Wie erkenne ich, ob Zähne die Gesundheit meiner Patienten beeinträchtigen?
Wie einleitend dargestellt, können kranke und behandelte Zähne der Gesundheit schaden.
Es gibt einige Anzeichen und Symptome, die darauf hindeuten können, dass Zähne die Gesundheit beeinträchtigen. Hier sind einige Dinge, auf die Sie achten sollten:
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Zahnschmerzen oder Empfindlichkeit: Anhaltende oder wiederkehrende Zahnschmerzen können auf Karies, Infektionen oder andere Zahnprobleme hinweisen, die Ihre Gesundheit beeinträchtigen können.
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Schwellungen im Mund- oder Gesichtsbereich: Schwellungen können auf eine Infektion hinweisen, insbesondere wenn sie von Schmerzen, Rötungen oder einer erhöhten Temperatur in der betroffenen Region begleitet werden.
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Veränderungen im Zahnfleisch: Rötungen, Schwellungen, Blutungen oder ein Rückgang des Zahnfleisches können Anzeichen von Zahnfleischerkrankungen sein, die unbehandelt zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen können.
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Schlechter Atem: Anhaltender schlechter Atem, der nicht auf Nahrungsmittel oder andere offensichtliche Faktoren zurückzuführen ist, kann auf Zahnprobleme oder Infektionen im Mund hinweisen.
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Lose Zähne oder Veränderungen in der Ausrichtung der Zähne: Diese können auf fortschreitende Zahnfleischerkrankungen oder andere ernsthafte Probleme hinweisen.
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Wiederkehrende Mundgeschwüre oder weisse Flecken im Mund: Diese könnten auf eine Infektion oder auf ernsthaftere Erkrankungen wie orale Präkanzerosen hinweisen.
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Allgemeine Müdigkeit oder Unwohlsein: Manchmal können sich schwerwiegende Zahninfektionen auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken.
Die Erfahrung hat jedoch leider gezeigt, dass die Zähne, welche die Gesundheit am meisten belasten, keinerlei Symptome erzeugen: wurzelbehandelte Zähne.
Zahnärzte wurden dahingehend geschult, Zähne zu erhalten. Dies ist für ein funktionstüchtiges Gebiss zweifelsohne essenziell. Je nach Zahnbeschwerden wird sich der Zahnarzt für eine Wurzelbehandlung entscheiden. Diese ist notwendig, um z. B. entzündliche Schmerzen auszuschalten. Das Problem dabei ist, dass der Zahnarzt den Zahn abtöten muss; begründet wird dies aber häufig mit der Erklärung: „Ich werde versuchen, den Zahn zu retten.“ Die Rettung besteht anatomisch und physiologisch darin, den Zahn seiner Gefässe, Nerven und Lymphe zu entledigen. Mit anderen Worten wird der Zahn faktisch nicht „gerettet“, sondern „ermordet“. Nun, so weit, so gut … Der Patient freut sich über seine neu gewonnene Schmerzfreiheit und den Erhalt seiner Kaufunktion.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Zahnarzt.
Das ist leider tatsächlich ein Niemandsland in der Zahnmedizin. Keiner meiner bisherigen Patienten, die solche Behandlungen über sich ergehen lassen mussten, wurde im Geringsten aufgeklärt. Und wenn, dann wurde der Eingriff in der Regel verharmlost – keine Folgen für den Patienten.
Nun trifft Folgendes zu:
Es gibt keine andere medizinische Fachrichtung, die etwas Abgestorbenes im Körper zurücklassen würde!
Nun, das trifft auch zu, zumindest kurzfristig. Ein wurzeltoter Zahn bleibt über Jahre hinweg folgenlos für die Gesundheit.
Auf einmal beginnen sich chronische Beschwerden zu manifestieren:
- Zunehmende Müdigkeit, Schwäche, Kraftlosigkeit
- Schmerzen in den Gelenken, vor allem in Ruhe
- Ausschläge
- Darmprobleme
u. v. m.
Wer bringt diese mit der Zahnbehandlung vor 10 Jahren in Verbindung? Stattdessen werden „Diagnosen“ wie CFS, FMS, ME, RA, ND, IBS usw. gestellt, die allesamt zwangsläufig symptomatisch behandelt werden. Viele der Betroffenen könnten aber geheilt werden, wenn die Zähne in die Überlegungen einbezogen würden.
Ist mein Patient Opfer seiner wurzelbehandelten Zähne?
Beginnen Sie, sich darüber Gedanken zu machen, falls
- Wurzelbehandlungen vorliegen.
- diese vor vielen Jahren durchgeführt wurden.
- Zahnfleischblutungen gehäuft vorkommen.
- die Zähne NICHT schmerzen.
- manchmal ein komischer Fäulnisgeschmack wahrgenommen wird.
- Beschwerden vorliegen und Ärzte rätseln, weshalb (diese Frage wird jedoch kaum gestellt, es wird nur „behandelt“).
Wie muss ich nun vorgehen, um eine Antwort zu erhalten?
Bedauerlicherweise reicht es nicht aus, wenn der Zahnarzt mitteilt, es sei „alles in Ordnung“, es sei denn, der Zahnarzt praktiziert eine wissenschaftlich fundierte ganzheitliche Zahnmedizin.
Die Abklärung beinhaltet folgende Schritte:
- Anfertigung einer Panorama-Aufnahme, evtl. Ziel- und 3D-Aufnahmen (sog. DVT)
- Klinische Inspektion der Zähne durch einen entsprechend ausgebildeten Arzt oder Zahnarzt
- Palpation der verdächtigen Zähne, ob sie auf Druck empfindlich sind
- Temperaturmessung mittels kontaktlosem Infrarotthermometer
- Dentale Sondierung
- Blutentnahme für die Messung von RANTES und der Reaktivität auf Mercaptane und Thioether
- OroTox-Test für die Identifikation der belasteten wurzelbehandelten Zähne
1. Panorama-Aufnahme
Hier sind die Zähne vollständig zu sehen, im Gegensatz zu den sog. Bitewings, bei denen es nur darum geht, zu erkennen, ob Karies an den Zahnhälsen vorliegt.
In diesem Bild erkennen wir nur gesunde Zähne, die Wurzeln sind mit dem Kieferknochen verbunden. Die Weisheitszähne fehlen, und es liegt ein Implantat im linken Unterkiefer vor (Betrachtung ist immer spiegelbildlich!), welches gut mit dem Knochen verheilt ist. Die Zähne sind somit kaum für Beschwerden verantwortlich. Eine weitere Abklärung drängt sich nicht auf.
Dies im Gegensatz zu diesem Patienten:

Es liegen hier viele wurzelbehandelte Zähne vor, die zudem schlecht ausgeführt wurden, und entsprechend viele Hinweise auf gesundheitlich belastende Zustände.
Hier nochmals das gleiche Bild mit Erläuterungen.

Schlechte Wurzelbehandlungen sind auch an den unregelmässigen Rändern erkennbar, welche die meisten der wurzelbehandelten Zähne aufweisen (vergleichen Sie mit dem grün markierten, gut wurzelbehandelten Zahn).
Sollte sich jemand mit einem solchen Befund über chronische Entzündungen beklagen, so ist es die Pflicht jedes Arztes und Zahnarztes, solche potenziellen Herde in die Überlegungen mit einzubeziehen.
2. Klinische Inspektion
Die meisten Ärztinnen und Ärzte schauen in den Mund bzw. in den Hals, ignorieren dabei aber die Zähne. Dabei sind es die Zähne, die am meisten über die Gesundheit aussagen.
Gesunde Zähne
Zuerst müssen wir uns vergegenwärtigen, wie gesunde Zähne aussehen:

Das Zahnfleisch ist homogen hell-pink, die Zähne sind alle weiss.
Parodontitis

Die Zahnhälse sind gerötet und empfindlich und bluten rasch.
Wurzeltote Zähne

Sofern der Zahnhals freiliegt, sind die Zähne dunkel verfärbt (Schwarz ist die Farbe des Todes). Bei diesem Zahn ist zudem eine Metallkrone zu erkennen, was unter Umständen die Giftigkeit des Zahnes noch weiter erhöht.

Bei diesem überkronten wurzelbehandelten Zahn ist der dunkle abgestorbene Teil wieder gut zu erkennen. Hier soll aber noch etwas hervorgehoben werden: Das Zahnfleisch, welches den Zahn umrandet, ist deutlich gräulich-sulzig verändert. Dies ist häufig auf die Einwirkung der Bakterien und Toxine zurückzuführen.
3. Palpation
Entzündete Zähne müssen, wie bereits erwähnt, keine Schmerzen bereiten. Auf Druck können sie aber durchaus empfindlich sein. Beim Drücken muss die Empfindung mit der Gegenseite verglichen werden, denn auch gesundes Zahnfleisch kann empfindlich sein. Die Schmerzempfindung auf der verdächtigen Seite muss somit deutlich stärker sein.

Diese Untersuchung kann jeder für sich ohne Weiteres durchführen.
Schmerzhafte Zähne – so geht die Palpation
Die empfindlichen Stellen stimmen mit den Wurzelbehandlungen überein (weisslich ausgefüllte Zähne rechts im Bild = linke Seite des Patienten).
Aus diesem Grund müssen diese toten Zähne weiter auf krank machende Faktoren abgeklärt werden. Unter dem wurzeltoten Zahn 35 kann sich eine Entzündung verbergen. Hier wird es notwendig sein, eine 3D-Aufnahme anzufertigen. Zur Erinnerung: Spontane Schmerzen liegen nicht vor.
4. Temperaturverhalten
Diese Untersuchung lässt sich problemlos und schmerzfrei mittels kontaktloser Temperaturmessung durchführen. Die kontaktlose Messung hat vor allem während der Pandemie an Popularität gewonnen. Nun kann uns die gleiche Messung helfen, Zahnherde aufzudecken.
Hier eine Infrarotthermographie des Mundes, bei der eine Seitendifferenz deutlich zu sehen ist – als Hinweis auf eine Entzündung dort, wo die rote Farbe intensiver vorkommt.
5. Zahnsondierung
Das Zahnfleisch ist in der Regel widerstandsfähig, wenn man bedenkt, welche Strapazen es manchmal aushalten muss, wenn gewisse Speisen gekaut werden. Jede Art von Blutung ist pathologisch; die Ursache kann aber vom einfachen Zahnstein über Karies bis hin zu den toxischen Zähnen reichen.

Hier ist ein wurzelbehandelter Frontzahn an der Verfärbung des Zahnfleisches zu erkennen.

Heftige Blutung nach Sondierung dieses Zahns. Die Blutung verteilt sich auf die gesunden Zähne.

6. Laboranalysen
Folgende Tests haben sich bei der Abklärung von Zahnherden besonders bewährt:
- RANTES
- Reaktivität auf Mercaptane und Thioether
Gerne verweise ich hier auf unser Partnerlabor IMD in Berlin:
RANTES →
Mercaptane und Thioether →
Ergebnis-Beispiele
Unauffälliger Befund
Leicht positiver Befund
Mässiger Befund
Stark positiver Befund
7. OroTox-Test
Der OroTox-Test liefert Hinweise, ob zwischen „unerklärlichen“ Symptomen und vor Jahren wurzelbehandelten und/oder abgestorbenen Zähnen ein Zusammenhang besteht. Mit einer feinen Papierspitze wird auf schmerzlose Weise eine kleine Menge Flüssigkeit aus der betroffenen Zahntasche entnommen und mit verschiedenen Chemikalien vermischt. Die Menge der Giftabsonderung kann dann aufgrund der Farbänderung abgelesen werden.
Damit wird eine schnelle, objektive und zuverlässige Entscheidung ermöglicht, welche Zähne verdächtig sind und behandelt werden müssen und welche ohne weitere Massnahmen erhalten werden dürfen – ohne Gefahr einer Streuung von Bakterien und deren Toxinen im Organismus.
Im positiven Fall weiss der Zahnarzt, dass die geprüften Zähne weiterer Behandlungen wie z. B. einer gründlichen Zahnreinigung bedürfen. Eine nochmalige OroTox-Analyse lässt erkennen, ob die gewünschte Zahngesundheit erreicht wurde.
Was misst der OroTox-Test?
Der OroTox-Test untersucht Stoffwechselprodukte von Bakterien aus Zahnfleischerkrankungen sowie aus infizierten und toten, wurzelbehandelten Zähnen. Die am besten erforschten giftigen Substanzen sind reaktionsfreudige Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff (H2S) und Methylmercaptan (CH3SH). Belastend für den Organismus sind sie deshalb, weil sie Enzyme, die unseren Stoffwechsel ermöglichen, hemmen können. Zudem stellt der Test optional durch die Messung von Eiweiss fest, ob und wie stark das Zahnfleisch entzündet ist.

Das Ergebnis wird anhand einer Skala abgelesen.
Zusammenfassung
Tatsächlich lässt sich eine solche Zahndiagnose nicht einfach durch einen einzigen Test stellen. Es handelt sich um eine sogenannte Summationsdiagnostik, bei der verschiedene Faktoren und Symptome zusammen betrachtet werden müssen, insbesondere wenn es um so gravierende Massnahmen wie das Ziehen eines Zahnes geht.
In diesem Kontext ist es entscheidend, den potenziellen Zusammenhang zwischen Zahnproblemen und chronischen Erkrankungen genau zu untersuchen. Die Entscheidung, einen Zahn zu ziehen, darf erst nach sorgfältiger Abwägung aller relevanten medizinischen Informationen getroffen werden, um sicherzustellen, dass dies im besten Interesse der Gesundheit und des Wohlbefindens des Patienten ist.
Während meiner 40-jährigen medizinischen Erfahrung habe ich festgestellt, dass die oft zitierte Schwermetallbelastung durch Amalgamfüllungen im Vergleich zu wurzeltoten Zähnen ein deutlich geringeres Krankheitspotenzial aufweist. Erstaunlichere Heilerfolge wurden durch die Identifikation und Entfernung von toten Zähnen erzielt als durch die Sanierung von Amalgamfüllungen, obwohl auch dort vielen Patienten geholfen werden konnte.
Take-Home-Message
Bei allen chronisch-entzündlichen Erkrankungen sollten die Zähne in die Diagnostik einbezogen werden. In vielen Fällen ist damit eine vollständige Genesung möglich.
Ein Beispiel ist ein Musiker, der aufgrund chronischer Entzündungen etwa 10 Jahre lang invalidisiert und praktisch bettlägerig war. Kein Arzt konnte ihm helfen, bis ein Blick auf sein Zahnröntgenbild den Beginn seiner Heilung einleitete. Nicht nur wurzeltote Zähne machten ihm zu schaffen, sondern auch die Belastung durch Amalgamfüllungen. Eine solche Kombination kann die schädliche Auswirkung auf den Organismus vervielfachen. Nach einer vollständigen Zahnsanierung und Entgiftung kehrte er ins Leben zurück und ist inzwischen ein bekannter Musiker in den USA. Er kann wieder komponieren, singen und tanzen, was bis zur Zahnsanierung unvorstellbar war.
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