Medizinische Verfahren

Allergien und Neurodermitis

Allergien und Unverträglichkeiten nehmen zu, und die Haut zeigt oft, was im Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wir klären Darm, Nährstoffe, Hormone und Unverträglichkeiten mit ab.

Die folgenden Abschnitte vertiefen die einzelnen Themen.

Allergien und Intoleranzen

Allergien waren noch vor 50 Jahren kaum eine nennenswerte Erkrankung. Heute sind sie in galoppierendem Tempo im Begriff, die ganze Bevölkerung und immer jüngere Personen zu erfassen, mit einer jährlichen Zuwachsrate von 10 Prozent. Es ist somit nur noch eine Frage der Zeit, bis jeder von uns in irgendeiner Form auf irgendwelche Substanzen allergisch reagiert.

Wir beginnen erst langsam zu verstehen, wie Nahrungsmittel unsere Gesundheit und unser Leben beeinflussen. Dieser Überblick erklärt den Unterschied zwischen Allergie und Intoleranz, die möglichen Symptome, die Abklärung und die Suchdiät.

Allergie oder Intoleranz?

Die beiden Begriffe sind nicht gleichbedeutend. Hier besteht Verwechslungsgefahr, und oft reden deshalb sogar Fachpersonen aneinander vorbei. Allergien sind immunologische Reaktionen, vermittelt durch Immunglobuline (Ig). Unterschiedliche Immunglobuline lösen unterschiedliche Reaktionen aus.

Die Allergie: Sofortreaktion über IgE

Die lästigste Allergie ist die über IgE vermittelte Sofortreaktion. Immunzellen, die IgE-Immunglobuline auf ihrer Oberfläche tragen, «fangen» das Allergen auf und schütten Histamin und andere äusserst wirksame Botenstoffe aus, welche die Gefässe rasch und stark erweitern. Die Folgen können Rötung, Schwellung, Juckreiz, triefende Nase, tränende Augen, Nesselfieber, Husten, Asthma, Erbrechen und Durchfall sein, bis hin zu schockartigen Zuständen. Die Symptome sind heftig und explosionsartig und entwickeln sich normalerweise innert Minuten, höchstens innert 2 Stunden. Je nach Veranlagung reichen sie von einem lästigen Schnupfen bis zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie.

Nahrungsmittel-Allergien sind im Gegensatz zu den Intoleranzen selten und betreffen nur etwa 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung. Am häufigsten sind Allergien auf Nüsse (vor allem Erdnüsse und Mandeln), Eier, Milch, Fisch und Schalentiere. Weil die Reaktion sofort eintritt, ist der Zusammenhang meist ersichtlich. Schwieriger zu erkennen sind Umweltallergien auf Pollen, Staub oder Tierschuppen, weil diese Stoffe überall vorkommen.

Die Intoleranz: verzögerte Reaktion über IgG

Nahrungsmittel-Intoleranzen entstehen durch die Bindung an IgG-Moleküle statt an IgE. Die IgG-vermittelte Reaktion sorgt dafür, dass die Allergene Antigen-Antikörper-Komplexe bilden und von den weissen Blutkörperchen «aufgefressen» werden. Diese Komplexe können Entzündungsreaktionen auslösen (Komplementreaktionen) und noch nach Tagen, unter Umständen nach Monaten, unterschiedlichste Symptome verursachen. Die Folgen sind nicht vorhersehbar und bisher schwierig zu diagnostizieren.

Wegen der zeitlichen Verzögerung werden die schuldigen Nahrungsmittel gar nicht mehr verdächtigt. Die Allergie ist damit von der «Oberfläche» in die «Tiefe» gesunken und hat sich «maskiert». Eine Nahrungsmittel-Intoleranz ist zwar nicht lebensbedrohlich, kann das Allgemeinbefinden aber deutlich beeinträchtigen. Lebensmittel-Intoleranzen sind viel häufiger als bisher angenommen; es wird geschätzt, dass etwa 45 Prozent der Bevölkerung betroffen sein könnten.

Wer Beschwerden wegen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit entwickelt, wird medizinisch häufig in die Irre geführt. Die Symptome bestehen oft seit Jahren und werden mangels «Befunden» als psychosomatisch gedeutet. Dann werden nur die Symptome bekämpft, statt die Ursache zu behandeln. Bemerkenswert: Manchmal merken Patienten erst nach dem Weglassen verdächtiger Nahrungsmittel, wie auch unbedeutende Beschwerden verschwinden, die vielleicht schon das ganze Leben bestanden («Man kennt es nicht anders»).

Wozu die Symptome?

Die gängige Therapie ist die Unterdrückung der Symptome mit Antihistaminika und Cortison. Betrachtet man die Symptome aber nicht «wirkursächlich» (woher kommen sie?), sondern «zweckursächlich» (wozu dienen sie?), wird sofort klar: Der Organismus ist mit aller Kraft bestrebt, das Allergen auf dem schnellsten Weg aus dem Körper zu schaffen. Die meisten Symptome weisen «nach aussen». Symptomunterdrückende Medikamente blockieren diese Ausscheidung.

Von ausschlaggebender Bedeutung ist deshalb, dass unsere äusserste Barriere intakt ist, damit Allergene gar nicht erst in den Körper eindringen. Daran beteiligt sind schleimhautschützende IgA-Antikörper, ortsansässige weisse Blutkörperchen, die Beschaffenheit («Durchlässigkeit») der Schleimhaut, die lokale Durchblutung, die bakterielle Besiedlung, Impulse des vegetativen Nervensystems und anderes mehr. Nur dank dem harmonischen Zusammenspiel dieses Abwehr-Orchesters merken wir von der ständig laufenden Abwehr nichts: Die eindringenden «Asteroiden» verglühen in unserer äussersten «Atmosphäre», bevor sie die Erde, unser Ich, erreichen. Die biologische Therapie zielt deshalb zusätzlich darauf, diese äusserste Schicht günstig zu beeinflussen und zu stärken.

Wie sich eine Unverträglichkeit äussern kann

Eine Nahrungsmittel-Intoleranz kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Manche Personen haben ein einziges Symptom, zum Beispiel heftige Migräne. Andere zeigen eine ganze Palette: Reizdarm, Kopfschmerzen, Hautausschläge, Atembeschwerden. Viele leiden unter mehreren Symptomen gleichzeitig, die oft ungenau und schwer zu fassen sind: Blähungen, chronische Müdigkeit, Lethargie, Konzentrationsschwierigkeiten, «Kopfnebel», allgemeines Unwohlsein. Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel sollten nie unterschätzt werden; sie können ein normales, gesundes Leben verhindern.

Die Symptome reichen von leichtem Unbehagen über Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen bis zu schweren Krankheiten wie Colitis, Arthritis und chronischen Infektionen. Beobachtet werden auch Entzündungen, Schwindel, Ekzeme, kalte Hände und Füsse (die Antigen-Antikörper-Komplexe können das Blut «eindicken») und neurologische Symptome. Sogar Übergewicht kann die Folge sein, und bei Kindern können gestörtes Verhalten mit Hyperaktivität und Launenhaftigkeit in Nahrungsallergien wurzeln.

Mögliche Symptome im Überblick:

  • Magen-Darm-Störungen, Blähungen, Durchfall
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Erschöpfung, Müdigkeit, Schlafstörungen, innere Unruhe
  • Angstzustände, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit
  • Wahrnehmungsstörungen, Gedächtnislücken
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, Hyperaktivität
  • Ekzeme, Juckreiz, Akne, trockene und rissige Haut, brüchige Fingernägel, Augenringe
  • Asthma, Heuschnupfen, häufige Erkältungen
  • Arthritis, Rheuma, Fibromyalgie
  • Gewichtsprobleme, Ödeme
  • hoher Blutdruck, Zittern, Schweissausbrüche, nächtliche Wadenkrämpfe
  • Menstruationsbeschwerden

Unverträglichkeiten ohne Beteiligung des Immunsystems

Es kommt vor, dass die Laboranalysen trotz Symptomen negativ ausfallen. Das kann verwirren, wenn die Beschwerden doch nach bestimmten Nahrungsmitteln auftreten. Die Erklärung: Es gibt auch Nahrungsmittelintoleranzen, die nicht über das Immunsystem ausgelöst werden, sondern durch bestimmte Substanzen wie Lektine, giftige Zusatzstoffe oder Verbindungen mit pharmakologischer Wirkung wie Tyramin. Auch eine Störung wie die Milchzuckerunverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) kann vorliegen.

Die wichtigsten Auslöser und ihre Symptome:

SubstanzVorkommenSymptome
LektineGetreide, Gemüse, Milchprodukte, Soja, Nachtschattengewächse: Kartoffel, Tomaten, Aubergine, PfefferAsthma, Müdigkeit, Verhaltensstörungen, Reizdarm, Durchfall, Autoimmunerkrankungen
PhenylethylaminSchokolade, reifer Käse, RotweinMigräne
TyraminCheddar Käse, Französische Käse, Hefe, Chianti, DosenfischMigräne, rote Ausschläge, Juckreiz
HistaminVergorene Käse, Nahrung wie Sauerkraut, Schweinswurst, Thunfisch aus der Dose, Sardinen, SardellenRote Ausschläge, Kopfschmerzen, tiefer Blutdruck
Histamin-
Freisetzer
Schalentiere, Schokolade, Erdbeeren, Tomaten, Erdnüsse, Schweinefleisch, Wein, AnanasNessel-Ausschlag, Ekzeme, Juckreiz
SulfiteBlattsalat vom Buffet, Crevetten, Trockenfrüchte und -gemüse, Wein, BierAsthma, Anaphylaxie / Schock
Mononatriumglutamatchinesische und japanische GerichteKopfschmerzen, Gesichtsspannung, Schweisse, Brustschmerzen, Schwindel
Nachtschatten-
Alkaloide
Kartoffel, Tomaten, Aubergine, Pfeffer, TabakGelenkschmerzen
AlkaloideCoffein, Solanine (Kartoffel-Familie), Theophyllin (Tee), Theobromin (Schokolade)Migräne, Magendarmsymptome
Lebensmittelzusatzstoffezum Beispiel Tartrazin, Farbstoffe, NatriumbenzoatNesselfieber, Ausschläge, Asthma

Abklärung

Der Prick-Test und seine Grenzen

Die gängigste schulmedizinische Analyse ist die Provokation über die Haut. Substanzen wie Nahrungsmittel, Waschmittel oder Pollen werden durch ein «Pricken» in die Haut eingebracht und können bei Allergiebereitschaft eine Reaktion erzeugen. Das Verfahren hat Schwachstellen. Welche 20 bis 40 der mehreren 100’000 möglichen Allergene sollen getestet werden? Zudem ist der Kontakt unphysiologisch, weil die erste und wichtigste Immunbarriere, Haut und Schleimhaut, künstlich umgangen wird. Die Folge ist häufig ein falsch positives Ergebnis; auch das Umgekehrte ist möglich. Werden solche Tests wiederholt, könnten theoretisch neue Allergien erzeugt werden. Und: Prick-Tests messen nur die IgE-vermittelten Reaktionen und sagen nichts über die verzögerten Unverträglichkeiten.

Die IgG-Analyse (Food Detective)

Eine IgG-Analyse gibt wertvolle Ausgangsinformationen für eine ernährungsheilkundliche Behandlung. Sie zeigt auch, wie gross die gesamte Antigen-Last ist, mit der sich der Körper auseinandersetzen muss.

Der Food Detective ist in Ärztekreisen umstritten. Die Standardmedizin anerkennt nur die IgE-Analysen, der Food Detective dagegen misst IgG. Inzwischen sind viele wissenschaftliche Studien und sogar Doktorarbeiten zu IgG-vermittelten Intoleranzen erschienen. Zudem haben die vielen Erfolge bei Patienten diesem Test seine Berechtigung bestätigt.

Weitere Informationen zu den Nahrungs-Sensibilisierungsanalysen

Was Sie selbst beobachten können

  • Puls: Messen Sie den Puls vor und 15 Minuten nach dem Essen eines bestimmten Nahrungsmittels (ruhig sitzen bleiben). Eine Beschleunigung um mehr als 20 bis 30 Schläge pro Minute weist auf eine Allergie hin.
  • Geruch und Geschmack: Unser Geruchs- und Geschmackssinn sind unser persönliches Labor. Nahrungsmittel, die bei Zimmertemperatur einladend riechen oder schmecken, sind meist weniger problematisch.

Die Suchdiät

Mit dem Ausschalten bestimmter Nahrungsmittel und der Beobachtung der eigenen Symptome wird versucht, die verantwortlichen Nahrungsmittel zu finden und wegzulassen. Diese Methode ist die sicherste, aber auch die aufwendigste, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu erkennen; die allergenarme Diät mit langsamer Wiedereinführung der verdächtigen Nahrungsmittel bleibt der Goldstandard. Für den Patienten kann sie allerdings eine ausserordentliche Belastung sein.

Die allergenarme Basiskost

Die durchschnittliche Tageskost besteht aus einer unüberschaubaren Zahl möglicher Allergene. Die allergenarme Kost besteht nur aus wenigen Lebensmitteln, die erfahrungsgemäss selten Reaktionen verursachen. Bevorzugen Sie Produkte aus biologischem Anbau, um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auszuschalten. Die Basiskost wird bis zu 2 Wochen durchgeführt. Bessern sich die Beschwerden in dieser Zeit, kann angenommen werden, dass eine Allergie auf ein oder mehrere Nahrungsmittel vorliegt; dann wird die Suchkost angeschlossen. Bessern sie sich bei korrekt durchgeführter Karenz nicht, darf eine Nahrungsmittel-Allergie ausgeschlossen werden.

  • Erlaubt: kohlensäurearmes Mineralwasser, Tee aus offener Packung (Kräutertees meiden). Lamm, Rindfleisch, Reis, Mais, Kartoffeln, Fett in Form von Maiskeimöl. Birnen, Bananen (in der Regel gut verträglich), Kabeljau, Forelle, Scholle, Karotten, Avocados, Zucchini, grüne Bohnen, Pastinaken, Steckrüben, weisse Rüben. Gemüse nur grün oder gedünstet; Salate ohne jedes Dressing. Ist eine Allergie auf Zitrusfrüchte ausgeschlossen, darf etwas Zitrone zum Würzen verwendet werden. Saucen, deren Zusammensetzung nicht bekannt ist, sind zu meiden. Wer bisher vor allem einheimische Kost gegessen hat, beginnt mit fremdländischer, zum Beispiel Rentier- und Putenfleisch. Gegartes Gemüse und Obst wird häufig besser vertragen, weil Allergene aus pflanzlichen Lebensmitteln vielfach hitzeempfindlich sind und beim Kochen zerstört werden.
  • Zunächst verboten: Fruchtsäfte, Alkohol, Cola, milch- und weizenhaltige Produkte, Eierspeisen, Zitrusfrüchte, Vollkornbrot, Speiseöl, Hase, Schweinefleisch, Sardinen, fette Speisen, Kuchen, Gebäck. Medikamente wegen ihrer Füll-, Binde- und Süssmittel (Rücksprache mit dem Arzt!). Zahnpasta wegen ihrer Zusätze.

Bleiben die Beschwerden unter dieser Diät bestehen, muss noch strenger auf eine ausschliesslich milchfreie Reis-Kartoffel-Diät zurückgegriffen werden, wobei selten auch eine Unverträglichkeit auf Kartoffeln oder Reis bestehen kann.

Die Suchkost

Nach einer Karenzphase von 5 bis 8 Tagen wird täglich ein zu testendes Nahrungsmittel zusätzlich gegessen. Treten bis zum nächsten Tag keine Symptome auf, kann angenommen werden, dass es verträglich ist, und es darf in den Speiseplan aufgenommen werden. Treten Symptome auf (zum Beispiel Durchfall oder Darmkrämpfe), muss das schuldige Nahrungsmittel sofort wieder gemieden werden, und die Diät geht auf die letzte Stufe zurück. Dort bleibt man, bis die Symptome abgeklungen sind (bis 3 Tage), und nimmt erst dann die Provokation mit einem anderen Nahrungsmittel wieder auf. Die Neutralisation lässt sich allenfalls beschleunigen mit je zwei gestrichenen Teelöffeln Natrium- und Kaliumbicarbonat in 140 ml lauwarmem Wasser, in einem Zug getrunken. Die «zunächst verbotenen» Nahrungsmittel werden am Schluss getestet.

Eine andere Variante beginnt mit den Grundnahrungsmitteln: am 1. Tag morgens ein Glas kalte Vollmilch, am 2. Tag ein Glas abgekochte, abgekühlte Vollmilch, am 3. Tag morgens ein weichgekochtes Ei. Ab dem 4. Tag werden die übrigen Lebensmittel in beliebiger Reihenfolge getestet, auch hier immer nur eines pro Tag (eine Obstsorte, ein Gemüse, ein Gewürz).

Vorschlag zum Kostaufbau: Dinkelbrot (nur eine Sorte, ohne Milch, Mohn und Sesam hergestellt), Kalbfleisch (gekocht oder gedünstet), grüne Erbsen, Brokkoli, grüne Bohnen, Rindfleisch, Mais, Melone, Tomate, Ananas, Äpfel, Trauben, Huhn und so weiter; gewürzt wird nur mit Kochsalz. Eine neue Getreidesorte nur alle 2 bis 3 Tage, weil die Reaktionen verzögert eintreten. Rohr- und Rübenzucker getrennt testen.

Es ist unerlässlich, ein Diättagebuch zu führen, in dem die verträglichen und die unverträglichen Nahrungsmittel festgehalten werden. Beachten Sie auch, dass zum Beispiel Milch als Lebensmittelzusatz erst ab einer bestimmten Konzentration deklariert werden muss. Hier ist fachkundige Beratung gefragt, etwa in einem gut geführten Reformhaus.

Nahrungsmittelunverträglichkeit bei Kindern

Wenn etwa ein Drittel der folgenden Merkmale zum Alltag Ihres Kindes gehört, liegt der Verdacht auf ernährungsbedingte Verhaltensstörungen nahe. Dann empfiehlt sich eine Ernährungsabklärung. Wenn Ihr Kind

  • im Umgang mit anderen Kindern leicht zum Angreifer wird
  • sich in der Gruppe schwertut, keinen richtigen Freund hat
  • übersteigerte Wutanfälle ohne triftigen Grund hat
  • Gegenstände allzu oft in die Brüche gehen lässt
  • nicht gehorchen kann
  • alle Grenzen überrennt (distanzlos ist)
  • eine übersteigerte oder nie enden wollende Trotzphase durchgemacht hat
  • keine Intimsphäre respektiert
  • sich auf Besuch unmöglich benimmt
  • auf die Bedürfnisse anderer keine Rücksicht nimmt
  • jede Feststimmung verdirbt
  • beim Sitzen sehr unruhig und zappelig ist (am Tisch, in der Schule)
  • mit Feinarbeiten (Schreiben, Zeichnen, Handarbeiten) besondere Mühe hat
  • eine fast unleserliche Schrift und unordentliche Hefte hat
  • leicht ablenkbar und zerfahren ist (extrem reizoffen)
  • in den letzten Sätzen der Diktate die meisten Fehler macht
  • offensichtlich mehr Mühe hat als andere, Ordnung zu halten
  • ausserordentlich viele Unfälle und Verletzungen hat
  • weder Vorsicht noch Einsicht, Rücksicht, Umsicht oder Voraussicht kennt
  • sich von Feuer und Wasser ungewöhnlich angezogen fühlt (wie süchtig nach Gefahren ist)
  • aus gemachten Erfahrungen nichts lernt
  • allzu sorglos mit Geld umgeht
  • öfter nicht widerstehen kann, fremde Dinge mitzunehmen (Stehlen)
  • zum Klassenclown oder zum «schwarzen Schaf» neigt
  • Unterkühlung und Hunger lange nicht spürt (zum Beispiel im Winter leicht gekleidet ins Freie geht)
  • kein Zeitgefühl hat, endlos «trödelt»
  • nichts planen und das Vorgenommene nicht durchführen kann
  • Zärtlichkeiten von ganz klein auf verweigert
  • Zärtlichkeiten stets in Grobheiten ausarten lässt
  • überaus schmerzempfindlich ist oder aber schwere Verletzungen gar nicht bemerkt
  • nie merkt, wenn es schmutzige Hände oder Kleider hat, dafür ausserordentlich empfindlich auf fremde Gerüche ist
  • am Tisch fast nichts isst, dafür den ganzen Tag «Hunger» hat
  • nur von «Konfitürebrot und Ovo» lebt und dennoch dünn bis untergewichtig oder aber übergewichtig ist
  • schon während der Stillzeit nach den Mahlzeiten Bauchkrämpfe hatte
  • nach dem Abstillen mit Verhaltensauffälligkeiten reagierte (Schlafstörungen, häufiges Weinen, nicht spielen können)
  • meist irgendwo in Gedanken, in seiner Welt versunken ist
  • stets mehrmals gerufen werden muss, weil es «nichts gehört» hat (schwer ansprechbar ist)
  • Mühe hat, bei etwas zu bleiben, was von ihm verlangt werden muss (zum Beispiel Hausaufgaben)
  • sich scheinbar gut beschäftigen kann, genauer betrachtet aber ein Spiel immer in derselben Weise wiederholt
  • vieles, was um es herum geschieht, nicht merkt
  • sich aus der Gruppe meistens zurückzieht, nicht mitspielt
  • ausgeprägte, eigenartige «Mödeli» hat (Haare drehen oder lecken, Räder drehen)
  • mit Kopf oder Körper schaukelt oder schlägt (Selbststimulierung)
  • bis ins Schulalter hinein einnässt oder einkotet
  • Fratzen schneidet, grunzt, nervös blinzelt, Ticks hat, mit den Zähnen knirscht
  • auf alle Veränderungen in seiner Umgebung mit grösstem Widerstand reagiert
  • Konzentrationsstörungen hat
  • eine Lese- oder Rechtschreibschwäche (Legasthenie) oder eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) hat
  • Sprachschwierigkeiten hat (Aussprache, Grammatik)
  • ganz selten wirklich «bei sich» ist
  • beim Malen deutlich die dunklen Farben bevorzugt
  • meist irgendwie verstimmt ist (nörglerisch, gehässig, unfroh, deprimiert, «immer ich»)
  • bei Fieber (ohne Medikamente) auffallend ruhig und ansprechbar ist
  • extrem häufig erkältet ist (Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten hat)
  • auf Beruhigungsmittel (zum Beispiel Codein, Baldrian) umgekehrt reagiert
  • auffallend wenig Zahnkaries hat (falls kein Ritalin gegeben wird)

Oder wenn Sie selbst das Gefühl haben oder im Ruf stehen, Ihr Kind nicht erziehen zu können, obwohl vielleicht andere Kinder in Ihrer Familie «gut geraten» sind. Wie diese Liste zeigt, sind die Erscheinungsbilder stoffwechselgestörter Kinder sehr vielfältig.

Erfahrungen von Patienten

  • Patientin, 70 Jahre: wiederkehrender Durchfall. Food Detective positiv auf Milch und Kakao. Schon durch das Weglassen der Schokolade deutliche Besserung.
  • Patientin, 66 Jahre: rote, juckende Ekzeme um die Augen. Food Detective positiv auf Paranüsse. Das Ekzem war nach dem Genuss von Paranüssen aufgetreten; der Zusammenhang war der Patientin nicht aufgefallen, weil die Reaktion erst am nächsten Tag eintrat.
  • Patientin, 27 Jahre: immer wiederkehrender Juckreiz in Nase und Hals, jahrelanger Gang zu Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten, Therapie stets dieselbe: Cortison und Antihistaminika. Food Detective positiv auf Reis. Durch das Weglassen von Reis erstmals seit Jahren wieder beschwerdefrei.
  • Patient, 53 Jahre: wiederkehrende starke Blähungen, zahlreiche Medikamente bringen keine Besserung. Der Food Detective zeigt eine Unverträglichkeit auf Weizen. Nach dem Ersatz des Weizenbrots durch Dinkel- oder Roggenbrot und starker Einschränkung von Teig- und Fertigbackwaren deutliche Linderung.
  • Patientin, 45 Jahre: Gewichtsprobleme. Mit Weight Watchers Gewichtsverlust von etwa einem halben Kilogramm pro Woche. Der Food Detective zeigt verschiedene Intoleranzen. Nach dem Weglassen Gewichtsabnahme bis über ein Kilogramm pro Woche.
  • Patientin, 45 Jahre: Fibromyalgie. Food Detective positiv auf Weizen. Nach der Karenz sind die Beschwerden verschwunden.
  • Patientin, 39 Jahre: chronisch müde, fehlende Energie. Food Detective positiv auf Kuhmilch und Eier. Nach dem Weglassen weniger schläfrig und mehr Energie.
Neurodermitis: allgemeine Massnahmen
  • Gute Hautpflege - Vermeiden von häufigen Waschprozeduren - keine Alkaliseifen und Detergentien
  • Kein Tragen von Bekleidungsstücken aus Wolle oder Kunstfasern - Verwendung von Unterwäsche aus reiner Baumwolle
  • Verwendung von emzymfreien Waschmitteln für die Kleinwäsche - mehrmaliges Spülen der Unterwäsche mit Wasser
  • Tragen von baumwollenen Handschuhen für trockene Hausarbeiten - zusätzliches Tragen von Plastik-oder Gummihandschuhen für nasse Arbeiten (nicht direkt Gummihandschuhe auf die Haut)
  • Schutz von Irritantien (chemischen und physikalische Reizungen) - regelmässige Anwendung von Hautschutz-Salben
  • Vermeiden von exzessivem Schwitzen (Auslösung von Juckreiz!) - bei Angewöhnung Sauna jedoch empfehlenswert
  • Vermeiden von extremen Temperaturschwankungen
  • Staubsanierungsmassnahmen, kein Aufenthalt in staubreichem Milieu, Nikotin-Verbot!
  • Vermeiden von Kontakt mit Pelztieren - Kein Halten von Haustieren (hohe Sensibilisierungsgefahr auf Haar- und Tierepithelien, besonders von Meerschweinchen, Hamstern, Katzen, Pferden und Hunden in absteigender Reihenfolge)
  • Schutz vor Kontakt mit dem Herpes-simplex - und Vaccinia- Virus - keine Pockenschutzimpfung (Gefahr von Eczema herpeticatum, respektive vaccinatum)
  • Geeignete Berufsberatung: "saubere" Berufe ohne Kontakt mit chemischen Kontaktnoxen und Inhalationsallergen (Mehle, Baumwollstaub, Blumen, Kaffeestaub, usw.)
  • Diätische Massnahmen: Vermeiden von exzessiven Gewürzen und Nahrungsmitteln, die nicht vertragen werden, starkem Kaffee, konzentriertem Alkohol, Bier
  • Vermeiden von Psychisch-emotionellen Stress-Situationen
Eigenurin-Therapie

Was ist Urin?

Der Urin ist ein steriles Restwasser, welches die Nieren aus dem Blut herausfiltriert haben. Sein Inhalt ist immer individuell zusammengesetzt. Er ist nichts anderes als ein Teil des Blutes, ein Blutserumkonzentrat. Darin sammeln sich wertvolle Hormone, Enzyme, Mineralien, Salze, Antikörper aber auch Schlacken, Krankheitsprodukte und Toxine.

Urin als Heilmittel?

Der Eigenharn stellt das spezifische, individuelle Heilmittel eines jeden Kranken dar. Und er ist speziell für ihn, auf seine jeweils momentane Bedürfnisse genau „zugeschnitten", da er von ihm selbst produziert wird. Führt man den Urin dem Körper zurück, so entfaltet sich dort eine Immunreaktion, ähnlich der Eigenblutwirkung. So kann der Eigenharn auch als eine Umstimmungstherapie empfohlen werden.

Indikationen

Wir verwenden die Eigenurin-Therapie ausschliesslich bei Hauterkrankungen.

Formen der Urintherapie

Urintrinken, Urin-Fasten, Urin-Einreibungen, Urin-Kompressen

Eigenschaften

Bei Ekzemen, Hautausschlägen und Verbrennungen kann Urin äusserlich in Form von Kompressen empfohlen werden.

Mit Erfolg wird auch Urin als Homöopathie (potenzierter Eigenharn) eingesetzt, wenn es darum geht, Krankheitssymptome zu bekämpfen, die durch die im Urin enthaltenen Toxine verursacht werden. Die Eigenurin-Potenzierung erfolgt (analog der Eigenblut-Potenzierung nach Hedwig Imhäuser: „Homöopathie in der Kinderheilkunde") in 30% Alkohol in centesimaler Verdünnungsreihe bis zur C6 und ist besonders für solche Patienten geeignet, bei welchen der unverdünnte Eigenurin entweder eine zu starke Erstverschlimmerung (bei einer zu starken Verschlackung) auslöst, oder welche noch nicht die Abscheu vor dem Eigenurin-Trinken überwunden haben.

Tradition der Urintherapie

Die Eigenharntherapie beruht auf einer uralten Tradition und gehört seit Urzeiten zum Arzneischatz vieler Völker. So lebt sie z.B. in der indischen Medizin Ayurveda während 5.000 Jahre bis heute ununterbrochen fort. Bedeutende indische Politiker wie Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru tranken täglich eine Portion Morgenurin, um sich trotz andauernden Strapazen und Stress gesund zu halten. Neben der ayurvedischen und tibetischen Medizin gibt es uralte Überlieferungen der Reinigungsrituale mit menschlichem Urin auch in der chinesischen, persischen und griechischen Medizin sowie auch bei vielen Naturvölkern, wie bei indigenen Völkern Amerikas, Inuit und Roma.

Weitere Literaturangaben:

Von den Schweizer Zeitgenossen praktiziert die Eigenurintherapie der St.Galler Arzt Dr. med. Ulrich Erwin Hasler, Autor des Buches „A.L. - eine eigene Apotheke in dir". Die Abkürzung A.L. bedeutet „Auto liquidum" = eigene Flüssigkeit = Urin.

Weitere Indikationen und Verfahren