jahr. Es wurde früher häufig in der Anästhesie angewandt, wird jedoch inzwischen als obsolet angesehen. Als Lösungsmittel sowie zur lokalen Anästhesie kam es auch in Arzneimitteln zur Anwendung, seine Verwendung wurde jedoch aufgrund der cancerogenen Wirkung bei Labortieren weitgehend eingeschränkt.

Die Aufnahme dürfte primär über das Trinkwasser erfolgen, sekundär über die Luft und letztendlich über die Nahrung. Bei einmaliger Aufnahme wird ca. 50 % unverändert über die ausgeatmete Luft wieder ausgeschieden. Chloroform verursacht zunächst Störungen des zentralen Nervensystems im Sinne von Allgemeinsymptomen wie Kopfschmerz und Verwirrung. Auch gastrointestinale Störungen sind bekannt. Bei länger anhaltender Einwirkung kommt es zu hepatotoxischen Wirkungen, was zu einer weitgehenden Leberfunktionsschädigung führen kann. Eine orale Aufnahme von 10 ml Chloroform kann zum Tode führen. Aus dem Tierversuch sind carcinogene Wirkungen bekannt.

Trichlorethylen

Trichlorethylen kommt natürlicherweise in unserer Biosphäre nicht vor. Weltweit beträgt die jährliche Produktion 600'000 t, davon entfallen ca. 30'000 t auf die BRD. Der grösste Teil der produzierten Menge gelangt über die Abluft sowie über Abfälle wieder in unsere Umwelt. Besonders bedeutsam ist die industrielle Verwendung als Reinigungs- und Lösungsmittel, gleichzeitig dient Trichlorethylen als Zwischenprodukt für chemische Synthesen.

Trichlorethylen unterliegt im Stoffwechsel einer intensiven Metabolisierung, wobei eine ganze Reihe hochtoxischer Metabolite entstehen können. Nach inhalativer Aufnahme werden ca. 50 % - 65 % primär absorbiert, wovon ca. die Hälfte innerhalb 3 Wochen renal ausgeschieden wird. Aufgrund seiner hohen Lipophilie reichert sich Trichlorethylen im Fettgewebe an. Unter längerfristiger Belastung sind Leber- und Nierenschäden bekannt. Gleichzeitig kommt es zu Veränderungen im Bereich des Zentralnervensystems, was sich mit Kopfschmerz, Müdigkeit und Verwirrtheit äussern kann. Es findet sich eine Intoleranz gegenüber Alkohol.

Tetrachlorethylen

Tetrachlorethylen wird als Lösungsmittel in chemischen Textilreinigungen, aber auch als Extraktions- und Reinigungsmittel sowie als Zwischenprodukt für die chemische Synthese von Fluorkohlenwasserstoffen verwendet. Die Produktion weltweit liegt bei 1,1 Megatonnen/Jahr, davon entfallen auf die BRD ca. 150'000T/Jahr. Die Substanz ist leicht flüchtig, und entsprechende Verunreinigungen wurden im Lebensmittelhandel in der Nähe von chemischen Reinigungen nachgewiesen, insbesondere, wenn die Nahrungsmittel unverpackt angeboten wurden.

Tetrachlorethylen wird nach inhalativer Aufnahme (überwiegend unverändert wieder ausgeatmet, teilweise jedoch auch im Fettgewebe gespeichert. Als toxische Wirkungen können sich Leberparenchymschäden zeigen. Ein krebserzeugendes Potential wird vermutet.

Dichlorbenzol

Es sind 3 Isomere des Dichlorbenzols bekannt, die als Lösungsmittel, als Pestizide und Holzschutzmittel sowie als wichtiges Zwischenprodukt für weitere Synthesen eingesetzt werden. Dichlorbenzol wird auch als Mottengift sowie als „Geruchstöter" in Deodorants benutzt. Dichlorbenzole wirken narkotisch und können toxische Wirkungen auf das zentrale Nervensystem ausüben. Nach Hautkontakt kommt es zu Hautreizungen, bei chronischer Einwirkung sind auch Schleimhautreizungen bekannt. Cancerogene Wirkungen wurden bisher nicht beobachtet.

Aromatische Kohlenwasserstoffe

Bei den aromatischen Kohlenwasserstoffen handelt es sich um Benzol sowie verschiedene substituierte Benzolderivate. Diese Substanzklasse wird sowohl als Zwischenstufe für zahllose chemische Synthesen benutzt wie auch als Lösungsmittel. Die Aufnahme durch den Menschen erfolgt vorwiegend durch Inhalation, weniger durch Hautkontakte bzw. Nahrungsaufnahme. Benzol und seine Derivate können im Organismus verschiedene toxische Wirkungen ausüben, was vor allem das zentrale Nervensystem sowie hämatologische Veränderungen anbetrifft. Auch hepato-toxische Effekte sind bekannt.

Benzol

Benzol ist eine brennbare Flüssigkeit der Formel C6H6 und kommt in einer Konzentration von ca. 4 g/l im Rohöl vor. Benzol wird benutzt als Zwischenprodukt für zahlreiche Synthesen (Polystyrol) sowie als Lösungs- und Reinigungsmittel. Im Benzin ist Benzol zu ca. 2 % - 8 % enthalten. Die Emission in Deutschland beträgt ca. 55'000 - 70'000 t pro Jahr.

Die Atemwege stellen die primäre Aufnahmequelle für Benzol dar. Die toxischen Wirkungen entsprechen denen anderer aromatischer Lösungsmittel und betreffen in erster Linie das zentrale Nervensystem. Die Benzolintoxikation äussert sich zuerst am zentralen Nervensystem mit Schwindel, Kopfschmerz und Übelkeit. Weitere Schadstoffwirkungen betreffen das Blutsystem. Benzol steht in dem Verdacht, Leukämien auslösen zu können und generell cancerogene Wirkungen zu haben.

Toluol

Toluol kommt im Erdöl vor und kann natürlicherweise durch Waldbrände freigesetzt werden. Der weitaus grösste Teil wird jedoch durch den Menschen in unsere Umwelt eingebracht, die weltweite Produktion liegt bei ca. 30 Megatonnen pro Jahr. Es wird als Ausgangsstoff für verschiedene Synthesen, als Zusatz zum Flugbenzin sowie als Lösungsmittel für Gummi und Fett eingesetzt, ebenso als Verdünnungsmittel für Farben und Lacke. Die Aufnahme kann über die Atemwege sowie über die Haut erfolgen. Toluol ist fettlöslich und kumuliert im Körperfett. Die toxischen Wirkungen betreffen vorwiegend das zentrale Nervensystem, gleichzeitig kann es zu Leber- und Nierenschädigungen kommen. Durch das Einatmen der Dämpfe Toluol-verdünnter Farben und Lacke sind Intoxikationen bei Jugendlichen bereits mit grosser Häufigkeit aufgetreten.

Nachweis

Der Nachweis erfolgt durch Blutanalysen in einem dafür speziell eingerichteten Labor oder durch Raumluftanalysen.

Therapie

Expositionsvermeidung! Entgiftung durch Fasten, Trinkkuren, Schwitzkuren, Colon-Hydro-Therapie, Antioxydantien, Atemtherapie u.a.m.

Chemische Luftbelastung

Luftverschmutzung

In den letzten Jahrzehnten ist die Problematik der Luftverschmutzung zunehmend in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Angesichts der Gefahren von saurem Regen, Smog, Waldsterben wurde dabei die Innenraumluftverunreinigung oft übersehen. Dabei ist es gerade dieser Bereich (Wohnungen, Arbeitsplatz, Schulen oder öffentliche Einrichtungen), wo wir uns bis zu 90 % unserer Lebenszeit aufhalten. Die Luftqualität von Innenräumen ist somit ein entscheidender Faktor für unser Wohlbefinden, wie auch für unsere Gesundheit.

Belastungen durch Energiesparen

Im Zuge der sinnvollen Bemühungen um die Verminderung der Energieverluste von Gebäuden, wurde durch Isolationsmassnahmen nicht nur die Luftwechselrate drastisch reduziert, sondern durch die Verwendung ungeeigneter Baumaterialien (Spanplatten, Schaumstoffe, Kleber, Lacke...) auch die Innenraumluft zusätzlich belastet.

Krankheitssymptome

Zunehmend werden Innenraumbelastungen mit Krankheiten in Zusammenhang gebracht. Die durch Innenluftverunreinigungen hervorgerufenen Krankheitssymptome sind meist unspezifischer Art. In vielen Fällen sind dies: Reizungen der Augen, Haut (Ausschläge) und Schleimhäute mit Trockenheit, Reizungen der Atemwege, Heiserkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Schwindel und Uebelkeit. Die Beschwerden nehmen während dem Aufenthalt in den entsprechenden Räumen zu und nehmen nach Verlassen des Gebäudes (Ferien!) wieder ab.

Langzeitwirkung

Der Mensch ist den verschiedensten Umwelteinflüssen ausgesetzt, die das „Fass Mensch" immer mehr auffüllen. So kommt jeder von uns tagtäglich mit Chemikalien in Berührung. Zudem ist die Schadstoffbelastung in Innenräumen meist wesentlich höher als im Freien. Mit der Zeit, das kann länger oder weniger lang dauern, ist unser Fass voll: Eine Allergie tritt plötzlich „unerklärlich" auf. Wohngifte führen nicht nur zu den oben beschriebenen akuten Beschwerden, sondern sind mitbeteiligt beim Auffüllen des Fasses. So sind Allergien eine häufige Reaktion des Körpers auf Wohngifte. Insbesondere Kinder sind stärker gefährdet als Erwachsene. Ihr Fass ist ja auch kleiner.

Quellen

Die Belastung durch flüchtige organische Verbindungen stammt heute vor allem aus Baustoffen und Einrichtungsgegenständen. Aber auch Kosmetika und Filzschreiber geben organische Gase ab. Nachfolgend einige Beispiele: Lösungsmittel, Klebstoffe, Farben, Reinigungsmittel, Farbentferner, Polituren, Lacke, Tabakrauch.

Überprüfung der Situation in Innenräumen

Um sich über die Situation in den eigenen vier Wänden oder am Arbeitsplatz klar zu werden, gibt es verschiedene Methoden, um die Lage zu überprüfen: Aktivsammelmethode, Passivsammelmethode mit Schadstoffmonitor.

Bei der Aktivsammelmethode wird die Luft mittels einer Pumpe durch ein Röhrchen gesaugt, das z.B. mit Aktivkohle gefüllt ist. Hier werden die flüchtigen organischen Substanzen „festgehalten" und anschliessend im Labor analysiert. Bei der Passivsammelmethode werden keine Pumpen benötigt. Der Schadstoffmonitor sammelt die Substanzen sozusagen „automatisch" .Da die Handhabung der Monitore sehr einfach ist, können Sie die Messung selbst durchführen. Die Probe wird dann ebenfalls im Labor analysiert und das Resultat interpretiert.

Instruktionen zum Gebrauch der 3M-Monitoren für organische Gase und Dämpfe

Lassen Sie den Monitor für ca. 9-14 Tage (bei Formaldehyd 16 Std.) im betreffenden Raum hängen (vgl. Sie den Abschnitt Probenentnahme). Während der Probenentnahme sollten die Türen und Fenster möglichst geschlossen bleiben (kein Lüften!) und im betreffenden Raum sollte auch nicht geraucht werden. Für die Berechnung der Konzentration ist es wichtig, dass die genaue Probenentnahmezeit bekannt ist. Deshalb müssen die Zeit des Probenentnahmestartes und des Endes genau notiert werden.

  • Plazieren Sie den Monitor in demjenigen Raum, in dem Sie die stärkste Luftbelastung vermuten. Hängen Sie den Monitor mittels beigelegter Schnur im Raum auf. Achten Sie darauf, dass der Abstand zwischen Monitor und Wand resp. Möbel resp. Vorhänge etc. mindestens 60cm beträgt. Der Monitor darf auch nicht direkt über einer Heizung, oder einem Spülbecken plaziert werden.
  • Der Monitor und die durchsichtige Verschlusskappe (wird erst am Schluss der Messung gebraucht) sind in der Aluminiumdose verpackt.
  • Entfernen Sie den weissen Plastikdeckel und öffnen Sie die Aluminiumdose indem Sie am Metallring ziehen (Wichtig! Führen Sie diesen Schritt erst durch, wenn Sie tatsächlich mit der Messung beginnen wollen.).
  • Nehmen Sie den Monitor aus der Aluminiumdose.
  • Notieren Sie die Monitor-Nummer auf Ihrem Probenentnahme-Protokoll.
  • Notieren Sie das Datum und die Uhrzeit auf Ihrem Probenentnahme-Protokoll (Probenentnahme Start).
  • Plazieren Sie den Monitor im entsprechenden Raum, wie oben beschrieben.
  • Nach der Probenentnahme (ca. 9-14Tage) müssen Sie den Plastikring mit der weissen Folie entfernen.
  • Setzen Sie sofort die durchsichtige Verschlusskappe fest auf (Sie muss hörbar einrasten.). Stellen Sie sicher, dass beide Stöpsel in der Verschlusskappe fest verschlossen sind. Diese gewährleisten einen gasdichten Sitz.
  • Notieren Sie das Datum und die Uhrzeit auf Ihrem Probenentnahme-Protokoll (Probenentnahme Ende).
  • Legen Sie den Monitor wieder in die Aluminiumdose und verschliessen Sie diese mit dem weissen Plastikdeckel.
  • Nach erfolgter Probenentnahme sollten die Passivsammler (versehen mit Plastikkappe und gut verschlossen!) wenn möglich sofort (Express ist nicht nötig!), doch spätestens nach 5 Tagen (Zwischenlagerung im Kühlschrank) zusammen mit dem Probenentnahme Protokoll zur Analyse zugestellt werden.
Pilzgifte

Mykotoxine sind hochgiftige Stoffwechselprodukte von höheren Fadenpilzen, die natürlicherweise im Sekundärstoffwechsel der Mikromyzeten entstehen und ins Medium abgegeben werden. Vergiftungen durch Mykotoxine werden als Mykotoxikosen bezeichnet, wobei vor allem die chronische Toxizität dieser Toxine zu beachten ist.

Es sind mehrere Aufnahmewege möglich, wobei die Aufnahme mit der Nahrung in der Regel die Hauptquelle darstellt. Ein Pilzwachstum während der Lagerung beim Händler oder Konsumenten ist meist makroskopisch erkennbar, so dass solche Lebensmittel verworfen werden können. Andererseits können sich Mykotoxine jedoch bereits vor und während der Herstellung eines Lebensmittels bilden, teilweise noch vor der Ernte der Pflanzen auf dem Feld. Da bei der Lebensmittelgewinnung und -aufbereitung diese Toxine häufig nicht zerstört werden, können auch optisch vollkommen unauffällige Lebensmittel Mykotoxine enthalten. Hierauf wird im folgenden noch weiter eingegangen. Bei Verabreichung kontaminierter Futtermittel an landwirtschaftliche Nutztiere kann es zudem zu Rückständen in den essbaren Geweben kommen. Daneben ist auch eine direkte Aufnahme von Mykotoxinen durch Kontakt über Schleimhäute sowie durch Einatmen von Sporen zu berücksichtigen. Letztendlich muss auch davon ausgegangen werden, dass es bei systemischen Pilzinfektionen zu einer Mykotoxinbildung kommen kann, wie dies bei verschiedenen Tierarten nachgewiesen werden konnte. Die Bildung von Mykotoxinen bei der Vermehrung von höheren Pilzen im Gewebe dient vermutlich der aktiven Auseinandersetzung mit dem Wirtsorganismus.

Mykotoxine sind im allgemeinen niedermolekulare Stoffe, die weitgehend hitzestabil sind und durch thermische Verfahren wie Kochen, Braten, etc. in Lebensmitteln nicht zerstört werden. Nach Aufnahme in den Organismus findet aufgrund der niedermolekularen Strukturen auch keine Antikörperbildung statt, so dass der Mensch keine entsprechenden Schutzmechanismen aufbauen kann. In der akuten Toxizität stehen die Mykotoxine meist hinter den Bakterientoxinen zurück. Zahlreiche Mykotoxine verhalten sich hinsichtlich ihrer chemischen Struktur wie alkylierende Agenzien, die aktiv in die DNS bzw. RNS-Synthese von Zellen eingreifen können. Durch den Eingriff in die natürlichen Zellteilungsvorgänge müssen solche Substanzen als potentielle Carcinogene angesehen werden. Dies trifft z. B. für die Aflatoxine zu.

Aflatoxine

Die wichtigsten Bildner der Aflatoxine sind die Schimmelpilze Aspergillus (A). flavus und A. parasiticus.

Metabolismus und Toxizität

Zielorgan der Aflatoxinwirkung ist die Leber, wobei dem Aflatoxin B1 das weitaus grösste hepatotoxische und cancerogene Potential zukommt. Aflatoxin B1 wird in der Leber zum Teil metabolisiert und nur ein relativ kleiner Prozentsatz wird mit Harn, Fäzes und Milch ausgeschieden. Ein metabolisches Stoffwechselprodukt ist das Aflatoxin-Epoxyd, dem die eigentliche mutagene Wirkung zugeschrieben wird. Andere Metabolite, wie das Aflatoxin M1 können z. B. in der Kuhmilch nachgewiesen werden. Die toxische Aktivierung zum Aflatoxin-7,8-Epoxyd wird durch das mikrosomale Zytochrom-P450-System der Leber katalysiert (S. auch Info-Blatt „Leber und Entgiftung").

Zahlreiche epidemiologische Studien aus Ländern der Dritten Welt wie China, Kenia, Uganda, etc. haben einen kausalen Zusammenhang mit der dort zu beobachtenden erhöhten Inzidenz primärer Leberzellcarcinome nahegelegt. In diesen tropischen Regionen wird das Wachstum von Schimmelpilzen und damit die Aflatoxinbildung begünstigt. In Europa sollen die Aflatoxine eine geringere Bedeutung haben, doch ist zu berücksichtigen, dass zahlreiche Lebensmittel, vor allem jedoch auch Futtermittel in der Tierhaltung aus Ländern der Dritten Welt importiert werden. Entsprechende Höchstmengenverordnungen sollen daher die Aufnahme der Aflatoxine begrenzen.

Vorkommen

Positive Aflatoxinnachweise lassen sich häufig in Erdnüssen und Erdnussprodukten, anderen Nüssen sowie getrockneten Feigen nachweisen. Für Deutschland gilt eine Höchstmengenbegrenzung von 4ug/kg bezüglich der Gesamt-Aflatoxine für Getreide, Schalenfrüchte, Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Innereien sowie von 0,05ug/Kg für diätetische Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder. Ein gewisses Problem kann das Auftreten von Aflatoxin M1 in Milch und Milchprodukten sein. Hier besteht für Deutschland eine Höchstmengenbegrenzung von 0,05 ug/kg Aflatoxin M1 für Milch sowie von 0,01 ug/kg für diätetische Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder.

Ochratoxin A1

Ochratoxin A ist ein Cumarinderivat. Daneben kommen Ochratoxin B und Ochratoxin C als Ester des Ochratoxin A vor. Die höchste Toxizität ist jedoch für das Ochratoxin A gegeben. Die Benennung der Toxine erfolgte nach Aspergillus (A.) ochraceus, da diese Spezies als erste als Bildner dieser Cumarinderivate festgestellt wurde. Daneben sind auch andere Aspergillen wie A. glaucus, A. sulfureus und andere sowie auch Penicilliumarten zur Bildung von Ochratoxin A befähigt.

Quellen

Ochratoxin A ist weitverbreitet in zahlreichen Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs. Dabei sind sämtliche einheimischen Getreidearten betroffen. Die Ochratoxin A-Gehalte zeigen eine starke Abhängigkeit vom Lagerungszustand. In verschiedenen Staaten Europas wurden entsprechende Grenzwerte für Getreide erlassen. In letzter Zeit konnte festgestellt werden, dass auch Kaffee häufig mit Ochratoxin A kontaminiert ist. Durch die Verfütterung ochratoxinhaltiger Futtermittel kann es zu entsprechenden Rückständen in Blut und Geweben von Schlachttieren kommen, insbesondere in Innereien. Hohe Belastungen werden vor allem bei Schweinen nachgewiesen. Für das Schwein wurde eine biologische Halbwertszeit von 88,8 Tagen ermittelt, wobei Hinweise darauf vorliegen, dass beim Mensch noch deutlich längere Halbwertszeiten zugrundezulegen sein dürften. Sehr hohe Ochratoxin A-Konzentrationen wurden im Blutplasma von Schweinen gefunden. Wenn dieses zur Wurstherstellung verwendet wird, sind entsprechende Rückstände auch in Wurstwaren zu erwarten. Der Mensch als Endglied der Nahrungskette kann sich dieser stetigen Ochratoxin A-Aufnahme nicht entziehen und Ochratoxin A ist in praktisch sämtlichen Serumproben in der deutschen Bevölkerung nachweisbar.

Toxische Wirkungen

Ochratoxin A weist eine hohe Nephrotoxizität auf und es zeigt sich im Tierversuch eine mykotoxische Nephropathie, die charakterisiert ist durch eine Tubulusatrophie. Bei verschiedenen Tierarten lassen sich mit Ochratoxin A experimentell entsprechende Nierenschädigungen hervorrufen. Daneben dürfte auch ein weiterer nierenschädigender Pilzmetabolit, Citrinin, eine Rolle spielen. Die in Ländern des Balkans beim Menschen endemisch vorkommende sogenannte Balkan-Nephropathie zeigt ein ähnliches klinisches Bild wie die Ochratoxin A-Intoxikation bei Tieren und wurde daher auch mit einer erhöhten Ochratoxin A-Belastung in Zusammenhang gebracht. Diese kann möglicherweise auf den einseitigen Verzehr kontaminierter wirtschaftseigener Produkte zurückgeführt werden. Die Krankheit wird meist erst im Alter von zirka 25 bis 30 Jahren manifest und verläuft nicht selten tödlich. Neben einer Tubulusschädigung kommt es im weiteren Verlauf auch zu einer Beeinträchtigung der Funktion der Glomeruli. Während Ochratoxin A in niedriger Dosierung zunächst nephrotoxisch wirkt, konnten bei höheren Konzentrationen auch hepatotoxische Wirkungen gezeigt werden. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise auf eine tumorigene Wirkung.

Zearalenon

Zearalenon ist ein Metabolit des Sekundärstoffwechsels von Feldpilzen, vor allem von Fusarien. Die toxische Wirkung von Zearalenon beruht im wesentlichen auf seinen östrogenen Eigenschaften.

Quellen

Fusarien können praktisch sämtliche Getreidearten in den Anbaugebieten der kühlgemässigten Zonen Europas, Asiens, Nordamerikas und Australiens befallen. Die Toxinbildung setzt auf der Getreidepflanze bereits häufig vor der Ernte ein und kann sich dann weiter fortsetzen, wenn die Lagerungsbedingungen nach der Ernte dieses zulassen. Besonders grosse Zearalenonmengen werden von dem Erreger der Kolbenfusariose des Maises, Fusarium roseum gebildet. Durch Verfütterung zearalenonbelasteter Futtermittel kann es auch bei Nutztieren zu Zearalenonbelastungen kommen.

Toxische Wirkungen

Aus Tierstudien, insbesondere an Schweinen konnten unter erhöhter Zearalenonbelastung Fruchtbarkeitsstörungen, krankhafte Vergrösserungen von Vulva und Uterus, Absterben der Föten und bei männlichen Schweinen Hodenatrophien beobachtet werden.

Auch beim Menschen kann ein gesundheitliches Risiko bestehen, wenn er Zearalenon oder die primären Metabolite Alpha- und Beta-Zearalenol mit der Nahrung aufnimmt, wobei die toxischen Wirkungen auch hier durch die östrogenen Eigenschaften bestimmt werden. Untersuchungen aus Costa Rica konnten einen möglichen Zusammenhang zwischen einer frühzeitigen sexuellen Entwicklung bei männlichen Heranwachsenden und einer Zearalenonbelastung wahrscheinlich machen. Aufgrund der Tierstudien können auch beim Menschen eine Beeinflussung der Konzeption, teratogene Effekte an Embryonen und eine mögliche Begünstigung von Lebertumoren grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Indikationen und Verfahren