Inhalt
- Ganzheitsmedizin, vom Aussterben bedroht? Jahreskongress der SSAAMP
- Der Blähbauch
- Akademie Vortrag 27.05.2026: Osteoporose, Mythen und Fakten

Vom Aussterben bedroht…
Es gibt Momente, in denen man spürt, dass Medizin an einem Wendepunkt steht. Nicht laut, nicht spektakulär, sondern leise, im Alltag, in Gesprächen mit Patienten, in den Fragen, die unbeantwortet bleiben, wenn man sich nur auf wissenschaftliche Leitlinien verlässt.
In der Seegarten Klinik begegnen wir genau diesen praktisch täglich. Patienten kommen zu uns, weil sie spüren, dass etwas fehlt. Nicht unbedingt Diagnosen – davon haben viele bereits genug. Sondern Verständnis für Zusammenhänge. Für Ursachen. Für das, was zwischen den Fachgebieten liegt.
Aus dieser Haltung heraus ist über die Jahre mehr entstanden als nur eine Klinik. Es ist eine Bewegung geworden. Eine Medizin, die nicht gegen die Schulmedizin arbeitet, sondern sie erweitert. Vernetzter. Funktioneller. Ursachenorientierter.
Genau deshalb engagieren wir uns aktiv in der SSAAMP, der Swiss Society for Anti-Aging Medicine and Prevention. Gleich drei Ärzte der SGK sowie ein eng mit uns zusammenarbeitender Zahnarzt wirken dort mit. Ziel ist es, Wissen und Medizinverständnis weiterzugeben, Kolleginnen und Kollegen auszubilden und Perspektiven zu fördern, die im heutigen Gesundheitssystem oft zu wenig Platz finden.
Denn Wissen allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob man Zusammenhänge erkennt. Ob die Medizin den Menschen als Ganzes betrachtet, ihn untersucht, auch körperlich (Be-HAND-lung), oder nur Laborwerte und Bildgebung berücksichtigt.
Gerade heute steht eine individuelle Medizin zunehmend unter Druck. Standardisierung, Zeitmangel und algorithmische Abläufe lassen immer weniger Raum für ursachenorientiertes Denken. Umso wichtiger wird es, Ärzte und Therapeutinnen auszubilden, die wieder vernetzt denken, kritisch hinterfragen und Patienten begleiten, statt nur Befunde zu verwalten.
Die Gelegenheit für Fachpersonen, ÄrztInnen und TherapeutInnen
Nehmen Sie teil am
SSAAMP Jahreskongress
am 16. Mai 2026
im Seminarhotel Bocken in Horgen.
Der Kongress bietet eine einzigartige Plattform für Wissenstransfer und Networking auf höchstem Niveau. Freuen Sie sich auf inspirierende Begegnungen, neue Perspektiven und Inhalte, die weit über das hinausgehen, was im klinischen Alltag oft möglich ist.
Link zur SSAAMP >>> Rubrik „Tickets“
Dr. med. John van Limburg Stirum, Chefarzt SGK
Der Blähbauch

Wie viele Patienten kommen mit der Klage, vor allem Frauen, „Mein Bauch ist wie im 7. Monat schwanger“ …
Wussten Sie, dass ein Blähbauch oft genau das Gegenteil von dem ist, was man denkt?
Die meisten vermuten eine Unverträglichkeit. Milch, Gluten oder bestimmte Lebensmittel werden weggelassen – oft mit nur kurzfristigem Erfolg. Denn in vielen Fällen liegt die Ursache nicht im Essen selbst, sondern in der Verdauung.
Ein zentraler, häufig übersehener Faktor ist die Magensäure. Ein Blähbauch ist erstaunlich oft kein Zeichen von zu viel, sondern von zu wenig Magensäure. Die Nahrung wird ungenügend vorverdaut, gelangt in den Darm und beginnt dort zu fermentieren. Gas entsteht. Was als „Unverträglichkeit“ erscheint, ist häufig eine funktionelle Verdauungsschwäche.
Viele Patienten waren erstaunt, als wir ihre Magensäurehemmer durch das Gegenteil, nämlich Magensäure-Kapseln (wie Stomach Digest) ersetzt hatten.
Hier eine der häufigen Rückmeldungen:

Hinzu kommen unsere Essgewohnheiten. Hektisch essen, nebenbei arbeiten, unter Stress – der Körper ist im Alarmmodus. Verdauung funktioniert jedoch nur in Ruhe, im Parasympathikus. Wer unter Spannung, Sympathikus isst, verdaut schlechter.
Eine einfache Methode, um die Verdauung zu unterstützen ist das sog. Trinkverhalten. Viele trinken zu den Mahlzeiten und dann auch noch kalt. Trinken ist ja schliesslich gesund. Wenn es um die Verdauung geht, trifft das so nicht immer zu. Das Getränk, meistens Wasser, verdünnt die Verdauungssäfte und kühlt noch den Magen ab, so dass die Enzyme, welche am besten bei 37 Grad funktionieren, an Aktivität einbüssen.
Wie sollten Sie trinken?
30 min vor dem Essen, ca 2 Gläser warmes Wasser, möglichst wenig zum Essen (langsam und gut kauen!) und danach erneut mindestens 1 Stunde warten.
Ein Blähbauch kann natürlich auch weitere Gründe haben. Er ist ein Zusammenspiel aus Verdauungsleistung, Darmflora, Essverhalten und Regulation durch das Nervensystem.
Ein Blähbauch ist kein Zufall. Er ist ein Signal. Für zu wenig Magensäure, für ungünstige Essgewohnheiten und für ein System, das aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und genau hier setzen wir an.
Heidi Breiter
Bachelor of Science
BSc (Hons)
Naturheilärztin Dr. ND (Kanada)
Heilpraktikerin (CH)
Nächster Akademie-Event
Mittwoch, 27.05.2026, 19:00h
Auf Grund der grossen Nachfrage, Wiederholung vom 21.04.2026

Erzählt Ihr T-Score wirklich die Wahrheit über Ihre Knochen?
Wird die Diagnose „Osteoporose“ zu häufig gestellt?
Ist Kalzium wirklich sicher und wirksam?
Millionen Menschen werden anhand eines einzelnen Messwertes als „krank“ eingestuft und „behandelt“, oft mit weitreichenden Konsequenzen. Gleichzeitig wird Kalzium als zentrale Therapie propagiert, obwohl Knochenstoffwechsel weit mehr ist als nur ein Mineralstoff-Mangel.
Doch wie verlässlich ist diese Einteilung wirklich? Wo liegen die systematischen Fehler in der Diagnostik? Und warum greift der Fokus auf Kalzium zu kurz?
Dieser Vortrag hinterfragt etablierte Konzepte der Osteoporose-Diagnostik und Therapie und zeigt auf, weshalb der T-Score allein oft nicht ausreicht. Anhand konkreter Beispiele wird deutlich, welche Patienten tatsächlich ein relevantes Frakturrisiko tragen – und bei wem durch vorschnelle Diagnosen und Therapien möglicherweise mehr Schaden als Nutzen entsteht.
Ein Vortrag für alle, die (vermeintlich) Osteoporose haben und diese Diagnose wirklich verstehen wollen.