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Häufige Fragen
Warum zeigt der Test Gluten stark an, aber Getreide nicht?
Diese Frage sorgt verständlicherweise oft für Verwirrung.
Der Grund liegt darin, dass ein Lebensmittel aus vielen verschiedenen Bestandteilen besteht. Unser Immunsystem reagiert jedoch nicht auf das ganze Lebensmittel „als Ganzes“, sondern auf bestimmte Eiweissbestandteile, sogenannte Antigene oder Allergene.
Gluten ist ein ganz bestimmter Eiweissbestandteil, der vor allem in Weizen, Dinkel, Roggen oder Gerste vorkommt. Ein Getreide enthält daneben aber noch viele andere Eiweisse und Strukturen. Deshalb kann es vorkommen, dass der Körper vor allem auf Gluten reagiert, während der Gesamtwert für das jeweilige Getreide weniger stark oder sogar unauffällig ausfällt.
Warum soll man dann trotzdem gewisse Getreide meiden?
Wenn Gluten deutlich reagiert, bedeutet dies meist, dass glutenhaltige Getreide insgesamt eine Belastung für das Immunsystem darstellen können. Auch wenn der Test auf „Weizen“ oder „Dinkel“ negativ ist, enthalten diese Lebensmittel weiterhin Gluten und damit genau jene Struktur, auf die das Immunsystem reagiert.
Deshalb empfehlen wir in solchen Fällen häufig trotzdem eine glutenfreie Ernährung für eine gewisse Zeit, um zu prüfen, ob die Beschwerden dadurch besser werden, indem der Körper entlastet wird und entzündliche Reaktionen reduziert werden.
Milch und Milchprodukte
Analoge Überlegungen sind auch hier übertragbar, bspw. mit Milch und Käse.
Was, wenn gar nichts angibt?
Der Test kann nur reagieren, wenn ausreichend IgG vom Immunsystem auch produziert wird. Somit kann die Interpretation eines vollkommen negativen Resultats unterschiedlich sein:
- Der Patient hat tatsächlich keine einzige Intoleranz.
- Mit dem Immunsystem ist etwas nicht in Ordnung.
1. Dieser Zustand ist eher selten, denn unser Immunsystem reagiert meistens auf Nahrungsmittel, die Reaktion ist aber schwach und entsprechend klinisch weniger relevant (Achtung – Ausnahmen!).
2. Keine Reaktionen können sonst vorkommen bei:
- Cortisontherapie
- Immunsuppressiva
- Immunerkrankungen
Diese sind auf jeden Fall abzuklären. Vor allem soll eine Eiweiss-Elektrophorese durchgeführt werden, nötigenfalls auch eine Immunfixation. Auf diese Weise sind schon einige Blutkrankheiten aufgedeckt worden.
Was, wenn "alles" angibt?
Diese Situation ist selten und kommt, wenn überhaupt, mehrheitlich bei den Analysen vor, die nur IgG4 testen (hohe Sensitivität). Der Vorteil von IgG total (Food Detective) ist eine erhöhte Spezifität. Mit anderen Worten, ein positives Testergebnis ist wahrscheinlicher klinisch signifikant, und es geht dem Patienten besser beim Weglassen der verdächtigen Nahrungsmittel.
Das Immunsystem ist auf jeden Fall stark und funktionstüchtig.
Glossar
- Hohe Sensitivität: Mehr positive Resultate, aber dabei auch mehr falsch positive. Es werden weniger positive Testergebnisse übersehen.
- Hohe Spezifität: Weniger positive Resultate, aber dafür vor allem die ausschlaggebenden. Dabei können andere, schwächer positive übersehen werden.
Grundsätzlicher Unterschied zwischen IgG4 und IgG total
Kommt das Immunsystem mit Nahrungsmittelbestandteilen in Kontakt, kann es dagegen Antikörper vom Typ IgG bilden. Diese lassen sich in vier Untergruppen einteilen, IgG1 bis IgG4, die im Körper sehr unterschiedliche Aufgaben haben.
IgG1 bis IgG3: entzündungsfördernd
Treffen IgG-Antikörper wiederholt auf ein Nahrungsmittel-Antigen, entstehen Immunkomplexe. Beim Gesunden werden diese von den Fresszellen des Immunsystems laufend abgeräumt. Ist diese Abräumfunktion überfordert, lagern sich die Komplexe im Gewebe ab und lösen über das Komplementsystem Entzündungen aus. Man spricht von einer Überempfindlichkeitsreaktion vom Typ III. Sie ist keine Allergie im klassischen Sinn (IgE-vermittelte Sofortreaktion, Typ I), sondern eine verzögert auftretende Unverträglichkeit.
Wie stark die Entzündungsreaktion ausfällt, hängt von der Untergruppe ab: Am stärksten aktiviert IgG3 das Komplementsystem, gefolgt von IgG1; IgG2 löst nur schwache Reaktionen aus. IgG1 und IgG3 markieren ausserdem Fremdstoffe für die Fresszellen (Opsonierung).
IgG4: entzündungshemmend
IgG4 verhält sich anders: Es aktiviert das Komplementsystem nicht und wirkt eher entzündungshemmend. IgG4 konkurriert mit IgE um dieselben Antigene und kann so allergische Sofortreaktionen abschwächen («blockierender Antikörper»). Erhöhte IgG4-Werte finden sich deshalb typischerweise bei Gewöhnung an ein Nahrungsmittel oder nach einer erfolgreichen Desensibilisierung. Zudem macht IgG4 in der Regel höchstens 5 % aller IgG-Antikörper aus.
Was bedeutet das für die Testauswahl?
Ein Test, der nur IgG4 misst, erfasst ausgerechnet jene Antikörper, die keine Entzündung auslösen. Für die Abklärung einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist der alleinige IgG4-Nachweis deshalb wenig aussagekräftig.
Der Food Detective und der Food Detect 286 messen dagegen IgG total, also alle Untergruppen IgG1 bis IgG4. Ein positives Ergebnis beruht damit überwiegend auf den entzündungsfördernden Untergruppen IgG1 bis IgG3 und lässt sich im Sinne einer Nahrungsmittelunverträglichkeit interpretieren. Weil IgG4 nur einen kleinen Teil ausmacht, sind die Ergebnisse eines IgG4-Tests und eines IgG-total-Tests nicht direkt vergleichbar.
Wann wird eine Sensibilisierung spürbar?
IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel finden sich längst nicht bei allen Menschen. Sie treten vor allem dann auf, wenn die Darmschleimhaut durchlässiger geworden ist, etwa durch Medikamente, Schadstoffe, eine gestörte Darmflora oder entzündliche Darmerkrankungen. Dann gelangen grössere Mengen unverdauter Nahrungsbestandteile ins Blut. Bilden sich mehr Immunkomplexe, als der Körper abräumen kann, wird die Unverträglichkeit klinisch relevant.
Dass viele Patientinnen und Patienten nach dem Weglassen der positiv getesteten Nahrungsmittel eine deutliche Besserung erleben, zeigt die Praxis immer wieder – auch wenn nicht jeder Einzelfall in einer Doppelblindstudie belegt ist.
Patienten fragen sich...
Sollte ich einen Nahrungsmittel-Intoleranztest machen lassen?
Sofern Sie irgendwelche der beschriebenen Symptome aufweisen und Sie keine ernsthafte Krankheit haben, ist es empfehlenswert, einen solchen Test durchzuführen.
Was sind die Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit?
Nahrungsmittelunverträglichkeiten können eine ganze Palette von Symptomen erzeugen und beeinträchtigen fast jeden Teil unseres Körpers. Häufig klagen Patienten über verschiedene Symptome wie Darmbeschwerden, Kopfschmerzen und Hautausschläge. Manchmal können auch Beschwerden auftreten wie Angstzustände, Aufmerksamkeitsdefizite, Verstopfung, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Migräne, Wasserstauungen, Arthritis, Fibromyalgie, Asthma, Blähungen, chronische Müdigkeit, Magenentzündung, Reizdarm, Ekzeme, Gewichtsprobleme oder Hyperaktivität.
Werden die Tests durch die Versicherung bezahlt?
Diese Analyse wird in der Regel nicht durch die Krankenkasse gedeckt. Sollten Sie jedoch eine Zusatzversicherung haben, können Sie zumindest versuchen, die Rechnung Ihrer Krankenkasse für eine allfällige freiwillige Rückvergütung einzusenden.
Was ist der Unterschied zwischen einer Nahrungsmittel-Allergie und einer Nahrungsmittel-Intoleranz?
Klassische Nahrungsmittelallergien wie auf Erdnüsse, Kiwi oder Erdbeeren sind charakterisiert durch eine unmittelbare schwere Reaktion nach der Aufnahme des entsprechenden Nahrungsmittels. Bei einer Nahrungsmittel-Intoleranz sind die Symptome viel schwächer und treten verzögert auf, weshalb ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem eingenommenen Nahrungsmittel nicht immer ersichtlich ist.
Was bedeutet eine grenzwertige Nahrungsmittel-Intoleranz?
Grenzwertig positive Nahrungsmittel sollten möglichst reduziert und höchstens 1–2x pro Woche konsumiert werden.
Ist es möglich, dass uns Nahrungsmittel beeinträchtigen, die durch den Food Detective nicht untersucht werden?
Gewisse Nahrungsmittel können klassische allergische Reaktionen hervorrufen, die sich auf der Basis von Antikörpern aus der Gruppe IgE entwickeln. Diese werden nicht durch diese totale IgG-Nahrungsmittelanalyse erfasst. Auch andere IgG-vermittelte Unverträglichkeiten können bestehen, die in diesem Test nicht enthalten sind. Weitere Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind ebenfalls bekannt. Zum Beispiel sind sogenannte Amine in Schokolade, Käse und Rotwein in der Lage, Migräne hervorzurufen. Gewisse Nahrungszusatzstoffe wie Tartrazin können Ausschläge wie Nesselfieber und Asthma verursachen. Glutamat in der chinesischen Küche ist unter Umständen für Schweissausbrüche und Schwindel verantwortlich. Alkaloide in den sogenannten Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln, Tomaten und Paprika können Gelenke beeinträchtigen. Diese Allergien sind sehr schwierig zu testen. Falls Sie den Eindruck haben, dass Sie eine entsprechende Empfindlichkeit aufweisen, sollten Sie diese Nahrungsmittel auf jeden Fall vermeiden oder Ihren Arzt oder eine Ernährungsfachperson um Rat bitten.
Jetzt habe ich diesen Test durchgeführt. Wie muss ich mich nun verhalten?
Wenn Sie das Testergebnis haben, ist es empfehlenswert, einen Arzt oder Ernährungsspezialisten aufzusuchen, welcher helfen wird, die Resultate zu verstehen und Sie bei der Umstellung Ihrer Ernährung beraten kann.
Muss ich eine Fachperson aufsuchen, wenn ich dieses Resultat besitze?
Wenn Sie das Resultat erhalten haben, ist es empfehlenswert, eine Fachperson zu konsultieren, die Ihnen zeigen wird, wie Sie am besten Ihre Ernährung umstellen, damit Sie nicht auf einmal mit gewissen Mikronährstoffen unterversorgt sind.
Ich habe viele positive Resultate. Wie kann ich das alles weglassen?
Bei vielen positiven Resultaten ist es aufgrund der Gefahr einer Mangelernährung problematisch, alles wegzulassen. In diesem Fall ist es erst recht sehr wichtig, einen Spezialisten aufzusuchen, der Sie bei der Ernährungsumstellung begleiten wird. Gewisse Nahrungsmittel müssen nicht vollständig weggelassen werden. Sie müssen aber dafür sorgen, dass diese nicht mehr regelmässig konsumiert werden.
Was bedeutet es, wenn ich viele positive Resultate aufweise?
Möglicherweise leiden Sie unter einer verstärkten Durchlässigkeit des Verdauungstraktes. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie Ihre Nahrung unzureichend verdauen, beziehungsweise die Nahrungspartikel nicht genügend verkleinern. Hier können Verdauungsenzyme helfen. Zudem ist es immer sehr wichtig, die Nahrung ausgiebig zu kauen.
Muss ich diese Nahrungsmittel nun für den Rest meines Lebens vermeiden?
Nein. Diese sollten jedoch für mindestens 3 Monate weggelassen werden. Haben Sie in dieser Zeit festgestellt, dass Ihre Symptome zurückgegangen sind, dann können Sie diese verdächtigen Nahrungsmittel langsam wieder in Ihre Ernährung einführen. Sorgen Sie jedoch dafür, dass Sie immer nur ein Nahrungsmittel auf einmal wieder aufnehmen, und lassen Sie immer mindestens 4 Tage dazwischen verstreichen. Wenn in dieser Zeit die Symptome nicht wieder auftreten, können Sie weitere Nahrungsmittel hinzufügen. Empfehlenswert ist es, ein Nahrungsmitteltagebuch mit Ihren Symptomen zu führen.
Wie lange soll ich die Nahrungsmittel weglassen?
Es wird empfohlen, die Nahrungsmittel, welche hohe IgG-Spiegel erzeugt haben, für mindestens 3 Monate wegzulassen. Sollten Sie jedoch keine Änderung Ihrer Befindlichkeit feststellen können, dann dürfen Sie davon ausgehen, dass dieses Nahrungsmittel für Ihre Symptome nicht verantwortlich ist. Sie können dann diese Nahrungsmittel wieder wie früher essen.
Wenn ich die Nahrungsmittel weglasse, wie lange wird es dauern, bis die IgG-Spiegel sich wieder normalisieren?
Über die Zeit wird die Konzentration der IgG-Antikörper gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln langsam sinken. Die Halbwertszeit der IgG-Antikörper im Blut beträgt ungefähr 23 Tage. Andererseits können Antikörper in der Leber gespeichert sein und werden nur über viele Monate freigesetzt, was dazu führen wird, dass die Antikörper über längere Zeit hoch bleiben. Die Spiegel werden jedoch trotzdem allmählich sinken, sofern keine erneute Reizung durch das entsprechende Nahrungsmittel stattgefunden hat.
Muss ich verdächtige Nahrungsmittel vollständig aus meinem Speiseplan streichen oder kann ich trotzdem gelegentlich davon konsumieren?
Die effizienteste Behandlung ist natürlich, die Nahrungsmittel vollständig zu vermeiden. Solange die Nahrungsmittel aufgenommen werden, auch in kleineren Mengen, können Antikörper weiterhin gebildet werden und das Immunsystem reizen.
Ich habe damit begonnen, Nahrungsmittel aus meiner Ernährung zu streichen, und jetzt fühle ich mich schlechter als vorher. Ist das normal?
Das kann durchaus eine normale Reaktion sein, die viele Menschen in den ersten Tagen erleben, nachdem sie verdächtige Nahrungsmittel weglassen. Dies ist eine Art Entzugssymptom. Man fühlt sich während einigen Tagen schlechter, aber danach sollte eine anhaltende Verbesserung einkehren.
Sollte ich den Test nach einigen Monaten wiederholen?
Die meisten Leute müssen diesen Test nicht wiederholen, aber wenn dies gewünscht wird, empfehlen wir ein Intervall von ca. 12 Monaten. Wenn Ihre Symptome sich gebessert haben und Sie erfolgreich die Nahrungsmittel wieder aufnehmen konnten, ist ein neuer Test nicht mehr notwendig.
Jetzt habe ich diese Nahrungsmittel vermieden und möchte schauen, ob ich weiterhin auf diese unverträglich reagiere. Wie lange sollte ich nach der Wiedereinführung der Nahrungsmittel warten?
Sie sollten die Nahrungsmittel für mindestens 7 Tage zugeführt haben, bevor dieser Test wiederholt werden kann. Sollten Sie jedoch nach der Wiederaufnahme der entsprechenden Nahrungsmittel wieder Symptome aufweisen, sollten Sie unverzüglich erneut die Nahrungsmittel absetzen.
Weshalb fühle ich mich manchmal besser, nachdem ich ein Nahrungsmittel gegessen habe, gegen das ich intolerant sein soll?
Manche Leute berichten, dass sie sich besser fühlen, nachdem sie gewisse Nahrungsmittel gegessen haben, für welche sie hohe IgG-Spiegel aufweisen. Sollten jedoch diese Nahrungsmittel weiterhin konsumiert werden, werden die Symptome zurückkehren. Dieses Verhalten kann unter Umständen in einem Teufelskreis enden. In diesem Fall ist es dringend anzuraten, die Nahrungsmittel für mindestens 3 Monate zu vermeiden.
Klinische Fragen
Können Medikamente das Resultat beeinträchtigen?
Alle Arzneimittel, welche in der Lage sind, das Immunsystem zu unterdrücken, können auch das Testresultat verfälschen. Für diesen Test sind Antikörper im Blut notwendig, die durch Immunsuppressiva, Chemotherapeutika oder Cortison beispielsweise unterdrückt werden. Sollten Sie diesbezüglich unsicher sein, fragen Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Therapeuten.
Ich habe Nahrungsmittel seit mehr als 3 Monaten weggelassen. Wird dies das Testergebnis beeinträchtigen?
Es ist möglich, dass die entsprechenden Antikörperspiegel sinken, wenn diese Nahrungsmittel über längere Zeit vermieden wurden. Dies wird dazu führen, dass der Test negativ ausfallen wird. Um in dieser Situation doch noch die Verträglichkeit zu prüfen, können Sie die verdächtigen Nahrungsmittel alle paar Tage wieder zuführen, um zu sehen, ob sich die Symptome wieder entwickeln. Negative Testergebnisse bedeuten nicht in jedem Fall, dass Sie diese Nahrungsmittel wieder vertragen. Sollten Sie wieder Symptome entwickeln, müssen Sie diese Nahrungsmittel wieder vermeiden.
Was sind IgG-Antikörper?
IgG steht für Immunglobulin G. Immunglobuline sind Antikörper, die aufgrund von Kontakten mit Fremdkörpern, die in den Körper eingedrungen sind, durch das Immunsystem produziert werden. Diese werden durch spezielle Blutkörperchen produziert, die sogenannten B-Lymphozyten.
IgE-Antikörper sind andere Abwehrmoleküle. Diese finden Sie vor allem in der Nase, Haut, in den Schleimhäuten der Atemwege und den Lungen. Diese produzieren die sogenannten klassischen Allergien.
Weshalb erzeugen Nahrungsmittel IgG-Antworten?
Normalerweise werden Nahrungsmittel verdaut und in ihre Einzelbestandteile verkleinert, wie zum Beispiel Aminosäuren oder Fette. Diese können ohne weiteres die Darmwand passieren und erreichen damit die Blutbahn. Manchmal jedoch können kleine Fragmente, die nicht vollständig verdaut wurden, ebenfalls in die Blutbahn gelangen und werden durch das Immunsystem als Feind erkannt. Das Immunsystem produziert dann diese IgG-Antikörper. Manche Patienten entwickeln dadurch Entzündungen oder Reizungen der Darmwand. Dies hat zur Folge, dass noch weitere unverdaute Nahrungspartikel die Blutbahn erreichen. Diese Situation trägt den Namen „Dünndarmdurchlässigkeit“, und Patienten mit diesem Leiden haben häufig hohe Spiegel von Antikörpern zu den verschiedensten Nahrungsmitteln.
Weshalb können gewisse Nahrungsmittel im Test positiv erscheinen, obwohl diese seit langer Zeit nicht mehr gegessen wurden und wieder andere sind negativ, obwohl sie regelmässig gegessen wurden?
Gewisse Nahrungsmittel aus der gleichen Familie können biologisch ähnlich sein, sodass sich sogenannte Kreuzreaktionen entwickeln. Andere Nahrungsmittel sind wiederum weniger in der Lage, das Immunsystem zu stimulieren.
Weshalb werden Nahrungsmittel wie Zucker oder Alkohol nicht getestet?
Die hier getesteten Nahrungsmittel-Intoleranzen beruhen auf der Entwicklung von IgG-Antikörpern. Solche Antikörper werden nur durch Eiweisskontakt hervorgerufen. Zucker und Alkohol zählen nicht zu den Eiweissen.
Können IgG-Spiegel über Jahre erhöht bleiben, obwohl wir diese Nahrungsmittel nicht konsumieren?
Antikörper können noch viele Jahre nach dem Erstkontakt mit der Fremdsubstanz vorgefunden werden. Gewisse Nahrungsmittelbestandteile wie Weizen, Milchprodukte und Mais sind als Zusatzstoffe in anderen Nahrungsmitteln verbreitet oder sogar in Kosmetika zu finden. IgG-Spiegel werden eher hoch bleiben bei den Personen, die irrtümlich auf diese Weise noch mit diesen Nahrungsmitteln Kontakt haben.
Ist es möglich, hohe IgG-Spiegel aufzuweisen, die meine Symptome nicht erklären?
Ja, gewisse Personen haben hohe Spiegel an IgG gegen gewisse Nahrungsmittel, weisen aber keinerlei Symptome auf. Dies kann auch bedeuten, dass Ihr Immunsystem sehr effizient arbeitet, in dem Sinn, dass alle Antigen-Antikörper-Komplexe eliminiert werden, bevor diese im Körper eingelagert werden und Probleme hervorrufen können.
Gibt es Hinweise dafür, dass solche Antigen-Antikörper-Komplexe tatsächlich Symptome erzeugen?
Eine Studie bei Säuglingen mit Milchunverträglichkeit zeigte, dass Symptome innerhalb von Stunden nach der Einnahme von Kuhmilch aufgetreten sind. Diese waren begleitet von einer merklichen Steigerung der Immunkomplexe im Blut.
Muss eine Dünndarmdurchlässigkeitsstörung zuerst ausgeheilt werden, bevor man wieder die alten Nahrungsmittel zuführen darf?
Ja, es wird dringend angeraten, zuerst diese Störung zu beheben.
Wenn alle Nahrungsmittelmoleküle schlussendlich die Blutbahn erreichen, wieso führen nicht alle Nahrungsmittel zu einer Intoleranz?
Es sind vor allem zwei Faktoren, die darüber entscheiden, ob IgG-Antikörper produziert werden. Die tatsächliche Menge des einzelnen Nahrungsmittels, welche aufgenommen wird, und seine Fähigkeit, IgG-Antikörper zu stimulieren. Nahrungsmittel, die täglich und in grossen Mengen eingenommen werden, sind häufiger verknüpft mit einer Antikörperproduktion und Antigen-Antikörper-Komplexen, die imstande sind, Symptome auszulösen. Gewisse Nahrungsmittel können zudem das Immunsystem mehr reizen als andere.
Weshalb können hohe Spiegel von IgG-Antikörpern Symptome hervorrufen?
Wenn Nahrungsmittel den Körper dazu bringen, hohe Spiegel von IgG-Antikörpern zu produzieren, werden diese sich mit dem Nahrungsprotein vereinigen und sogenannte Antigen-Antikörper-Komplexe bilden. Diese werden normalerweise durch das Immunsystem eliminiert. In gewissen Fällen jedoch kann das Immunsystem dermassen überlastet werden, dass überschüssige Moleküle im Bindegewebe der verschiedensten Organe abgelagert werden. Dort sind sie dann in der Lage, über das sogenannte Komplementsystem Entzündungen und Krankheiten auszulösen.