MediWiki

Schwermetall-Entgiftung

Metalle sind überall

und sind in der modernen Zivilisation nicht mehr wegzudenken. Ob in der Industrie, zuhause oder in der Medizin, Schwermetalle werden vielfältig eingesetzt. In einer niedrigen Konzentration werden diese auch in der Regel keinen Schaden an unserer Gesundheit anrichten. Aber die individuelle Toleranz wie auch die Belastung variiert gewaltig. Aus diesem Grunde muss dieser umweltmedizinischer Aspekt immer bei der Entstehung von chronischen Krankheiten berücksichtigt werden. Schwermetalle haben nämlich die Eigenschaft, enzymatische Vorgänge im Körper zu hemmen. Wie ein verkanteter Schlüssel im Schloss, da lässt sich nichts mehr bewegen.

Heutige Untersuchungen bieten eine hochentwickelte und umfassende Analyse von toxischen und potenziell toxischen Elementen, die über den Urin ausgeschieden werden. Zusätzlich zu den klassischen Giftstoffen wie Blei (verbleites Benzin, Wasserleitungen aus Blei => Nahrungskette) und Quecksilber (Zahnfüllungen aus Amalgam) können auch Elemente, die in der Medizin, Raumfahrt, Kernforschung und High-Tech-Elektronik ihre Anwendung finden, mit einbezogen werden. Diese Schwermetalle werden immer häufiger eingesetzt, da die Verwendungsmöglichkeiten in gewerblichen, industriellen und medizinischen Bereichen ständig zunehmen.

Es ist möglich, dass sich diese Giftstoffe infolge einer beruflichen oder umweltbedingten Exposition durch die Freisetzung von toxischen Substanzen in Luft, Böden oder Abwässern im Körper des Menschen als Endverbraucher ansammeln. Expositionsquellen können auch bei der Metallveredelung, bei Legierungsverfahren, bei der Fertigung von Bauteilen in der Raumfahrt- und Werkzeugmaschinenindustrie, bei der Produktion von Kernreaktorbrennstäben und insbesondere in der Elektronikindustrie und der Computerherstellung auftreten. In anderen Berufssparten ist ebenfalls eine Einwirkung durch die im Profil gemessenen Elemente möglich: im Militär- und Polizeidienst (mit Waffeneinsatz), bei Schweiss- und Installateurarbeiten, bei der Metallbearbeitung, bei der Abfallverwertung und -beseitigung, in der Ölraffinerie und der petrochemischen Industrie sowie bei der Herstellung von Pigmenten und Beschichtungen.

Es gilt als erwiesen, dass die chronische Belastung durch toxische Elemente sowohl die verschiedensten körperlichen Funktionen nachteilig beeinflusst, wie auch die Aufmerksamkeit und emotionalen Fähigkeiten beeinträchtigen und das Energieniveau schwächen kann. Zudem ist es möglich, dass infolge einer chronischen Exposition die neurologische Entwicklung und Funktionen gehemmt, die Reproduktionsfähigkeit gemindert und das Risiko für Krebs- und andere degenerative Erkrankungen gesteigert wird.

Darüber hinaus geht aus wissenschaftlichen Studien hervor, dass nachteilige gesundheitliche Auswirkungen von toxischen Schwermetallen bei immer niedriger konzentrierten Expositionen zu beobachten sind. Aus diesem Grunde stellt sich die Frage, ob es überhaupt eine minimale Giftstoffkonzentration im Körper geben kann, die nicht mehr gesundheitsschädigend ist.

Schwermetall-Analyse mittels Mobilisation

Diese Analyse untersucht die Ausscheidung von Elementen über den Harn, die vor allem aufgrund einer chronischen Exposition vom Körper aufgenommen wurden. Der Test ermöglicht es dem Arzt, die Wirksamkeit einer Entgiftungstherapie eines Patienten zu überwachen.

Der Harn kann nach einer sog. Mobilisation, bei der durch die Verabreichung eines Chelatbildners wie EDTA, DMSA oder DMPS, die Elemente aus dem Körper ausgeschwemmt werden, gesammelt werden. Damit wird die Analyse bei der Erkennung von chronischen Belastungen wesentlich empfindlicher und zuverlässiger. In der Regel wird die Substanz intravenös verabreicht und nach 45 Minuten der Urin gesammelt. Inzwischen muss reichlich getrunken werden.

Testvorbereitungen:

Keine Kreatin-Supplementierung (2 Tage vor Testdurchführung)

Absprache mit Arzt, welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel vorübergehend abzusetzen sind (2 Tage vor Testdurchführung)

Entgiftung

Werden erhöhte Werte im Mobilisationstest nachgewiesen können diese Schwermetalle mittels Chelat-Infusionen weiter ausgeleitet werden. Dazu werden Behandlungen zu ca 30-60 Minuten durchgeführt. Je nach auszuscheidenden Metalle kann die Zusammensetzung der Chelatoren auf die zu entgiftende Metalle optimiert werden. Details zu den Chelatoren finden Sie hier

Die Anzahl notwendiger Infusionen muss mit dem Arzt besprochen werden. Diese sind in der Regel minimal 3 Behandlungen, können unter Umständen aber auch 10-20x betragen.

Die Infusionen werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Näheres zu den Metallen

NameResorptions- /
Speicher- Synergie
Resorptions- /
Speicherungs-Antagonismus
Quellen
Physiologische BedeutungToxische Symptome
Aluminium
(Al)
Fe- oder Ca-Mangel fördert Al-Resorbtionausreichende Fe, Ca und Vit. C Versorgung hemmt die Resoption (gilt für alle Toxine)Al-haltiges Backpulver, Kochgeschirr, Antazida, Schmelzkäse, Antitranspirante
Akkumuliert in Knochen, Leber, Nieren, Gehirn. Folgt dem Phosphat im Gewebe. Hemmt die Isocitratdehydrogenase in den Mitochondrien und vermindert dadurch das Alpha-keto-glutarat. Beeinträchtigt die Knochenmineralisation, bindet sich an Calmodulin im Gehirn und erhöht wahrscheinlich den Acetylcholin-Umsatz. Assoziiert mit Nervenplaques.Kopfschmerzen, Müdigkeit, Knochenschmerzen, Demenz, Anämie, Hypophosphatämie, erhöhter Ammoniumspiegel
Antimon (Sb)Mg- oder Se-Mangel fördert Sb-Resorptionausreichende Mg-, Se- und Methionin-Versorgung hemmt die ResorptionTabbak, Lötmaterial, Farbstoffe, Metallschmelzungs- und -bearbeitungsprozesse, Flammenschutzmittel in Textilien, Verwendung in Gummiherstellung; Exposition bei Minenarbeit
Akkumuliert in Nebennieren, Schilddrüse, Niere, Leber, Milz und Knochen. Hohe Clearence aus der Blutbahn. Hemmt diverse Enzymsysteme (PFK, MAO). Bindet sich an Sulphhydrylgruppen.Metallgeschmack, gichtähnliche Symptome, Angina, Anorrhexie, Müdigkeit, Myopathie, Hypotonie, "Antimon spots" nach Dampfexposition
Arsen (As)Se- oder Iod-Mangel fördert As-Resorptionausreichende Selen- und Iod-Versorgung hemmt die ResorptionMeeresfrüchte, Pestizide, Entlaubungsmittel, chemische, elektronische & photo-elektronische Verarbeitung, spezielle Glasssorten, Wasser
Organische Formen und anorganisch gelöstes As in Wasser werden rasch resorbiert. Ablagerungen in Leber, Nieren, Haut und Milz. As hemmt die Alpha-Liponsäure. Potentielles Co-Carcinogen und/oder Carcinogen. Bindet sich an Sulphhydryl- und Phosphatgruppen.Haarausfall, weisse Streifen in den Nägeln, Myalgie, Knoblauchgeruch, Anorrhexie, Hypopigmentation, Hypotonie, Thoraxschmerzen, Durchfall, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Hautentzündungen, verstärkte Speichelbildung, Blutarmut, Hautrötungen
Bismuth
(Bi)

=Wismuth
In der Regel schlechte bis moderate Resorption (max. 8%) nach Inhaltation oder orale AufnahmeNebenprodukt der Blei- und Kupferverarbeitung, in sicherungen, Löt-Material, Atom-Reaktoren, Leuchtfarben, Pigmente, Künstliche Perlen, Halbleiter, Glazuren, Gläser, Gummi-Vulkanisierung, Feuerschutz, Kosmetik, und Medikamente (Magendarm, Haut, Desinfektionsmittel, antazida)
Verteilung im Bindegewebe und Knochen. Höchste Konzentrationen in Niere und Leber. Kann in der Niere über Jahre gespeichert werden. Ansonsten durchschnittlich 5-15 Tage.
B ist Plazentagängig
Hauptsächliche Ausscheidung über Stuhl und Urin.
Nierenschaden mit Eiweissausscheidung im urin.
Neurotoxisch mit Symptomen wie Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Ungeschicklichkeit, Halluzinationen, Muskelzuckungen, Zittern bei Bewegung, nicht in Ruhe.
Leberschäden mit Gelbsucht.
Irritation und Pigmentierung der Haut und Scheimhäute
Blei (Pb)Ca-, Fe-, Zn- und Phosphat-Mangel steigert die Resorption. Kinder und Säuglinge weisen eine 40% bessere Bleiaufnahme auf.Ca, Zn und Phytate hemmen die Resorption.Farben, Cheramik, Lötzinn, Erde, Zeitungspapier, Dolomite, Zinngeschirr
Pb bindet sich an Häm, Speicherung in Knochen, Aorta, Nieren, Tubuli, Gehirn, Nebennieren, Schilddrüse und Leber. Hemmt Hämsynthese und evtl. die mitochondriale Atmungskette. ATPase beeinträchtigt.Bei Kindern: Verzögerte geistige Entwicklung, Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen, Verhaltensstörungen.
Bei Kindern und Erwachsenen: Müdigkeit, mikrozytäre Anämie, Retikulozytose, Metallgeschmack, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität, neurologische Störungen, Glukosurie
Cadmium (Cd)Fe-Mangel bei Pb- und Hg-Belastung verstärkt die Toxizität.ausreichende Zink-, Ca-, Mg-, Cu-Versorgung hemmt die ResorptionAbwasser, Meeresfrüchte, Tabbak,, Phosphate, Dünger, weiches Wasser, Schweissen, Minen
Akummulation im proximalen Tubulus der Nieren. Kann Katecholaminstoffwechsel verändern. Vermindert CYP-450. Hemmt Anti-Trypsin. Veränderungen des Gefässendothels wurden beobachtet.Hypotonie, Hypertonie, Müdigkeit, Anämie, Proteinurie, Osteomalazie, Nausea, Erbrechen, Durchfall, Emphysem, Geruchsempfinden vermindert, Hauttrockenheit mit Schuppung, Nierenprobleme
Nickel (Ni)Fe, Cu oder Zn Mangelausreichende Mn-, Zn- und Cu-Versorgung hemmt die ResorptionKakao, gesättigte Fette, Chokolade, Wasser, Zahnwerkstoffe, Batterien (Ni-Cd), Nüsse
Widersprüchliche Auswirkung. Akkumulation in Nieren, Leber, Haut und Gehirn. Fördert entzündliche Prozesse.Dermatitis, Allergien, entzündliche Prozesse
Queck
silber
(Hg)
Selenmangelausreichende Selen-Versorgung hemmt die ResorptionAmalgam, Fische und Schalentiere vom verseuchten Wasser, Fungizide, Farben, elektrische Relais, Sprengstoffe
Akkumuliert in Nieren und Leber. Organisches Hg hat eine Halbwertszeit von 2 Monaten und bindet sich an Enzyme, Proteine und Glutathion. Hemmt MAO, Katalase, P-450 und Mitochondrien.Kopfschmerzen, feinschlägiger Tremor, verstärkter Speichelfluss, Reizbarkeit, verminderte Konzentration, Metallgeschmack und viele andere chronische unspezifische Symptome.
Thallium (Tl)ausreichende Kalium- und Selen-Versorgung hemmt die ResorptionBrillenglas, Halbleiter, Herstellung von Solarzellen, Schmelzprozesse, Sondermüll, Minen
Aufnahme durch die Haut, über die Lunge und den Darmtrakt; hemmt RNA- und DNA- Synthese. Inaktiviert Riboflavin, Cholinesterase und Phosphatase. Akummulation in Nieren, Herz, Muskeln, Gehirn.Anorrhexie, Alopezie, Ataxie, Verwirrung, Tremor, Hypertonie, Polyneuropathie, immunologische Störungen.
Uran (U)Ca Mangel steigert die Resorptionausreichende Ca- und Fe-Versorgung hemmt die ResorptionWasser, Erde, Staub
Akkumuliert in Leber, Niere (prox. Tubulus, Glomerulus), Milz, KnochenChronische Müdigkeit, Glykosurie, Hyperaminoazidurie
Zinn (Sn)ausreichende Zink-, Fe- und Cu-VersorgungZinnbeschichtete Dosen, vor allem bei sauren Speisen oder Säften. Verarbeitete Nahrung. Industrieabfälle.
Akkumuliert in Leber, Gehirn und Lymphe. Halbwertzeit von 5-100 Tagen; hemmt P-450 und oxydative PhosphorylierungHyperglycämie, Ataxie, Kopfschmerzen, Visusstörungen, Leberschmerzen

Symptome / Metalle

AlSbAsBaBiCdPbHgNiAgTiSnU
Allergien11231
Alopezie13
Anämie213211
Anorexie21122
Ataxie2132
Carcinome1212
Demenz3
Depressionen111221
Entgiftungsschwäche12221123
Kopfschmerzen221
Hypertonie23
Immunstörungen1331
Impotenz12112
Müdigkeit31113111313
Muskelschmerzen122
Muskelschwäche2121
Neuritis313
Neuropathie, Paraesthesien31233
Niereninsuffizienz133231223
Pigmentstörungen3321131
Schwindel2
Tremor, Spasmen322
Verwirrtheit322
Visusstörungen222
Wachstumsstörung1123
  • 1) Manchmal gefunden
  • 2) Häufig gefunden
  • 3) Praktisch immer gefunden

Umweltmedizin

Alle Artikel