Entzündliche rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, Lupus oder Hashimoto haben oft Auslöser, die man finden kann: im Mund, im Darm oder in der Ernährung.
Eine entzündliche rheumatoide Arthritis allein mit immununterdrückenden Medikamenten zu behandeln, ist wie wenn Sie zuhause einen Rohrbruch erleiden und den Spengler einbestellen. Statt das Rohr zu reparieren, stellt er lediglich das Wasser ab.
Wir suchen darum nach dem, was die Entzündung unterhält, und behandeln es. Die wichtigsten Bereiche der Abklärung sind:
- wurzelbehandelte, tote Zähne und Amalgam
- Unverträglichkeiten von Lebensmitteln, besonders Gluten
- eine Fehlbesiedlung des Dünndarms
- ein durchlässiger Dünndarm (Leaky gut)
- Störfelder wie Narben oder Mandeln
Zähne als Herd
Substanzen von Bakterien aus Zahnfleischerkrankungen und aus infizierten, toten, wurzelbehandelten Zähnen sind häufig eine grosse Belastung für den Organismus. Zu den möglichen Folgen gehören Gelenksentzündungen. Ein solcher Herd entwickelt sich meist über viele Jahre, lange ohne Beschwerden.
Zur Abklärung dienen die Panorama-Röntgenaufnahme (OPT), auf der alle Zähne zu sehen sind, und der OroTox-Test. Er weist die Schwefelverbindungen aus toten Zähnen in der Zahntaschenflüssigkeit nach, noch Jahre bevor Veränderungen im Röntgenbild sichtbar werden. Mehr dazu im Eintrag Wurzeltote Zähne.
Auch Amalgam kann rheumatische Beschwerden unterhalten. Ein Patient litt an einer Polymyalgie und hätte lebenslang Cortison nehmen sollen. Bei uns fand sich eine deutliche Quecksilberbelastung aus seinen Amalgamfüllungen. Nach der metallfreien Sanierung und einer Entgiftung mit Selen gingen die Schmerzen zurück, und er brauchte keine Rheumamittel mehr.
Erfahrungen von Patienten
- Frau, 68 Jahre. Zuckerkrankheit, rheumatische Beschwerden. Therapie: Entfernung der wurzelbehandelten Zähne, die im OroTox-Test reagiert haben. Ergebnis: Der Blutzucker sank so weit, dass eine Insulintherapie überflüssig wurde; die rheumatischen Beschwerden sind praktisch verschwunden.
- Mann, 43 Jahre. Herzrhythmusstörungen, Weichteilrheuma, totale Erschöpfung; bisher Betablocker, Rheumamittel und Kuraufenthalte. Therapie: Entfernung aller wurzeltoten Zähne. Ergebnis: beschwerdefrei.
- Frau, 75 Jahre. Chronische Erschöpfung, Rheuma. Therapie: Entfernung der im OroTox-Test verdächtigen Zähne am Oberkiefer. Ergebnis: Rheuma deutlich besser, mehr Energie.
- Mann, 54 Jahre. Polyarthritis. Aussage der Rheumatologie eines Universitätsspitals im Jahr 1987: «Sie werden bald im Rollstuhl enden.» Kurz darauf Behandlung bei uns mit Zahnsanierung und Entgiftungsinfusionen. Ergebnis: Mit 76 Jahren arbeitet der Patient noch ganztags in seiner Werkstatt an Präzisionsmaschinen, absolut schmerzfrei. Gehstrecke 5 Kilometer, er kann hüpfen und tanzen. Damals im Spital betrug die Gehstrecke unter Schmerzen etwa 20 Meter.
Unverträglichkeiten von Lebensmitteln
Neben der Allergie, einer Sofortreaktion über IgE, gibt es die Intoleranz: eine verzögerte Reaktion über IgG. Dabei bilden sich Antigen-Antikörper-Komplexe, die Entzündungsreaktionen auslösen und noch nach Tagen unterschiedlichste Beschwerden verursachen können, darunter Arthritis, Rheuma und Fibromyalgie. Wegen der Verzögerung werden die schuldigen Lebensmittel oft gar nicht verdächtigt.
Die IgG-Analyse (Food Detective) gibt wertvolle Ausgangsinformationen für die Behandlung und zeigt, wie gross die gesamte Last ist, mit der sich der Körper auseinandersetzen muss. Danach folgt eine Suchdiät: Die verdächtigen Lebensmittel werden weggelassen und später einzeln wieder eingeführt. Mehr dazu im Eintrag Allergien und Intoleranzen.
Gluten
Gluten ist ein häufiger Auslöser für Autoimmunerkrankungen, auch wenn keine Zöliakie vorliegt. Dies kann mit dem Food Detective und weiteren Analysen abgeklärt werden. Häufig wird jedoch ein Weglassversuch empfohlen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine 45-jährige Patientin mit Fibromyalgie wurde im Food Detective positiv auf Weizen getestet. Nach dem Weglassen waren die Beschwerden verschwunden.
Der Darm
Fehlbesiedlung des Dünndarms
Normalerweise finden sich im Dünndarm kaum Mikroorganismen, denn die Magensäure vernichtet die meisten Bakterien. Vermehren sie sich dennoch, kann das zu Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall führen, aber auch zu Gelenksentzündungen, chronischer Müdigkeit und Blutarmut. Zu den Ursachen gehören zu wenig Magensäure, verlangsamte Darmbewegungen und Autoimmunkrankheiten wie Sklerodermie oder Lupus.
Nachweisen lässt sich die Fehlbesiedlung mit einem Atemtest: Er misst Wasserstoff und Methan, die beim bakteriellen Abbau eines unverdaulichen Zuckers entstehen.
Der durchlässige Dünndarm (Leaky gut)
Eine verstärkte Durchlässigkeit des Dünndarms belastet den Organismus mit entzündungsfördernden Molekülen und Bakterien. Gefördert wird sie durch entzündliche Veränderungen der Schleimhaut, durch Unverträglichkeiten von Lebensmitteln, durch die dauernde Einnahme bestimmter Medikamente, vor allem Rheumamittel, und durch Rauchen und Alkohol. Daraus kann ein Teufelskreis werden: Eine Unverträglichkeit steigert die Durchlässigkeit, und diese fördert ihrerseits die Unverträglichkeit.
Bakterien einer gestörten Darmflora tragen zudem teils ähnliche Oberflächenstrukturen wie unsere Organe. Das kann Autoimmunprozesse anstossen («molecular mimicry»), wie sie bei Rheuma, Schilddrüsenkrankheiten, Colitis ulcerosa und Lupus vorkommen.
Für den Test der Durchlässigkeit trinken Sie zu Hause eine festgelegte Menge zweier Zuckerarten, Lactulose und Mannitol; gemessen wird, wie viel davon im Urin erscheint. Zur Behandlung gehören:
- Weglassen der Lebensmittel, bei denen eine Unverträglichkeit nachgewiesen ist
- Vermeiden von irritierenden Medikamenten wie Antirheumatika
- Förderung der normalen Darmflora und Unterstützung der Verdauung mit Enzymen
- L-Glutamin, ungesättigte Fettsäuren, Zink und Selen
Mehr dazu im Eintrag Magen, Darm und Verdauung.
Störfelder
Auch Narben, kranke Zähne oder operierte Mandeln können als Störfeld Beschwerden an entfernten Orten auslösen. Hinweise gibt die Vorgeschichte, etwa Rheuma nach einer Mandeloperation. Oft liegt das auslösende Ereignis Jahre zurück. Ein Störfeld lässt sich mit der Neuraltherapie aufspüren und behandeln.
Behandlung
An erster Stelle steht, die gefundenen Auslöser zu beseitigen: belastete Zähne sanieren, immuntriggernde Lebensmittel weglassen, den Darm aufbauen. Begleitend setzen wir ein (eine Auswahl):
- Omega-3-Fettsäuren, die bei chronischen entzündlichen Prozessen und bei Rheuma einen Schwerpunkt haben
- gezielt eingesetzte Basen, die entzündungshemmend wirken und entzündliches Rheuma lindern
- Ozon bei rheumatischen, entzündlichen Gelenkerkrankungen
- Entgiftungsinfusionen, wie im Fall der Polyarthritis oben
- die Plasmapherese bei chronischen Entzündungen
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